Stadt der Wissenschaft: Jena verbrennt Millionen für fragwürdige Imagekampagne

Von Norbert Krause

Jena ist „Stadt der Wissenschaft 2008“. Alle sind zufrieden und glücklich mit der Auszeichung, die man im letzten Jahr knapp – als einer von zwei Bewerbern – gewonnen hat. Es ist jedoch unklar, welchen tatsächlichen Effekt dieser Preis für das Image und die Bürger der Stadt hat. Dient der Titel zu mehr als nur zu einer regionalen Wohlfühlveranstaltung? Sind die enormen Werbeausgaben aus dem Haushalt der Stadt gerechtfertigt?

sciencecityjena.gifAm 02. Februar wurde mit einer großen Eröffnungs- veranstaltung das Wissenschaftsjahr begonnen. Geschätzte 25.000 Menschen waren in der Stadt unterwegs, um sich die Illuminationen unter dem Motto „Jena leuchtet“ anzusehen.

Dieser groß angelegte und 170.000 Euro teure Event wird jedoch unter den Veranstaltungen der „Stadt der Wissenschaft“ die deutliche Ausnahme bleiben. Er wurde originär für die Eröffnung konzipiert. Ansonsten laufen unter dem Motto hauptsächlich Veranstaltungen, die auch ohne diesen Wettbewerb stattgefunden hätten: Das Universitätsjubiläum, die lange Nacht der Wissenschaft, der Zug der Geister, die Veranstaltungen der Kulturarena, die Eröffnung des Stadtspeichers – nur, dass sie nun zusätzlich mit 550.000 Euro beworben werden. Die Umwidmung dieser Veranstaltungen, also allein der Name, kostet die Stadt 510.000 Euro aus ihrem Haushalt. (siehe Hauhaltsplan, 28 kb PDF-Dokument, Achtung: Das Management der Veranstaltung hat uns telefonisch explizit darum gebeten, die Namen der Einzelsponsoren nicht aufzulisten)

In dieser Größenordnung bewegten sich auch die Kalkulationen der bisherigen Titelträger: Insgesamt wurden etwa 500.000 Euro aus dem Stadthaushalt und 500.000 Euro von der regionalen Wirtschaft verwendet. Der Stifterverband gab 125.000 Euro als Preissumme und jeweils 25 Cent für jeden weiteren Euro hinzu, der von der Stadt eingeworben wird – maximal jedoch 125.000 Euro. Das ist bisher allen Städten gelungen: Jeder Preisträger hat also mehr als eine Millionen Euro für den Preis ausgegeben. Für einen Wettbewerb dessen Nutzen nicht erwiesen und der auch nur schwerlich nachzuweisen ist. Die schwer zu beantwortende Frage lautet: Wer soll eigentlich damit angesprochen werden? Für wen ist dieser Titel relevant? Die Bürger vor Ort, die Investoren, die Touristen, die überregionale Öffentlichkeit? Am besten wohl alle.

„Es bleibt den Städten selbst überlassen, wen sie damit erreichen wollen“, sagt der Sprecher des Stifterverbandes, Michael Sonnabend, dazu. Der Erfolg für eine Stadt hänge immer davon ab, wie diese es verstehe, den Titel für sich zu nutzen. Es ist also ein deutungsoffener – um nicht zu sagen schwammiger – Titel, der dort verliehen wird. Die Devise lautet scheinbar: Wir vergeben den Titel nur, aber was er bedeutet, wollen wir niemandem vorschreiben.

In der Tat wurde der Titel bisher auch recht unterschiedlich genutzt: Die großen Städte Bremen (2005) und Dresden (2006) wollten ihren Bürgern die städtische Wissenschaft und die Forschung nahebringen. An überregionalem Marketing hatten sie kein Interesse – jeder kennt diese Städte. Braunschweig (2007) und Jena (2008) wollen sich nun zusätzlich zu dieser begrenzten regionalen Wissenschaftswerbung auch noch als Standort profilieren und bundesweit bekannt machen, dass man auch Wissenschaft betreibe und eine Universität besitze.
Die Jenaer Zielgruppen lassen sich sehr gut anhand der Figurenkonstellation bei der Auftaktveranstaltung aufschlüsseln. Den Startknopf für das Wissenschaftsjahr drückten Dr. Ulrich Simon, Prof. Klaus Dicke und Dr. Albrecht Schröter.granden.gif

