Archive for March, 2008

Fesselnd: Die Olympischen Spiele in Peking

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Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin!

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Das DFB-Pokal-Halbfinal-Spiel, FC Carl Zeiss Jena gegen Borussia Dortmund, wird heute live, im Hörsaal 2 des Jenaer Uni-Campus (Ernst-Abbe-Platz), auf Großbildleinwand übertragen.

Beginn um 20 Uhr*. Eintritt frei. Getränke gibt es zu einem günstigen Preis.

Nachtrag: Übrigens, auch im F-Haus kann man sich das Spiel ansehen. Falls der Hörsaal 2 übervoll ist, womit zu rechnen sein dürfte.

Nachtrag: Jena verlor 0:3 gegen Dortmund

Partner-Tracker, Mobile-Spy, Handy-Radar und Co.

Von sapere aude

    „Wolltest du nicht immer schon wissen, was dein Schatz macht, während du nicht in der Nähe bist? Noch besser: Zeige deinen Freunden, wo ihre Partner sind und was sie im Moment wirklich tun! Einfach die Nummer eingeben, und schon zeigt es dir dein Handy.“

Klingelton- und Handyprogrammanbieter haben ein neues Grundmotiv für den Verkauf ihrer undurchsichtigen Spar-Abos ausgemacht: Eifersucht.

Gepaart mit intellektueller Schlichtheit ist dieses einmalig-aufregende Gefühl häufig genug Ursache für so manch schreckliche Familientragödie. Aber auch für Kleinstkriminalität reicht dieser scheinbar so irrationale Drang, seinen Partner nicht mit anderen teilen zu wollen. Zur Ortung des Handys des Lebensabschnittsgefährten genügt ein recht preiswertes Programm für den heimischen PC und eine kurze Bestätigungs-SMS vom Handy des Liebsten und schon weiß man, was man vielleicht nie wirklich wissen wollte.

Datenschutzrechtlich gibt es gegen eine solch einfache permanente Überwachungsmöglichkeit natürlich erhebliche Bedenken, doch die Anbieter entsprechender Software wiegeln ab. Man sei für den Schutz seiner Privatsphäre selbst verantwortlich. Wer seinem Partner das eigene Handy aushändige sei selber schuld.

Der Klingeltonanbieter Jamba macht es den Hobby-Detektiven auf Nebenbuhler-Jagd nun scheinbar noch einfacher. Keine teuren Programme am PC, sondern Ortung des Partners direkt vom Handy aus, und – am allerbesten – es ist keine Bestätigungs-SMS ist nötig.

Dieses verlockende Angebot bringt nicht nur so manchen Nutzer von Internet-Foren in moralische Zweifel, sondern führt auch bei Autoren der rennomierten Frankfurter Allgemeinen Zeitung zu leicht mißverständlichen Überlegungen. Kann man den Partner mit Handyprogrammen, wie einem „Mobile Spy“, dem „Handy Radar“ oder dem “Partner-Tracker” von Jamba wirklich aufspüren? Die Fernsehwerbespots verraten jedenfalls nicht, was auf der Webseite von Jamba zum Partner-Tracker zu lesen ist:

    Diese Software dient lediglich zu Unterhaltungszwecken. Es findet keine echte Aufenthaltsortsbestimmung statt.

Wer sich das Sparabo für 3.99 bzw. 4.99 EUR im Wortsinne sparen will und trotzdem wissen möchte, wie die obengenannten Programme funktionieren, der sollte sein Handy neben den Rechner legen und dann hier klicken:
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Jenaer Johannsmeier-Denkmal: Eine gnadenlose Schmierenkomödie

Von Norbert Krause

[Nachtrag vom 17.4.2008: Jenaer Stadtrat hat über den Denkmalsbau entschieden weiterlesen ... ]

johannsmeier.gifManchmal wiederholt sich Geschichte einfach. Das passiert genau dann, wenn man eine Diskussion nicht zu einem Ende oder zumindest zu einem Kompromiss bringt. Es ist gespenstisch, die Debatte um das Denkmal für die „Opfer der kommunistischen Diktatur 1945-1989“ zu verfolgen. Es sind genau die gleichen Fronten, genau dieselben Argumente, genau dieselben Verdächtigen. Scheinbar hat niemand etwas aus dem damaligen Scheitern des Projekts dazu gelernt.

