Blogger: Wir wollen doch nur spielen
“Sobald man seinem Namen am Telefon ein “Der Spiegel” folgen lässt, hört man, wie am anderen Ende die Hacken zusammen- geschlagen werden.” schrieb einmal der ehemalige Spiegel- Redakteur Tom Schimmeck. Meldet man sich als Blogger, kann der Gegenüber seine Herablassung meist nur mühsam larvieren, vorausgesetzt, er hat überhaupt schon einmal etwas von Blogs gehört.
Dass man als Blogger nicht ernstgenommen wird, ist eine weithin bekannte Selbstverständlichkeit. Und durchaus auch ein Problem, vor allem bei einer gründlichen Recherche. Hier haben “richtige” Journalisten noch ein tüchtiges Pfund zum Wuchern.
Vielleicht auch deshalb ignorieren Journalisten das Phänomen Weblogs häufig, verniedlichen oder dämonisieren es. Und nicht selten schwingt in solchen Marginalisierungen der Vorwurf mit, dass Blogger ja nur ihre völlig überflüssige Meinung in ihr unerträglich banales “Tagebuch”, genannt “Blog”, im Internet kippen, und mit diesem lästigen Informationsmüll am Ende sogar noch unbescholtene Bürger beleidigen und daran hindern ihrer rechtschaffenen Arbeit nachzugehen. Erst neulich schrieb ein Mitarbeiter der Thüringer Allgemeinen, in einer Polemik über die Machtspiele zwischen dem Ilmenauer Unirektor und einem Blogger und ehemaligen Stura-Mitglied:
“Student Tino S. führt im Internet ein öffentliches Tagebuch, ein Blog. Rund 500000 davon gibt es laut Schätzungen in Deutschland. Die meisten beschreiben darin ihren Tagesverlauf, diskutieren über neueste Computertechnik oder geben sich Beziehungstipps. Nicht jedoch der Ilmenauer Student. Der dortige Studentenrat, schreibt der selbst ernannte “Aufklärer”, sei in einen “braunen Sumpf” verwickelt. Er verstecke Nazis, sympathisiere mit rechtsextremen Burschenschaften und habe zudem Steuerhinterziehung begünstigt.”
Dieser Mitarbeiter der TA hat es selbst einmal mit dem Bloggen probiert, es aber bald wieder gelassen, weil er wohl gemerkt hat, dass es sich bei seiner Schreibe nicht lohnt zu bloggen, und es dann doch kuscheliger ist, weiter irgendwelchen Ortsbauernführern in den Hintern zu kriechen.
Bloggen ist wie nackt zu einer Singleparty zu gehen. (more…)
Das erste gedruckte Werk zum Radfernweg 
Ungefähr ‘n halbes Kilo schwer. Und dazu 800 Gramm Koks. Soll ja gut sein für die Kreativität. Da fehlt mir aber die Erfahrung. Das Einzigste, was ich mir mal in die Nase zog, war ein Medizinball. Seitdem habe ich eine eher nasale Aussprache. Deshalb halten mich alle im Ort für einen Franzosen. Hat aber auch was Gutes: Ich kriege von meinem Chef an jedem 14.Juli frei. Wäre ich ja schön blöd, wenn ich mir das Ding raus operieren täte! Ich habe mir sogar überlegt, ein Original Schweizer Taschenmesser zu schnüffeln. Die haben nämlich am 1.August ihren Nationalfeiertag. Aber wer immer frei hat, der braucht eine Tasche fürs Picknick. Womit sich der Kreis irgendwie schließt. Oder?”

Für den 