Dr. Ulrich Simon ist Geschäftsführer der Carl Zeiss Microimaging GmbH. Er will vor allem hochqualifizierte Fachkräfte nach Jena ziehen, um einem möglichen Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Seine Firma hat in den letzten Monaten händeringend nach solchen Fachkräften gesucht – und niemanden gefunden, der „in den Osten“ will. Nun soll der Standort in München weiter ausgebaut werden. Für sein Unternehmen kommen die Werbeaktionen für die „Stadt der Wissenschaft“ offenbar zu spät. Er sagte der OTZ am 09. Februar folgendes: Wir haben viel versucht, jedoch können wir nicht länger warten, sonst gefährden wir das gesamte Unternehmen, begründete Simon die Entscheidung von Zeiss, in München eine Mannschaft mit bis zu 200 Softwerkern aufzubauen.

Das Motiv des Rektors der Universität Klaus Dicke ist ebenfalls klar: Die Universität braucht dringend Studierende aus den alten Bundesländern, um den demographischen Knick abzufedern. Bisher kommen mehr als 80 Prozent der Studenten aus den neuen Bundesländern. Die Universität hofft mit ihren Werbeaktionen (450-Jahr-Feier, Stadt der Wissenschaft, Studentenparadies Jena) Abiturienten aus den alten Bundesländern anzusprechen.

Der Jenaer Oberbürgermeister Albrecht Schröter vereint als Politiker beide Standpunkte. Es geht ihm hauptsächlich um die überregionale Imagewerbung. Den Imagegewinn Jenas spüre er schon jetzt. [Pressemitteilung Carl-Zeiss Microimaging vom 08. Februar] Es war auch sein erklärtes erstes Ziel nach der Amtseinführung, eine Imagekampagne für die Stadt durchzuführen.
Eine Zielgruppe, die bisher noch keine Erwähnung fand, die wohl aber im Fokus der meisten Veranstaltungen stehen wird, sind die ortsansässigen Jenaer Bürger. Ihnen sollen im Laufe des Jahres die Leistungen der Wissenschaften näher gebracht werden.
Doch gerade der überregionale Effekt, auf den in Jena alle Beteiligten hoffen, ist mehr als fraglich. Die bisherigen Evaluationen haben sich hauptsächlich mit den regionalen Effekten der Wissenschaftsvermittlung beschäftigt (Bremen und Dresden). Die Grundfrage lautete dabei: Wieviele Bürger wissen, dass unsere Stadt „Stadt der Wissenschaft“ ist? Regelmäßig ist dabei erstaunlicherweise im Laufe des Jahres ein Anstieg zu verzeichnen. Die bisherigen Preisträger verbrachten somit das gesamte Jahr damit, die eigene Bevölkerung darüber zu informieren, dass man diesen Titel gewonnen hat und ihn auch verdient. Die grundlegenden Einstellungen zur Wissenschaft, die ebenfalls erhoben wurden, änderten sich in dem Jahr verständlicherweise nur wenig.

jenaleuchtet.gifEin überregionaler Imageeffekt des Titels „Stadt der Wissenschaft“ ist dagegen nirgendwo belegt. Wer hätte beispielsweise gewusst, welche Stadt diesen Titel im letzten Jahr trug? Wieso sollte es im nächsten Jahr anders sein? Dass die überregionalen Effekte sehr begrenzt sind, sieht man bereits an der Resonanz auf die Großveranstaltung „Jena leuchtet“. Die Auftaktveranstaltung war bestens geeignet überregionales Interesse zu wecken: Geschätzte 25.000 Besucher, ein spektakuläres Eröffnungsschauspiel und wunderschöne Lichtinstallationen. Eine Analyse der im Anschluss an diese regionale Großveranstaltung erschienenen Artikel zeigt folgende überregionale Berichterstattung (Spiegel, Welt, Zeit, Frankfurter Rundschau, Handelsblatt, netzeitung und taz): Null. Die Medien, die hauptsächlich über die Veranstaltung berichteten, sind regional eindeutig auf Südostdeutschland beschränkt: OTZ, TLZ, TA, Mitteldeutsche Zeitung, Leipziger Volkszeitung.