Vor fünf Jahren trat Karl-Heinz Johannsmeier an die Stadt heran und bot ihr an, ein Denkmal für „die Opfer der kommunistischen Diktatur 1945 bis 1989“ zu stiften. Johannsmeier hatte, wegen angeblicher Wirtschaftsspionage, in der DDR drei Jahre im Zuchthaus gesessen, bevor er in die USA emigrierte und zu wirtschaftlichem Erfolg kam. Da er sich selbst auch als Künstler sieht, hatte er auch schon direkt einen Entwurf für dieses Denkmal in der Tasche. Die Jenaer Historiker hielten die “ästhetische Realisierung für banal“ und Teile des Denkmals für „gnadenlosen Unsinn” – aber das interessierte den Stadtrat nicht. In Jena sollte das erste Denkmal in Deutschland für diese Opfergruppe entstehen. Letzten Endes scheiterte das Projekt daran, dass der Druck des Stifters immer größer wurde und der Stadtrat in einer „historischen“ Entscheidung mit 18 zu 18 Stimmen nicht dafür stimmte. Der Stifter sprang daraufhin ab, weil er mit „unserer Demokratie“ nicht klar kam. Der Talkessel von Jena sei zu klein für ein Denkmal von solcher Bedeutung. Nun ist Johannsmeier jedoch wieder da – und macht den Politikern des zu kleinen Talkessels just dasselbe unmoralische Angebot noch einmal.

grundstein.gifDas ganze Schauspiel wird daher in Jena wieder neu aufgelegt. Alle Beteiligten sind wieder dabei, so frisch, als ob es nicht vor vier Jahren schon einmal in aller Ausgiebigkeit diskutiert worden wäre. Vermutlich hoffen die Befürworter auf einen Ermüdungseffekt der Gegner. Doch diesmal wurde die Bevölkerung stärker in den Entscheidungsprozess einbezogen, da der Entwurf im Rathaus ausgestellt und ein Gästebuch ausgelegt wurde. Dort fanden sich letzten Endes insgesamt 123 negative Äußerungen von Jenaer Bürgern zum Denkmal, wie die OTZ gezählt hat. Die Regionalzeitung fasst die Meinung der meisten Eintragenden sehr treffend zusammen:

    „Eine Mehrzahl der Jenaer Bürger hat nichts gegen eine Würdigung für die Verfolgten der kommunistischen Diktatur 1945 bis 1989 einzuwenden, lehnt aber den Standort am Rathaus und die Art und Weise des Entwurfs von Stifter Johannsmeier strikt ab.“

Die konservativen Verteidiger des Denkmals beschimpfen solche ablehnenden Äußerungen als Verteidigung der DDR-Diktatur und bezichtigen die Sprecher indirekt als Mittäter. Man redet also weiterhin konsequent aneinander vorbei. Die einen wollen unbedingt ein Denkmal und wollen die Chance nutzen, die ihnen Johannsmeier bietet. Die anderen wollen zwar auch ein Denkmal, aber nicht in der Form, die Johannsmeier ihnen bietet.

Damals wurde der Kompromiss gefunden, dass Johannsmeier als Stifter auftreten könne, aber die Form in einem künstlerischen Wettbewerb ausgeschrieben wird. Diesen Wettbewerb gewann die Weimarer Künstlerin Sybille Mania. Johannsmeier lehnte es jedoch vehement ab, mit der Künstlerin zusammenzuarbeiten – nachdem der Stadtrat dies von ihm verlangt hatte. Über den Entwurf der Künstlerin sollte in diesem Jahr im Stadtrat ebenfalls abgestimmt werden. Allerdings zog sie diesen zurück, nachdem er im Rathaus in unangemessener Weise (auf zwei kleinen Fotos am Rande) neben das Denkmalsmodell von Johannsmeier gestellt worden war.

