Archive for July, 2007

Althaus geht auf Distanz zu Kreationismus

Der Thüringer Ministerpräsident hat sich gestern, in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, deutlich für eine Trennung von christlicher Schöpfungslehre und Biologieunterricht ausgesprochen. Althaus war in die Nähe kreationistischer Anschauungen gerückt worden, weil er im Jahr 2005 zu einer Veranstaltung in die Erfurter Staatskanzlei (“Erfurter Dialog”) u.a. Professor Siegfried Scherer geladen hatte, der bis 2006 Vorsitzender der evangelikalen “Studiengemeinschaft Wort und Wissen” war, die eine auf der Bibel basierende Schöpfungslehre vertritt. Dem darauffolgenden Sturm der Entrüstung begegnete Althaus unter anderem im Deutschlandradio Kultur so:

    “Wichtig sei ihm gerade die Verbindung zwischen Schöpfungslehre und Evolution, betonte Althaus: “Ziel ist eigentlich, deutlich zu machen, dass beides möglich ist und auch beides miteinander verbindbar möglich ist, indem man glaubt und gleichzeitig auch die wissenschaftliche Erkenntnis anerkennt”, sagte er.”

Der eingeladene Diskutant Scherer, ein Mikrobiologe, hatte ein umstrittenes Schulbuch verfasst (“Evolution – ein kritisches Lehrbuch”), das Althaus im Jahre 2002, damals noch als Kultusminister Thüringens, in einer Laudatio zum sogenannten “Deutschen Schulbuchpreis” als ein “sehr gutes Beispiel für wertorientierte Bildung und Erziehung” lobte.

Althaus Verhältnis zur christlichen Schöpfungslehre war nun erneut ins Gerede gekommen, weil die Illustrierte “Spiegel” in ihrer vorletzten Ausgabe schrieb, dass die Hessische Kultusministerin, Karin Wolff, einen “modernen Biologieunterricht” fordere, “in dem neben den Grenzen naturwissenschaftlicher Erkenntnis auch theologische und philosophische Fragen nach dem Sinn des Seins behandelt werden sollen”, und dabei auch Althaus’ Anmerkungen erneut behandelt wurden.

Die Thüringer Staatskanzlei sah sich nun offenbar zu einer deutlichen Klarstellung genötigt. Der thüringische Ministerpräsident sprach sich im gestrigen FAZ-Interview sehr eindeutig aus:

    “Der Kreationismus, also der wortwörtliche Glaube an den Schöpfungsbericht, ist aus meiner Sicht biblischer Fundamentalismus. Seine Vertreter achten nicht einmal die simpelsten Erkenntnisse der Naturwissenschaft. Das Gleiche gilt für das sogenannte “Intelligente Design”, wo behauptet wird, Gott steuere die Evolution direkt. Das ist nur eine wissenschaftlich dekorierte Neuauflage des Kreationismus.”

Zu seiner Lautdatio, anläßlich der Verleihung des Schulbuchpreises, sagte Althaus:

    “Da ich selbst aus der Naturwissenschaft komme, finde ich den Vorwurf, Kreationist zu sein, besonders beleidigend. Ich habe damals bei der Laudatio zugesagt, weil in dem Lehrbuch die Meinung vertreten wird, dass auch die Evolutionstheorie nicht gegen den christlichen Glauben spricht.”

Preisträger 95-Thesen-Preis: “Stasi 2.0 – So sieht unsere Zukunft aus”

Am 26. Juli gewann der Blogeintrag “Stasi 2.0 – So sieht unsere Zukunft aus!“, aus dem Blog “Marnems Sicht der Dinge“, mit drei Stimmen Vorsprung den ersten “95-Thesen-Preis” der Thüringer Blogzentrale.

Der Preisträger war heute, im Anschluß an die Preisverleihung, noch zu einem längeren Interview bereit, in dem er unter anderem die Herkunft seines bürgerlichen Namens erklärt, die Preisverleihung aus seiner Sicht beschreibt, erzählt, wie er Fonsi mal ans Bein gepisst hat usw. usf.. Wir sprachen über Angela Merkel, Wolfgang Schäuble und Jürgen Trittin, Globalisierung und Meinungsfreiheit, politisches Engagement und Bloggerethik, Roboter im Pflegheim und Milliardendeals mit Kriegswaffenlieferungen in den Nahen Osten … und natürlich Katzenbilder.

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Den Mitschnitt des gesamten Interviews (1 Stunde 27 Minuten / 200 MB-MP3-Datei) gibt es hier zu hören:

Audio clip: Adobe Flash Player (version 9 or above) is required to play this audio clip. Download the latest version here. You also need to have JavaScript enabled in your browser.