Dass Städte sich ein Image geben wollen, um überregional attraktiver und sichtbarer zu sein, ist ein Trend der Ende der 80er Jahre einsetzte. Eine erste große Welle des Stadtmarketings gab es in der Mitte der Neunziger Jahre: Eine Studie von 1998 fand bei mehr als 80 Prozent von 250 Städten Bemühungen eines Stadtmarketings. Mit der schlechten finanziellen Situation ab 2000 ebbte diese Welle ab, scheint nun aber wieder zuzunehmen.

Trotz der oft wiederholten Notwendigkeitsbekundungen aus Wirtschafts- und PR-Kreisen ist die Wirksamkeit von Stadtmarketing nicht eindeutig belegt. Dazu einige einfache methodische Probleme: Es ist unklar wie regionale Stereotype überhaupt entstehen, häufig überdauern sie selbst die realen strukturellen Veränderungen (siehe Ruhrpott). Ob solche lang gewachsenen Stereotype durch kurzfristiges Marketing verändert werden können, ist fraglich. Die Zielgruppen des Stadtmarketings werden meist diffus gehalten, es wendet sich an alle: Wichtig ist lediglich, dass die Stadt wahrgenommen wird. Jedoch sind beispielsweise die Vorstellungen, die die Bürger einer Stadt von IHRER Stadt haben, andere als die, die Außenstehende (Wirtschaft, Touristen, Neubürger) davon haben. Die einen haben ihre Vorstellungen aus ihrer Lebenswelt gewonnen, die anderen ihre aus irgendwelchen kaum nachvollziehbaren regionalen Vorurteilen. Beide können wohl kaum mit derselben diffusen Kampagne von einem neuen Image der Stadt überzeugt werden. Oft kollidieren auch die Wünsche der Zielgruppen: So kann es sein, dass das Moderne und Zeitgemäße einer Stadt gerade für junge Leute und Wirtschaftsunternehmen von großer Bedeutung ist, für die Anziehung von Touristen aber das Kulturelle, Altmodische und Traditionelle betont werden müsste (siehe Fußnote).

Jena will sich auch über das Jahr 2008 hinaus als „Stadt der Wissenschaft“ vermarkten. Das ist natürlich wenig originell. Die Stadt Ulm entwickelte bereits 1986 unter Mitwirkung von Lothar Späth eine Kampagne, in der man sich zur „Wissenschaftsstadt“ erklärte. Darmstadt bekam diesen Titel vom hessischen Ministerium verliehen und vermarktet sich damit seit 1997 recht erfolgreich. Das bayrische Ministerium wollte da nicht nachstehen und ernannte Fürth und Straubing im Jahr 2007 zu „Wissenschaftsstädten“. In einer gemeinsamen Erklärung nach einem Kongress der europäischen „Science Citys“ erklärten sich 49 europäische Städte zu Wissenschaftsstädten.

Unklar bleibt bei dem Wettbewerb auch, ob der zweite Aspekt – neben der Imagewerbung – erfolgreich sein kann: Die Wissenschaftsvermittlung. Wie Wissenschaft erfolgreich vermittelt werden kann, hat Prof. Weingart vom Institut für Wissenschafts- und Technikforschung Bielefeld erforscht. Er kommt zu dem Schluss, dass Wissenschaft oft als Spektakel inszeniert werde, für das viel Geld ausgegeben werde, das aber danach sofort verpufft. In einem Interview mit dem DLF verdeutlicht er dies an den von der Bundesregierung ausgerufenen Wissenschaftsjahren:

    „Also es geht im Grunde genommen um ein breites Spektakel, was dazu dienen soll, das Interesse der Öffentlichkeit zu wecken. Das tut es aber nicht, wenigstens zeigen das die Evaluationen, die wir bisher kennen. […] Diese PR-Kampagnen haben ja leider die Eigenschaft, da sie – weil sie in erster Linie an eine diffuse Öffentlichkeit gerichtet sind – nachdem sie dann einmal dieses Feuerwerk entfacht haben, wieder in sich zusammensacken und nachher kümmert sich niemand mehr darum.“

