Thüringen ist natürlich auch auf der Grünen Woche, einer Ausstellung für Ernährungswirtschaft, Landwirtschaft und Gartenbau vertreten [Freies Wort -Artikel zum Thema]. Selbstverständlich vor allem mit – na, womit wohl – Wurstwaren. Dass die auch in Thüringen nicht immer frei von Nahrungsergänzungsmitteln, Konservierungs- und Farbstoffen oder gar Rückständen von Pflanzenschutzmitteln sind, ist hinreichend bekannt. Und mit der Kennzeichnung von gentechnisch veränderten Lebensmitteln hapert es natürlich auch in Thüringen. Selbst das demnächst anzubringende Genfrei-Siegel garantiert keine vollständige Gentechnikfreiheit [taz-Artikel zum Thema]. Aber immerhin ist in Lebensmitteln, die mit dem Bio-Siegel gekennzeichnet sind, mehr Bio drin, als in allen anderen. Der Kunde, der an einer gesunden Ernährung interessiert ist, will sich natürlich trotzdem nicht stundenlang mit der Verlässlichkeit einer bestimmten Kennzeichnung auseinandersetzen müssen [Audio-Beitrag des Deutschlandfunk zum Thema]. Der Ex-Greenpeace-Chef Thilo Bode, der heute bei Foodwatch für mehr Transparenz in der Kennzeichnung im Lebensmittelmarkt kämpft, meint dazu:
“Eine Leberwurst ist keine Eigentumswohnung – als Käufer will ich mich relativ schnell entscheiden können. Aber wie kann ich das, wenn ich mir mühsam die Informationen zusammensuchen muss – vorausgesetzt, ich erhalte sie überhaupt?”
Schaut man sich die Hochglanzseiten der Grünen Woche an, sollte man eigentlich wissen, wo man nicht einkaufen sollte. Der Bioladen um die Ecke ist meist eine sehr verlässliche Alternative, auch wenn die Äpfel dort mal ein paar Druckstellen haben und die Wurst nicht nach Wurst aussieht. Dafür schmeckt sie tausendmal mehr danach.
Eine Liste aller Naturkostläden, Direktvermarkter, Reformhäuser, Bio-Bäcker, Weltläden Abo- und Lieferservice, Cateringmärkte und Bio-Großhandel in Thüringen gibt es hier.