Archive for January, 2008

Langzeit-Studiengebühren in Thüringen eingeschränkt

Das Thüringer Oberverwaltungsgericht hat offenbar, nach bisher unbestätigten Meldungen eines Studierendenportals, die Langzeit-Studiengebühren-Regelung in Thüringen eingeschränkt. Danach können Studierende, die die Studienrichtung in höherem Fachsemester gewechselt haben und ihr nachfolgendes Studium innerhalb der Regelstudienzeit abgeschlossen haben, damit rechnen, keine Langzeit-Studiengebühren zahlen zu müssen. Voraussetzung ist die Nichtexistenz der Langzeit-Studiengebühren-Regelung zum Zeitpunkt des Studienwechsels.

Die Gebührenregelung selbst wurde jedoch im Kern nicht infrage gestellt.

Das letzte Gefecht

Bei Spreeblick werden derzeit angemessene Strafen für Helmut Schmidt diskutiert. Dieser hatte bei einer Theateraufführung gemeinsam mit seiner Frau Loki ausgiebig den vom servilen Personal bereitgestellten Aschenbecher benutzt. Die Schmidts wurden daraufhin von der Nichtraucher-Initiative Wiesbaden wegen Körperverletzung und Verstoß gegen das seit dem 1. Januar geltende Rauchverbot angezeigt. [Spiegel-Online-Artikel dazu]

Warum tun die das? Nun, vielleicht weil Helmut Schmidt sich mit seiner öffentlichkeitswirksamen Mißachtung geltender Gesetze zum Märtyrer der überall angefeindeten und ausgestoßenen Raucher macht, wie z.B. bei unserem Thüringer Bloggerkollegen hier.

Wie die Zukunft der Raucher angesichts dieses Schicksals aussieht, kann man sich hier anschauen:

Schlimm!

Für und Wider mit offenen Karten: EU-Beitritt der Türkei

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Neues Glück mit totem Model?

neuesglueck.gifIn ganz Jena hängen derzeit wieder an jedem freien Platz Plakate mit den üblichen geistlosen Photoshopbasteleien und einem skurrilem Titel des Theaterstücks einer Nachwuchsautorin: “Neues Glück mit totem Model“. Ganz im Sinne des aktuellen Spielplanmottos des Jenaer Theaterhauses soll es sich dabei um eine Dystopie im Stile Huxleys oder Orwells handeln. Eine gleichgeschaltete Gesellschaft lebt gleichgeschaltete Leben mit gleichgeschalteten Zielen, die alle im Grunde nur eins zum Gegenstand haben: In der staatlichen Lotterie die garantierte absolute Handlungsfreiheit zu gewinnen, die es erlaubt, im Staat “Bestland” – völlig straffrei – alles tun und lassen zu dürfen, was man will. Ganz sicher eine verlockende Vorstellung, die in diesem Stück einmal durchbuchstabiert werden soll.

Ein Mitabeiter des Deutschlandfunk hat sich die Aufführung im Jenaer Theaterhaus angesehen. Anzuhören ist das Fazit hier: 1.3 MB mp3-Datei

Ein Fazit der TBZ könnte folgen, wenn sich TBZ-Leser für einen gemeinsamen Besuch des Stückes opfern würden. Letzte Chance dazu am kommenden Freitag, 20 Uhr.

Eine Leberwurst ist keine Eigentumswohnung

oeko.gifThüringen ist natürlich auch auf der Grünen Woche, einer Ausstellung für Ernährungswirtschaft, Landwirtschaft und Gartenbau vertreten [Freies Wort -Artikel zum Thema]. Selbstverständlich vor allem mit – na, womit wohl – Wurstwaren. Dass die auch in Thüringen nicht immer frei von Nahrungsergänzungsmitteln, Konservierungs- und Farbstoffen oder gar Rückständen von Pflanzenschutzmitteln sind, ist hinreichend bekannt. Und mit der Kennzeichnung von gentechnisch veränderten Lebensmitteln hapert es natürlich auch in Thüringen. Selbst das demnächst anzubringende Genfrei-Siegel garantiert keine vollständige Gentechnikfreiheit [taz-Artikel zum Thema]. Aber immerhin ist in Lebensmitteln, die mit dem Bio-Siegel gekennzeichnet sind, mehr Bio drin, als in allen anderen. Der Kunde, der an einer gesunden Ernährung interessiert ist, will sich natürlich trotzdem nicht stundenlang mit der Verlässlichkeit einer bestimmten Kennzeichnung auseinandersetzen müssen [Audio-Beitrag des Deutschlandfunk zum Thema]. Der Ex-Greenpeace-Chef Thilo Bode, der heute bei Foodwatch für mehr Transparenz in der Kennzeichnung im Lebensmittelmarkt kämpft, meint dazu:

    “Eine Leberwurst ist keine Eigentumswohnung – als Käufer will ich mich relativ schnell entscheiden können. Aber wie kann ich das, wenn ich mir mühsam die Informationen zusammensuchen muss – vorausgesetzt, ich erhalte sie überhaupt?”