Ein anderer Effekt, der vermutlich den Stifterverband bewegt hat, diesen Preis zu stiften, ist ebenfalls fraglich: Dass man den Menschen die Wissenschaft nur verständlich machen muss, damit sie ihr offener und positiver gegenüber stehen. In einem Artikel in der Zeit schreibt Ulrich Schnabel dazu:

    „Dahinter verbirgt sich die Hoffnung, dass Bürger, die sich in der Physik auskennen, vor Kernkraftwerken weniger Angst haben. Oder dass sie der Stammzellforschung gegenüber aufgeschlossener seien, wenn sie die dazugehörigen biologischen Grundbegriffe verstünden. Dass dies ein Trugschluss ist, hat die einschlägige Forschung schon lange bewiesen. Studien zeigen immer wieder, dass ein größeres Maß an scientific literacy eher mit einer kritischeren Einstellung gegenüber umstrittenen Forschungszweigen einhergeht.“

bewerberstadtesdw.jpgDie beiden Effekte des Wettbewerbs sind somit nur schwer nachzuweisen. In Jena ist man dennoch sehr stolz auf den Titel und hofft auf den überregionalen Werbe- und Imageeffekt. Da stört es auch kaum, dass der Wettbewerb „Stadt der Wissenschaft“ selbst kaum noch Nachfrage findet und mittlerweile sogar neu konzipiert wird.
Als Jena den Wettbewerb „Stadt der Wissenschaft 2008“ gewann, stand das Konzept des Wettbewerbs kurz vor dem Aus. Lediglich zwei Bewerber hatten sich um den Titel für 2008 beworben: Potsdam und Jena.

Zum Start des Wettbewerbs im Jahr 2005 hatten noch 37 Städte Bewerbungen eingereicht, im zweiten Jahr waren es nur noch sechs, im dritten immerhin noch zehn (siehe nebenstehende Karte).

Für den Titel „Stadt der Wissenschaft 2009“ haben sich sechs Bewerber gefunden, von denen es drei in die Endrunde geschafft haben: Konstanz, Lübeck und Oldenburg.

Nach dem Jahr 2009 soll der Wettbewerb ein Jahr ausgesetzt und in seiner Konzeption überarbeitet werden. „Die Kosten der Bewerbung sind für die Städte zu hoch und die Wahrscheinlichkeit, den Preis zu gewinnen, zu gering“, erklärt Michael Sonnabend, der Sprecher des Stifterverbandes. Das kleine Oldenburg gab beispielsweise für die Bewerbung 20.000 Euro aus, Jena investierte 50.000 Euro für seine Bewerbung. Zukünftig solle eine Ideenskizze genügen, um sich zu bewerben. Eine Jury wähle dann drei Finalisten aus, die ihr Konzept umfassender ausarbeiten und vorstellen.

Das wird jedoch wenig an der grundlegenden Problematik des Wettbewerbs ändern: Der Titel „Stadt der Wissenschaft“ wird von den Städten teuer erkauft als Werbeetikett für Veranstaltungen, die sowieso stattfinden, deren überregionaler Effekt sehr begrenzt ist und die eher als Einzelevents denn als Kampagne zur Imageverbesserung oder zur Wissenschaftsvermittlung wahrgenommen werden.

Wer von den Bemühungen der Städte um Stadtmarketing wirklich profitiert, wird in einem bald erscheinenden Artikel beleuchtet.

———————
Fußnote: Lüdtke, Hartmut; Bernhard Stratmann (1996): Nullsummenspiele auf Quasimärkten. Stadtmarketing als theoretische und methodologische Herausforderung für die Sozialforschung. In: Soziale Welt, Jg. 47, H. 3, S. 297-314

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9 Responses to “Stadt der Wissenschaft: Jena verbrennt Millionen für fragwürdige Imagekampagne”

  1. Marcus Says:

    Um so eine Veranstaltung zum Erfolg zu führen, braucht es Köpfe. Prominenz. Wer ist Albrecht Schröter? Ein Kleinstadtpolitiker. Wer ist Klaus Dicke? Ein Rektor einer Kleinstadtuni. Wer ist Ulrich Simon? Der Geschäftsführer einer GmbH. Die im Namen den Begriff “Zeiss” trägt. Wo war eigentlich Dieter Althaus, der einzige Thüringer Name, der neben Goethe und Schiller auch in Hessen bekannt sein könnte. Der war nicht da. Der kam ja sogar zum Symposium zu spät. Dafür war aber Peer Steinbrück Symposiumsteilnehmer. Und irgendwann besuchte auch Frank-Walter Steinmeier Jena. Sind wir jetzt eine Auswärtige Angelegenheit?
    Und da sind wir schon beim anderen Teil des Problems. Es herrscht Konkurrenz in Form des Unijubiläums. Wer soll da als Außenstehender wirklich druchblicken?

