Erinnerung an Picasso in Gera
Preisgekröntes Theaterstück zu Picasso-Bild kommt in Gera zur Aufführung
Von Bastian
Als Pablo Picasso am 8. April 1973 in Mougins (Frankreich) stirbt, hinterlässt der Ausnahmekünstler ein gewaltiges Œuvre. Die Kunst des 20. Jahrhunderts stand unter seinem Namen. Er hat revolutioniert, Grenzen überschritten und geprägt wie kaum ein anderer Künstler. Mit seinem Beitrag für den spanischen Pavillon zur Weltausstellung in Paris im Jahre 1937 hat Picasso eine ganze Welt erschüttert.
Wie war es möglich, dass ein Künstler eine Wirklichkeit in den Köpfen der Betrachter erschaffen kann? Das Bild Guernica, von dem die Rede ist, ist eine einzige Anklage. Picasso hat es unmittelbar nach dem Bombenangriff der deutschen Fliegerabteilung ‚Legion Condor’ am 26. April 1937 auf die Stadt Guernica (die heilige Stadt der Basken) ausgeführt. Dieser Angriff schrieb wie Picassos Gemälde Geschichte. Es war ein barbarischer Akt der Zerstörung in dem mehr als 1600 Menschen ihr Leben verloren.
Picasso prangert in seinem bekanntesten Gemälde nicht den Krieg an sich, sondern die Aggressionen des Menschen an. Die Kopie des Werkes hängt im Vorraum des UN-Sicherheitsrats im Hauptquartier der UNO in New York City. 2003 wurde es während der Entscheidung zum Irakkrieg verhangen. Dieser Akt symbolisiert die respekteinflößende Atmosphäre, die es noch immer versprüht.
Unter diesem und anderen bekannten Werken befindet sich ein weiteres Werk in Picassos Œuvre, dass zu Weltruhm kam: Les Demoiselles d′Avignon (1907, Öl auf Leinwand, 243,9 x 233,7 cm, The Museum of Modern Art, New York).
Dieses Bild gilt als der Ausgangspunkt des Kubismus und stellt einen Wendepunkt in der abendländischen Malerei dar.
Am 21. und 22. April um jeweils 14.30 Uhr, wird in der Bühne am Park Gera das gleichnamige Stück „Les Demoiselles d’Avignon“ des Spaniers Jaime Salon aufgeführt. Hintergrund ist das Jahr 1899, in dem der noch unbekannte Picasso in der berüchtigten Avignon-Straße von Barcelona ein Bordell betritt und bittet sich unentgeltlich vergnügen zu dürfen.
Jahre später kommt es zu einem Treffen der damaligen Dirnen des Bordells in einem Café. Sie entdecken Picassos Bild in einer Zeitschrift und glauben sich in seinem Bild wieder erkannt zu haben. Mit Humor und trauriger Erbarmungslosigkeit erzählen sie nun ihre Geschichten. Es entsteht eine Bühnendichtung, die an die Reaktionen erinnert, als Picasso sein Werk damals zum ersten Mal in seinem Atelier zeigte: Betroffenheit und Entsetzen.
Jaime Salom erhielt für sein Stück „Demoiselles d’Avignon“ 2001 den Premio de la Crítica de Madrid als bestes Theaterstück des Jahres. In Frankreich und Spanien konnte das Theaterstück große Erfolge verbuchen. Seit Anfang März 2007 ist es nun auch nach Deutschland gekommen.
Vorstellung:
21. & 22. April in der Bühne am Park Gera, um jeweils 14.30 Uhr
April 2nd, 2007 at 6:37 pm
Schöner Beitrag! Endlich etwas Kultur ;)
April 2nd, 2007 at 7:33 pm
und hingehen nicht vergessen. lohnt sich.
werde auch am 21.4. da sein…!