PARIS, JE T’AIME.
Von Bastian
Viele Köche verderben ja bekanntermaßen den Brei. Ein bekanntes Klischee. Genau, wie die allgemeine Meinung über Paris, als Stadt der Liebe. Ein Klischee, dass sich in der genialen Inszenierung von Paris, je t’aime bewahrheitet. Hochkarätige Meister ihres Faches, 18 um genau zu sein, haben ihre ganz persönliche Liebeserklärung an die Stadt der Liebe abgegeben.
In 18 Episoden wird der Zuschauer in Schicksale verwickelt, mal mehr, mal weniger nachvollziehbar, die so einige Facetten des Weltgefühls Liebe vermitteln.
Sei es Tom Tykwer, der ähnlich wie in “Lola rennt”, auf beeindruckende Art und Weise einen zeitlichen Kollaps visualisiert, mit einer mehr als charmanten und rührenden Natalie Portman oder sei es Isabel Coixet, die den Zuschauer mit einer der kostbarsten Botschaften des Episodenfilms betraut. Nämlich die Tatsache, dass man um Liebe kämpfen muss um nicht in einem emotionalen Rückzugsgefecht zu verenden.
Ein wenig enttäuschend ist der Beitrag von Gus van Sant, der seine Filme ansonsten immer in eine interessante Atmosphäre taucht. Auch die Episode von Christopher Doyle wirkt eher befremdlich und ein wenig fehlplaziert mit ihrer Surrealität.
Vincenzo Natalís Kurzfilm passt ebenso mit seiner düsteren, dennoch witzig gemachten Stimmung auch nicht so recht in dieses Konzept. Das Blut, Elijah Wood und die gesamte Machart seines Beitrages lässt eher Assoziationen zu Sin City aufkommen.
Ganz anders Joel & Ethan Coen, die mit Steve Buscemi und viel Witz ein kleines optisches Highlight kreiert haben.
Ein kleines emotionales Highlight ist wohl die letzte Episode in diesem gelungenen Werk, in dem eine lebensneugierige ältere amerikanische Touristin anfangs vom Zuschauer noch belächelt wird. So kommentiert sie ihre Eindrücke der Stadt aus dem Off um anschließend in ein wertvolles Fazit zu rutschen, dass ihr komplett Sympathie verleiht.
Sehr schön gemacht ist der Schluss des Filmes, der gedankliche Tiefe ohne Worte vermittelt und ein angenehm nachdenkliches Gefühl beim Betrachter einläutet.
Fakt ist, dass jegliche Handschrift der Regisseure nicht den Schleier des Phänomens Liebe fallen lassen. Und das ist wirklich gut gewählt. Vielmehr bekommen wir die Möglichkeit ihr auf unterhaltsame und ansprechende Weise auf den Zahn zu fühlen.
Aber auch bekannte Namen wie u.a. Alfonso Cuarón, Wes Craven, Gérard Depardieu oder Alexander Payne tragen zu diesem bedeutungsschwangeren Film bei. Erleben sie die Liebe der Liebe vor einer tollen Kulisse, mit individuellen Beiträgen, mit Gefühlen des Abschieds, der Hoffnung und der Entscheidung. Paris, je t’aime ist eine phantasievolle Reise durch die Landschaft der menschlichen Emotionen und das einzige Reiseutensil soll die Erkenntnis sein, dass der Film ewig hätte so weiter laufen können.
— Beitrag vollständig überarbeitet. Originalbeitrag auf Anfrage lieferbar —