“Zug der Erinnerung” auch in Thüringen
Gestern startete in Frankfurt a.M ein „Zug der Erinnerung“ zur Fahrt durch die Bundesrepublik. Der Zug, der von einer Dampflok gezogen wird und aus mehreren Ausstellungswagen besteht, verkehrt auf der Strecke der früheren Deportationen der Reichsbahn. Dort steuert er die Heimatstädte der über 12.000 Kinder an, die zwischen 1940 und 1944 in deutsche Vernichtungslager verschleppt wurden. Bisherige Haltestationen nach Frankfurt a.M. sind Bahnhöfe in Darmstadt, Mannheim, Karlsruhe, Stuttgart und Tübingen. Insgesamt wird der „Zug der Erinnerung“ über 3000 Kilometer zurücklegen.
An den früheren Deportationsorten bemühen sich Bürgervereine teilweise seit Monaten um Spurensuche nach den deportierten Kindern und Jugendlichen. Die Opfer stammen aus jüdischen Familien, aus Familien der Sinti und Roma oder sind Kinder von Nazi-Gegnern. Ihre Lebenszeugnisse, Fotos, Archivbelege und mündlichen Berichte wird der Zug am Ende der mehrmonatigen Reise zur Gedenkstätte Auschwitz (Oswiecim) bringen. Der Leidensweg der jugendlichen Opfer ist in der deutschen Öffentlichkeit bisher weitgehend unbeachtet geblieben.
Massendeportationen von Kindern und Jugendlichen fanden auch in den vormals okkupierten europäischen Staaten statt. Darin erinnert die fahrende Ausstellung mit Biografien aus Norwegen, Belgien, den Niederlanden, Frankreich, Italien, Griechenland und Osteuropa. Schätzungen sprechen von bis zu 1,5 Millionen Kindern und Jugendlichen, die nie mehr zurückkehrten.
Der Zug der Erinnerung wird auch die Bahnhöfe Gotha, Erfurt und Weimar anfahren.
February 10th, 2008 at 6:07 pm
Anmerkung zu: Züge der Berliner S-Bahn – Die eleganten Rundköpfe vom Verlag GVE – Schmiedeke, Müller, Hiller.
Ich hab mir das Buch gar nicht erst gekauft, sondern es in der Bibliothek eingesehen. Es folgt dem gegenwärtig zu registrierenden Trend zur „Geschichtsverschönerung” der häßlichsten Seite der deutschen Geschichte. Auch in diesem Buch kommt man nicht umhin, sich wichtig zu machen und weit vom Thema Berliner S-Bahn abzuschweifen. Darüber haben sich mit Recht bereits einige aufmerksame Leser in diversen Blogs und Artikeln beschwert.Ebenso über die widerliche Julius Dorpmüller-Präsentierung als S-Bahn-Mitfahrer auf Seite 242.
V1,V2 bzw. A4-Raketen-Abschüsse auf andere Länder ? Hier wird es politisch und militärisch ! Wer sich darauf einläßt, verliert eigentlich den Themenbezug, jedenfalls bei einem Buch zur Berliner S-Bahn. Und der sollte der Vollständigkeit halber wohl auch die Opferzahlen der V1 und V2 nennen. Die Opferzahlen nennen die Macher aber nur für den Alliierten-Angriff auf Peenemünde !
Das Szenario kennen wir sattsam ! Genauso kommt die NPD derzeit daher. Nach dem Motto: Am besten nur deutsche Opfer herrausstellen.
Statt dessen wird nun auch noch der glorifizierende Satz „Der erste Schuß ins All!” losgelassen ! Das trifft wieder nicht den Kern, denn es war der Zweckbestimmmung nach „der erste Schuß über´s All hauptsächlich auf des Briten und Belgiers Kopf (auch andere Nationen beklagten tausende Todesopfer)”.
Dieser unsägliche menschenverachtende Raketenterror hat eine britische Reaktion erst provoziert.
Wer hier spätere zivile Raumfahrt und militärisches Abenteurertum auf eine Stufe stellt, die Ziele auch noch verschleiert (Es ging eben nicht ums Weltall oder Raumfahrt!), der betreibt Geschichtsklitterung. Da haben bereits andere Blogger den heimlichen Ungeist des Buches freigelegt.
Die einseitige Abhandlung der Bombenopfer in Peenemünde wirkt da irgendwie wie absichtlich propagandistisch hingestellt.
Wenn eine solche riesige Rüstungsschmiede heute im Iran existieren würde, wäre sie nach ersten Raketenabschüssen auf die Nachbarn schon eleminiert. Und wenn ein Herr Dieter Kaddoura
von der Partei Die Linke als Verlagsleiter für dieses Buch verantwortlich ist, sollte man ihm Nachhilfe in Deutsch, Gesellschaftskunde und Geschichte geben.
Vielleicht besucht er mal den Zug der Erinnerung !
Da würde er auch lernen, wie unanständig es ist, der heutigen Jugend Peenemünder Werkbahnzüge als Bastelbogenvariante in diesem Buch anzubieten.
G. Steigenberger
April 19th, 2008 at 8:38 am
Jetzt ist er auch in Berlin angekommen.
Die meisten Besucher des Zuges hatten aber mehr an Grundbedürfnisbefriedigung als an die ästhetischen Fragen des Erinnerns gedacht und für ausreichend Proviant gesorgt. Da standen sie nun auf Gleis 1 des Ostbahnhofes mit Kaffeebechern und Eiswaffeln in den Händen oder bissen herzhaft ins belegte Brötchen, während Herr Schenkmann, ein Überlebender der Konzentrationslager, davon berichtete, wie erst seine Großmutter und wenig später sein Großvater im Lager verhungerten.