Und hier noch einmal der Gewinnerbeitrag “Stasi 2.0 – So sieht unsere Zukunft aus!” Erstellt von Marnem am Mittwoch 18. April 2007:
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Thüringer Landesregierung beschließt Nichtraucherschutz

Thüringen könnte bereits im Herbst rauchfrei sein, wenn der Landtag den am vergangenen Dienstag vom Kabinett beschlossenen Gesetzentwurf schnell zur eindeutigen Abstimmung bringt.

Das Rauchen soll dann in Gaststätten nur noch in abgetrennten Räumen möglich sein dürfen:

    “Der Raum ist als Raucherraum zu kennzeichnen und muss baulich von den übrigen Räumen so getrennt sein, dass ein ständiger Luftaustausch nicht besteht.”

In sonstigen öffentlichen Einrichtungen, wie Behörden, Schulen, Kinder- und Jugendeinrichtungen, Hochschulen, Krankenhäusern, Reha-Einrichtungen sowie Sport- und Kulturstätten gilt der Nichtraucherschutz umfassender als bisher. Aber auch in Spielkasinos und Spielhallen sowie Diskotheken soll dann nicht mehr geraucht werden dürfen.

In Diskotheken gilt der künftige Nichtraucherschutz so umfassend, dass auch keine speziell gekennzeichneten Raucherräume erlaubt sein werden.

Zuwiderhandlungen sollen nach dem Gesetzentwurf mit bis zu 500 EURO Ordnungsgeld bestraft werden.

    Wenn es um den Schutz von Nichtrauchern – insbesondere auch um den Schutz von Kindern und Jugendlichen geht – darf es keine Inseln geben

sagte der Thüringer Gesundheitsminister, Klaus Zeh, anlässlich der Regierungspresse- konferenz zum Nichtraucherschutz.

Der Nichtraucherschutz soll jedoch nicht für Festzelte bei Volksfesten gelten.

Keine “Nackten Musen” bei der Deutschen Bahn

nackte-musen.gifDas Weimarer Stadtmuseum zeigt zur Zeit eine Sonderausstellung weiblicher Aktmodelle aus der Zeit um 1900. Zu sehen sind Fotografien des Malers Heinrich Plühr, der 500 Glasnegative u.a mit Stereo-Aufnahmen als Vorlagen für Ölgemälde erstellte. Mit Unterstützung des Thüringer Kultusministeriums gibt es einen reich bebilderten, handschriftlich nummerierten Katalog in 500 Exemplaren mit einer Lorgnette, die dem Betrachter der Abbildungen einen plastischen Raumeindruck vermitteln soll (erhältlich im Stadtmuseum; Preis: ca. 30 Euro).

Die übliche Werbung für die Ausstellung des Weimarer Stadtmuseums, in einem eigens dafür vorgesehenen Schaukasten im Weimarer Bahnhofsgebäude, wurde aber offenbar durch die Deutsche Bahn AG untersagt. Die Plakate (siehe Abbildung oben) seien “zu sexistisch” und ein “Verstoß gegen Anstand, Sitte und Moral” berichtet “Post aus Weimar“.

Das kann man wohl sagen! Diese Strümpfe …

AUS … AUS … AUS … Das Spiel ist aus!!!

So, Ihr Lieben. Seit 0.00 Uhr steht der diesjährige Gewinner des 95-Thesen-Preises fest.

…. und er kommt … nicht aus Thüringen!

Gebührenboykott in Jena: Ton wird zunehmend schärfer

Nachdem der Verwaltungsgebührenboykott an der Uni Ilmenau die notwendige Teilnehmerzahl verbuchen konnte und nachdem Kultusminister Goebel offenbar 1011 Ilmenauer Boykott-Studenten mit Exmatrikulation drohte, wird auch der Ton der Jenaer Uni zunehmend schärfer: Als Teil der Universität und Körperschaft des öffentlichen Rechts dürfe der Studierendenrat nicht zum Boykott aufrufen. “Der Rektor hat mich Montag zu sich gebeten und mir das mitgeteilt”, sagte Frank Dörfler, hochschulpolitischer Referent des Stura an der Friedrich-Schiller-Universität-Jena, der Internetillustrierten Spiegel-Online. Seine Boykottaufrufe werden “Konsequenzen” haben. Künftige Plakatierungsaktionen werden verfolgt.

In Jena haben Unbekannte derweil das Rückmelde-Banner am Campus bearbeitet. Das Wort “Rückmeldung” wurde durch ein gespraytes “Boykott” ersetzt. Somit stand nun “Boykott nicht vergessen!” an der Fassade der Carl-Zeiss-Straße 3. Die Kosten dafür das Wort “Rückmeldung” wiederherzustellen will die Universitätsleitung nun vom Studentenrat erstattet haben, schreibt die Jenaer Studentenzeitung Akrützel in ihrem Blog.