    Lichtgedanken vs. Jena die Lichtstadt, die Stadt der Wissenschaften

    Schon da begann für mich die Sinnlosigkeit. Imho hat meine keine richtige Trennschärfe erstellt, es gibt zwei Veranstaltungskalender und irgendwie kommt nur an beim Volk – Jena feiert. Die Uni und die Wissenschaft, was ja dann seltsamerweise fast das Gleiche ist.

    Aber zu meinem Kernpunkt. Es fehlen Seilschaften nach ganz oben. Die Stiftung scheint ein Pack von Marketingfuzzis zu sein. Niemand der wirklich Ahnung hat wie das Spiel mit den Medien funktioniert. Es besteht bei solch einer Zielsetzung immer die Aufgabe überregionale Partner zu finden. Und das funktioniert meist nur über Seilschaften Jemand, der jemanden kennt, der jemanden kennt, der jemanden kennt. Ich will jetzt gar nicht behaupten, dass in Jena oder der Stiftung niemand diese Kontakte besitzt, ich kritisiere aber das Nichteinsetzen etwaiger Möglichkeiten und somit die Fehleinschätzung der Situation. Und hier liegt der schwarze Peter wieder beim Stifter. Der sollte sich schon darum kümmern, dass ein entsprechendes bundesweites Medienfeedback generiert wird. Nur so kann er die Exklusivität des Titels steigern. Auch wenn, Wissenschaftsstädte scheinbar wie Pilze aus dem Boden sprießen.

    Es fehlte aber auch Prominenz, es gibt niemanden der Jena vertritt, so dass überregionale Medien anspringen. Niemand, der jemanden was sagt, der jemanden was sagt, der jemanden was sagt. Und warum? Ganz einfach. Die Antwort gab ja schon Rainald Grebe im Thüringenlied.

    bytheway: Wo war eigentlich Heike Drechsler?

  2. sapere aude Says:

    wenn ich mich recht entsinne, war der althaus da. guckst du hier

    aber bei den ganzen titeln blickt man wirklich nicht mehr durch. lichtstadt, lichtgedanken, 450jahreuni, science-city blablabla …

    wen interessierts? wie norbert schon schrieb: niemanden
    wahrscheinlich nur die leute, die damit ihre halbe stelle für ein jahr gesichert haben – und den OB, der ein bild mehr in der TLZ/OTZ hat.

    aber es bringt effektiv nichts. man könnte jetzt argumentieren, dass das weiche faktoren sind, die da wirken. also dass die jenaer den stolz über ihre tolle stadt in die weite welt tragen. und das ist natürlich nicht meßbar inwieweit das trägt.

    aber 1,3 MILLIONEN euro für eine IMAGEKAMPAGNE zu verpulvern???
    was man alles mit 1,3 Millionen anstellen könnte … die wichtigste aufgabe wäre imho die wohnungsmarktsituation zu entschärfen und die attraktivität der stadt durch alleinstellungsmerkmale kultureller und familienbetreuungstechnischer art zu erhöhen … und wenn junge fachkräfte, die eine familie gründen wollen, die stadt für ihre kiddis gut finden, kriegt zeiss auch seine arbeitskräfte …

    und – stimmt – du hast recht, marcus. es fehlt an prominenz. prominenz und nochmals prominenz.

    man müßte harald schmidt ans theaterhaus kriegen, sting müßte bei der kulturarena spielen, joschka fischer müßte als OB kandidieren, prinz william ein volontariat bei der TLZ machen und wir bräuchten mindestens einen knut oder eine flocke …

