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Jenaer Johannsmeier-Denkmal: Eine gnadenlose Schmierenkomödie

Von Norbert Krause

[Nachtrag vom 17.4.2008: Jenaer Stadtrat hat über den Denkmalsbau entschieden weiterlesen … ]

johannsmeier.gifManchmal wiederholt sich Geschichte einfach. Das passiert genau dann, wenn man eine Diskussion nicht zu einem Ende oder zumindest zu einem Kompromiss bringt. Es ist gespenstisch, die Debatte um das Denkmal für die „Opfer der kommunistischen Diktatur 1945-1989“ zu verfolgen. Es sind genau die gleichen Fronten, genau dieselben Argumente, genau dieselben Verdächtigen. Scheinbar hat niemand etwas aus dem damaligen Scheitern des Projekts dazu gelernt.

Vor fünf Jahren trat Karl-Heinz Johannsmeier an die Stadt heran und bot ihr an, ein Denkmal für „die Opfer der kommunistischen Diktatur 1945 bis 1989“ zu stiften. Johannsmeier hatte, wegen angeblicher Wirtschaftsspionage, in der DDR drei Jahre im Zuchthaus gesessen, bevor er in die USA emigrierte und zu wirtschaftlichem Erfolg kam. Da er sich selbst auch als Künstler sieht, hatte er auch schon direkt einen Entwurf für dieses Denkmal in der Tasche. Die Jenaer Historiker hielten die “ästhetische Realisierung für banal“ und Teile des Denkmals für „gnadenlosen Unsinn” – aber das interessierte den Stadtrat nicht. In Jena sollte das erste Denkmal in Deutschland für diese Opfergruppe entstehen. Letzten Endes scheiterte das Projekt daran, dass der Druck des Stifters immer größer wurde und der Stadtrat in einer „historischen“ Entscheidung mit 18 zu 18 Stimmen nicht dafür stimmte. Der Stifter sprang daraufhin ab, weil er mit „unserer Demokratie“ nicht klar kam. Der Talkessel von Jena sei zu klein für ein Denkmal von solcher Bedeutung. Nun ist Johannsmeier jedoch wieder da – und macht den Politikern des zu kleinen Talkessels just dasselbe unmoralische Angebot noch einmal.

grundstein.gifDas ganze Schauspiel wird daher in Jena wieder neu aufgelegt. Alle Beteiligten sind wieder dabei, so frisch, als ob es nicht vor vier Jahren schon einmal in aller Ausgiebigkeit diskutiert worden wäre. Vermutlich hoffen die Befürworter auf einen Ermüdungseffekt der Gegner. Doch diesmal wurde die Bevölkerung stärker in den Entscheidungsprozess einbezogen, da der Entwurf im Rathaus ausgestellt und ein Gästebuch ausgelegt wurde. Dort fanden sich letzten Endes insgesamt 123 negative Äußerungen von Jenaer Bürgern zum Denkmal, wie die OTZ gezählt hat. Die Regionalzeitung fasst die Meinung der meisten Eintragenden sehr treffend zusammen:

    „Eine Mehrzahl der Jenaer Bürger hat nichts gegen eine Würdigung für die Verfolgten der kommunistischen Diktatur 1945 bis 1989 einzuwenden, lehnt aber den Standort am Rathaus und die Art und Weise des Entwurfs von Stifter Johannsmeier strikt ab.“

Die konservativen Verteidiger des Denkmals beschimpfen solche ablehnenden Äußerungen als Verteidigung der DDR-Diktatur und bezichtigen die Sprecher indirekt als Mittäter. Man redet also weiterhin konsequent aneinander vorbei. Die einen wollen unbedingt ein Denkmal und wollen die Chance nutzen, die ihnen Johannsmeier bietet. Die anderen wollen zwar auch ein Denkmal, aber nicht in der Form, die Johannsmeier ihnen bietet.

Damals wurde der Kompromiss gefunden, dass Johannsmeier als Stifter auftreten könne, aber die Form in einem künstlerischen Wettbewerb ausgeschrieben wird. Diesen Wettbewerb gewann die Weimarer Künstlerin Sybille Mania. Johannsmeier lehnte es jedoch vehement ab, mit der Künstlerin zusammenzuarbeiten – nachdem der Stadtrat dies von ihm verlangt hatte. Über den Entwurf der Künstlerin sollte in diesem Jahr im Stadtrat ebenfalls abgestimmt werden. Allerdings zog sie diesen zurück, nachdem er im Rathaus in unangemessener Weise (auf zwei kleinen Fotos am Rande) neben das Denkmalsmodell von Johannsmeier gestellt worden war.

denkmal.gifIm Stadtrat herrscht wiederum ein Patt zwischen dem linken Block (SPD, Grüne, Linke) und dem konservativen Block (Bürger für Jena, CDU FDP), das lediglich der Oberbürgermeister Schröter mit seiner einen Stimme auflösen könnte. Allerdings will er die Entscheidung für das Denkmal nicht so knapp gefällt wissen. Damals stand er eher auf der Seite der Gegner des Denkmals, heute will er sich nicht mehr entscheiden. Ein Kompromiss deutet sich immerhin in der Frage des Ortes an. Wenn das Denkmal nicht auf dem Platz hinter dem Rathaus (vor H&M und C&A), sondern am ehemaligen Sitz der Staatssicherheit in der Gerbergasse 18 errichtet wird, fänden sich im Stadtrat möglicherweise mehr Befürworter. Als Fertigstellungstermin wird nun der Herbst 2009 angestrebt, es soll zum 20. Jahrestag der Wende eingeweiht werden. Vor vier Jahren sollte der 50. Jahrestag des 17. Juni der Anlass zur Einweihung sein. Damals konnte für 50.000 Euro nur ein Grundstein hinter dem Rathaus gesetzt werden. Diesmal soll es mehr sein – die Ehre das erste „Investorendenkmal mit Widmung“ im öffentlichen Raum zu besitzen, scheint unvermeidbar auf Jena zuzukommen.

Die Neuauflage des Jenaer Schauspiels wird es am kommenden Mittwoch in der Stadtratssitzung gegeben. Es wird voraussichtlich wieder eine Schmierenkömodie werden. Alle Jenaer Bürger sind dennoch – oder gerade deshalb – herzlich eingeladen.

Hintergründe:
(more…)

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