Althaus geht auf Distanz zu Kreationismus
Der Thüringer Ministerpräsident hat sich gestern, in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, deutlich für eine Trennung von christlicher Schöpfungslehre und Biologieunterricht ausgesprochen. Althaus war in die Nähe kreationistischer Anschauungen gerückt worden, weil er im Jahr 2005 zu einer Veranstaltung in die Erfurter Staatskanzlei (“Erfurter Dialog”) u.a. Professor Siegfried Scherer geladen hatte, der bis 2006 Vorsitzender der evangelikalen “Studiengemeinschaft Wort und Wissen” war, die eine auf der Bibel basierende Schöpfungslehre vertritt. Dem darauffolgenden Sturm der Entrüstung begegnete Althaus unter anderem im Deutschlandradio Kultur so:
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“Wichtig sei ihm gerade die Verbindung zwischen Schöpfungslehre und Evolution, betonte Althaus: “Ziel ist eigentlich, deutlich zu machen, dass beides möglich ist und auch beides miteinander verbindbar möglich ist, indem man glaubt und gleichzeitig auch die wissenschaftliche Erkenntnis anerkennt”, sagte er.”
Der eingeladene Diskutant Scherer, ein Mikrobiologe, hatte ein umstrittenes Schulbuch verfasst (“Evolution – ein kritisches Lehrbuch”), das Althaus im Jahre 2002, damals noch als Kultusminister Thüringens, in einer Laudatio zum sogenannten “Deutschen Schulbuchpreis” als ein “sehr gutes Beispiel für wertorientierte Bildung und Erziehung” lobte.
Althaus Verhältnis zur christlichen Schöpfungslehre war nun erneut ins Gerede gekommen, weil die Illustrierte “Spiegel” in ihrer vorletzten Ausgabe schrieb, dass die Hessische Kultusministerin, Karin Wolff, einen “modernen Biologieunterricht” fordere, “in dem neben den Grenzen naturwissenschaftlicher Erkenntnis auch theologische und philosophische Fragen nach dem Sinn des Seins behandelt werden sollen”, und dabei auch Althaus’ Anmerkungen erneut behandelt wurden.
Die Thüringer Staatskanzlei sah sich nun offenbar zu einer deutlichen Klarstellung genötigt. Der thüringische Ministerpräsident sprach sich im gestrigen FAZ-Interview sehr eindeutig aus:
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“Der Kreationismus, also der wortwörtliche Glaube an den Schöpfungsbericht, ist aus meiner Sicht biblischer Fundamentalismus. Seine Vertreter achten nicht einmal die simpelsten Erkenntnisse der Naturwissenschaft. Das Gleiche gilt für das sogenannte “Intelligente Design”, wo behauptet wird, Gott steuere die Evolution direkt. Das ist nur eine wissenschaftlich dekorierte Neuauflage des Kreationismus.”
Zu seiner Lautdatio, anläßlich der Verleihung des Schulbuchpreises, sagte Althaus:
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“Da ich selbst aus der Naturwissenschaft komme, finde ich den Vorwurf, Kreationist zu sein, besonders beleidigend. Ich habe damals bei der Laudatio zugesagt, weil in dem Lehrbuch die Meinung vertreten wird, dass auch die Evolutionstheorie nicht gegen den christlichen Glauben spricht.”