  3. Norbert Says:

    Ich glaube ja nicht, dass es niemanden interessiert: Die Bürger interessiert’s. Die freuen sich, dass mal was los ist. Ich wollte mehr auf das unreflektierte Jubeln über diesen Titel aufmerksam machen. Darauf, dass wir einem natürlichen Fehlschluss erliegen: Das was wir erfahren und erleben, sei auch das, was Menschen in Buxtehude, in Schweinfurt, in Trier, etc. erfahren. Nur dass dort niemand irgendetwas von der “Stadt der Wissenschaft” weiß, nur weil bei uns regionales Bohai gemacht und eine mediale Wohlfühlmesse veranstaltet wird. Das einzige, was überregionale Aufmerksamkeit erzeugt, ist die Verleihung des Titels – da hat der Stifterverband schon ein paar gute Medienkontakte.
    Aber, was ich wirklich vergaß, ist das, was Marcus anspricht: Der Mischmasch aus unendlich vielen Veranstaltungen. Es war ja nicht einmal wirklich klar, was am 02.Februar eröffnet wurde: Das Jubiläum der Uni oder “Stadt der Wissenschaft”. Es bleibt beim Bürger nur hängen: Wir feiern.
    (Man erkennt meines Erachtens sehr gut, dass der Wettbewerb und der Titel “Stadt der Wissenschaft” unklar sind, allein daran, dass man es nicht semantisch bezeichnen kann, was dort eröffnet wurde: Ist es ein Jahr? Kann man einen Titel eröffnen? Kann man Veranstaltungen im Rahmen des Titels eröffnen oder beginnen?)

  4. sapere aude Says:

    übrigens hat das Projekt auch einen eigenen youtube-kanal:

    http://de.youtube.com/user/StadtderWissenschaft

  5. gunnar Says:

    neben dem youtube-kanal soll auch auch eine eigene internetseite geben unter http://www.sdw2008.de

  6. sapere aude Says:

    hammer doch schon verlinkt, gunnar. :o)

    aber was mich wirklich mal interessieren würde: wieso wollt ihr eigentlich partout die sponsorenliste geheimhalten?

  7. gunnar Says:

    Der Umgang mit Sponsoren ist prinzipiell vertraulich.

  8. sapere aude Says:

    ich weiß nicht, wo festgelegt ist, dass bei sponsoren von veranstaltungen der stadt jena eine vertraulichkeitspflicht besteht.

    ich sehe eher, dass ein begründetes öffentliches interesse an der tatsache vorliegt, dass städtische ünternehmen, wie die technischen werke jena und die jenaer nahverkehrsbetriebe den löwentanteil an sponsorengeldern – mit insgesamt 206.000 euro – stellen – womit im übrigen die geschäftsbedinungen des stifterverbandes “stadt der wissenschaft”, dass gelder von privatunternehmen eingeworben werden sollten, um ein preisgeld von 120.000 euro zu rechtfertigen, clever umgangen wurden.

  9. Jena war „Stadt der Wissenschaft 2008“ : Happy Arts Blog Says:

    [...] Klappe zu, Licht aus. Jena war ein Jahr lang „Stadt der Wissenschaft 2008“ das Jahr hat uns hunderte Veranstaltungen geschenkt und niemand geringeres als Prometheus musste herhalten, die Sause zu beenden. Er und die Schauband Pyramide, brachten Kultur in die Veranstaltung. Den restliche Teil der Stunde durften sich Schröter, Althaus, Dicke und Simon gegenseitig auf die Schulter klopfen und danach den Staffelstab an Oldenburg weiterreichen. Die hervorragende Schauspielerin Saskia Taeger moderierte den Abend und brachte mit ihren gewohnt unbeholfenen Kommentaren zwischen den schauspielenden Politikern etwas menschliches in die Veranstaltung. Die folgende Feuershow hüllte den Theatervorplatz samt Theaterhaus in buntes Licht. Nur Prometheus selbst blieb rotglühend im benachbarten Baum stecken. Pressemitteilung auf Jenanews und weitere Fotos in der Happy Arts Galerie .gallery { margin: auto; } .gallery-item { float: left; margin-top: 10px; text-align: center; width: 33%; } .gallery img { border: 2px solid #cfcfcf; } .gallery-caption { margin-left: 0; } [...]

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