Schaut man sich die Hochglanzseiten der Grünen Woche an, sollte man eigentlich wissen, wo man nicht einkaufen sollte. Der Bioladen um die Ecke ist meist eine sehr verlässliche Alternative, auch wenn die Äpfel dort mal ein paar Druckstellen haben und die Wurst nicht nach Wurst aussieht. Dafür schmeckt sie tausendmal mehr danach.

Eine Liste aller Naturkostläden, Direktvermarkter, Reformhäuser, Bio-Bäcker, Weltläden Abo- und Lieferservice, Cateringmärkte und Bio-Großhandel in Thüringen gibt es hier.

Dotcomtod und Web 2.0 – Startups in Jena

Während sich derzeit ein paar wenig erfolgversprechende Web 2.0-Projekte aus der Saalestadt in einem Jenaer PR-Portal selbst feiern und dafür bei der Communityseite Yigg mit entsprechend ironischen Kommentaren bedacht werden, hat sich die Max-Planck-Gesellschaft der Entwicklung der Arbeitsplatzsituation der E-Commerce-Branche in Jena im Verlauf letzten 10 Jahre angenommen. Und ein Ergebnis sticht deutlich hervor: Dort, wo einst der Branchenprimus und spätere “Größte Kapitalvernichter” Intershop die Szene beherrschte, sind kleine aber feine Unternehmen aus dem Boden geschossen, die die ehemaligen Intershopmitarbeiter auf- oder angefangen haben:

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Jenaer Startups halten sich stabil. “Aus der 2003 gegründeten Transfergesellschaft, die von Arbeitslosigkeit bedrohte Intershop-Mitarbeiter auffangen sollte, ist inzwischen die im Intershop-Tower ansässige Genossenschaft TowerByte geworden, der rund 200 IT-Fachkräfte und 16 Firmen angehören. 12 davon sind Intershop-Spin-offs, aber die Genossenschaft hat auch Start-ups angelockt, deren Gründer keinen Bezug zu Intershop haben. Denn TowerByte bietet seinen Mitgliedern Dienstleistungen und technologische Infrastruktur an, neue Firmen können deshalb klein und schnell starten. Obwohl also die Zahl der Mitarbeiter bei Intershop seit 2001 kontinuierlich gesunken ist, ist die Gesamtzahl der IT-Beschäftigten in Jena nahezu unverändert geblieben.” schreibt man in der Beilage “Geo-Max”, der Zeitschrift der Max-Planck-Gesellschaft in der Ausgabe 13 vom Herbst 2007.

Eine PDF-Version ist hier abzurufen.

Hackordnung: Hierarchie der Blogosphäre

hierarchie.gifDas Verhältnis Blogger vs. Journalisten ist hinlänglich bekannt und wird trotzdem kontinuierlich auf allen verfügbaren Podien und Foren in nicht enden wollender Vehemenz diskutiert, als seien die immer gleichen Argumente nicht schon längst in Marmor geätzt. Das Verhältnis der Blogger zueinander ist weniger klar, auch wenn sich offenbar Kommerz vs. Hobby oder Tekki vs. Privat – Fraktionen herausgebildet haben. Christian Hayungs hat nun zusammen mit Peter Kröner ein auf neuesten blogsoziologischen Erkenntnissen beruhendes Blogogramm erstellt.

Zeitbombe (Redaktions)Rentner

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Thüringen hat ein neues Crew-Blog. Das Feigenblatt. Bestückt von so illustren wie altgedienten Redaktionsmitgliedern des größten und bedeutensten Studierendenmagazins Jenas wie Kardinal Richelieu, Immanuel Kant, Klingsor, Jojo Beetlebum, Urbandesire und dem unvergleichlichen Theodor Thornthrop. Lesenswerte Zeitbombe!

Nachtrag:

Regeln oder Anarchie: High Noon in Berlin?

Der Deutsche Journalisten-Verband lädt heute um 19.00 Uhr zur Diskussion: „Regeln oder Anarchie? – Journalismus im www“. Folgende Fragen stehen zur Diskussion: Brauchen Online-Medien klar umrissene journalistische Grundregeln, vergleichbar dem Pressekodex für Zeitungen und Zeitschriften? Welche Rolle spielt Qualitätsjournalismus im Internet? Welche Bedeutung kommt im journalistischen Alltag den Blogs zu? Es diskutieren: der DJV-Bundesvorsitzende Michael Konken, Hans-Ulrich Jörges vom Stern, Prof. Dr. Wolfgang Donsbach von der Universität Dresden, Thomas Knüwer vom Handelsblatt-Blog und Blogger Don Alphonso.

Der Livestream startet um 18.50 Uhr.