An den Fachhochschulen in Erfurt, Jena und Nordhausen, der Musikhochschule Weimar und der Universität Erfurt scheiterte der Boykott bisher. Nur der Stura der Ilmenauer Universität schaffte das selbstgesetzte Ziel von 20% Boykottteilnehmern.

Der Thüringer Kultusminister Goebel warnte derweil die Studenten davor, sich am Gebühren-Boykott zu beteiligen.

    “Sie müssten sich im Klaren sein, dass sie dadurch Gesetze brechen, so der Minister. Den beteiligten Studenten drohe die Exmatrikulation. Damit erlösche das Recht, Lehrveranstaltungen zu besuchen. Ferner würden Leistungen des Studentenwerkes, des BAföG und Vergünstigungen des Studentenausweises wegfallen. Eltern verlören den Anspruch auf Kindergeld und ausländische Studenten womöglich die Aufenthaltserlaubnis.”

schreibt das Freie Wort aus Suhl.

Als Prüfstein gilt nun die Entwicklung des Boykotts an der Friedrich-Schiller-Universität. Die Rückmeldefrist gilt hier bis Mitte August.

Kultusminister Jens Goebel droht 1011 Studenten mit Rausschmiß

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Der Thüringer Kultusminister, Jens Goebel, droht offenbar 1011 Studenten der Technischen Universität Ilmenau, laut “Thüringer Allgemeine”, mit Rausschmiß. Diese hatten den seit diesem Semester geltenden Verwaltungskostenbeitrag von 50 Euro nicht an die Hochschule, sondern an ein Treuhandkonto überwiesen. An allen Thüringer Unis gab es diese Boykottaufrufe: an der Uni Erfurt, der FH Erfurt, der FSU Jena, der FH Jena, der FH Nordhausen, der HfM Weimar, und der BU Weimar.

Die Boykottfrist für Jena geht bis zum 12.8.2007.

Die Zinsen für das Treuhandkonto werden für das Honorar der betreuenden Rechtsanwältin und Kampagnenkosten genutzt.

via Martin

Nachtrag (25.7.07): Auch an der Uni Jena wird der Ton nun zunehmend schärfer:

“Nachdem der Verwaltungsgebührenboykott an der Uni Ilmenau die notwendige Teilnehmerzahl verbuchen konnte und nachdem Kultusminister Goebel 1011 Ilmenauer Boykott-Studenten offenbar mit Exmatrikulation drohte, wird auch der Ton der Jenaer Uni zunehmend schärfer: Als Teil der Universität und Körperschaft des öffentlichen Rechts dürfe der Studierendenrat nicht zum Boykott aufrufen. “Der Rektor hat mich Montag zu sich gebeten und mir das mitgeteilt”, sagte Frank Dörfler, hochschulpolitischer Referent des Stura an der Friedrich-Schiller-Universität-Jena, der Internetillustrierten Spiegel-Online. Seine Boykottaufrufe werden “Konsequenzen” haben. Künftige Plakatierungsaktionen werden verfolgt. … [weiterlesen]

Noch zwei Tage!

Hier vorschlagen!

Und für alle, die sich beschweren, dass ihnen nicht einfiele welcher Blogeintrag in Laufe eines ganzen Jahres herausragend sein solle, die seien auf den bekanntesten Journalistenpreis verwiesen. Da hat man es noch schwerer – vom Nobelpreis ganz zu schweigen … :)

Risiko

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In meinem Weblog bin ich …

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Prince’s neues Album “Planet Earth” gibt’s jetzt kostenlos

Prince ist ja für seinen Ärger, den er der Plattenindustrie macht, hinreichend bekannt. Vorgestern setzte er noch einen drauf: Er veröffentlichte sein neues Album, das eigentlich erst am Freitag in Deutschland und am 24. Juli in den USA in die Plattenläden kommen sollte, als kostenlose Gratisbeilage der Mail on Sunday. Drei Millionen Exemplare sind bereits per Zeitung unters Volk gebracht und jetzt kommen auch mal wieder “die Blogger”. Das Blog “Linux Notes” bietet Links zu Download-Plattformen an. Dazu schrieb man:

    “Since he wants to get his music out to as many people as possible, I ripped the CD and uploaded it”

Ein dankbarer Leser schrieb darauf:

    “I just Googled the BBC quote of yours “Since he wants to get his music out to as many people as possible, I ripped the CD and uploaded it.” Thanks for the songs :)”