denkmal.gifIm Stadtrat herrscht wiederum ein Patt zwischen dem linken Block (SPD, Grüne, Linke) und dem konservativen Block (Bürger für Jena, CDU FDP), das lediglich der Oberbürgermeister Schröter mit seiner einen Stimme auflösen könnte. Allerdings will er die Entscheidung für das Denkmal nicht so knapp gefällt wissen. Damals stand er eher auf der Seite der Gegner des Denkmals, heute will er sich nicht mehr entscheiden. Ein Kompromiss deutet sich immerhin in der Frage des Ortes an. Wenn das Denkmal nicht auf dem Platz hinter dem Rathaus (vor H&M und C&A), sondern am ehemaligen Sitz der Staatssicherheit in der Gerbergasse 18 errichtet wird, fänden sich im Stadtrat möglicherweise mehr Befürworter. Als Fertigstellungstermin wird nun der Herbst 2009 angestrebt, es soll zum 20. Jahrestag der Wende eingeweiht werden. Vor vier Jahren sollte der 50. Jahrestag des 17. Juni der Anlass zur Einweihung sein. Damals konnte für 50.000 Euro nur ein Grundstein hinter dem Rathaus gesetzt werden. Diesmal soll es mehr sein – die Ehre das erste „Investorendenkmal mit Widmung“ im öffentlichen Raum zu besitzen, scheint unvermeidbar auf Jena zuzukommen.

Die Neuauflage des Jenaer Schauspiels wird es am kommenden Mittwoch in der Stadtratssitzung gegeben. Es wird voraussichtlich wieder eine Schmierenkömodie werden. Alle Jenaer Bürger sind dennoch – oder gerade deshalb – herzlich eingeladen.

Hintergründe:
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Liebe Leser,

interview.gifwenn Ihr selbst regelmäßig Weblogs, wie die Thüringer Blogzentrale lest, egal mit welcher Häufigkeit, oder selbst ein Weblog führt und in Jena lebt oder per Skype bzw. Telefon erreichbar seid, seid Ihr ab 10.3. herzlich zu einer persönlichen Befragung eingeladen, bei der man 3×2 Kinogutscheine gewinnen kann.

Diese Befragung ist Teil einer Magisterarbeit an der FSU Jena (Lehrstuhl für Kommunikationswissenschaft) und es geht dabei um das Nutzungsverhalten von Webloglesern. Keine Sorge, dazu ist kein spezielles Fachwissen nötig, es geht lediglich um Eure Motive, Interessen und Nutzungsweisen. Das offene Interview (also keine Fragebögen) wird je nach Antwortverhalten max. eine Stunde in Anspruch nehmen. Termin ist frei wählbar! Start ist am 10.03.2008.

Rückmeldungen bitte an folgende E-mail-Adresse: anikoenderlein[at]web[dot]de – oder in die Kommentare.

Und wie gesagt: 3×2 Kinogutscheine werden verlost!

Pro und Contra Filmkritik: “Once”

once.jpgSeit einigen Wochen raunt man sich in Büros, Bars, Wohnzimmern oder auf Spaziergängen einen Geheimtip zu: Der irische Low-Budget-Film “Once” soll ein ganz besonders schöner, anrührender, authentischer und hoffnungstiftender Film sein. Zu sehen ist er nur in Programmkinos, wie zur Zeit in Weimar. Zwei Thüringer Blogger (unterschiedlichen Geschlechts) haben sich den Film angeschaut und kamen zu einem ganz eigenen Urteil:

Klingsor ist wenig beeindruckt:

    Dies ist ein Minderheitenvotum. Der Film „Once“ ist belanglos, banal und kalt. Es ist mir ein Rätsel, was die Jubelkritiker darin sehen. Dazu fünf Anmerkungen:

    1. Das Ruckeln der Kamera verkündet mit großer Penetranz: Das alles ist authentisch! Es suggeriert, wir befinden uns direkt auf der Straße, im Nahkontakt mit den Menschen. Wahnsinn! Aber das Wackeln der Kamera ist kein natürliches Ruckeln einer Handkamera, es wirkt in seinem Rhythmus wie computerprogrammiert. Wenn man ein solches Wackeln als Mittel hätte einsetzen wollen, dann hätte man es in einigen Szenen einfach weglassen sollen. Wir befinden uns schließlich in der Nachdogma-Zeit! So ist das automatisierte Kameraschwanken einfach nur anstrengend und überflüssig.

    2. Die weibliche Hauptperson ist die kälteste, verkrampfteste und anstrengendste Person, die ich seit langem im Kino gesehen habe. Sie läuft und spricht wie ein Stock zwischen den Beinen. Sie ist penetrant und aufdringlich. Sie kommuniziert mit Sätzen wie: „Erzähl mir etwas über deine Mutter.“

    3. Es ist ein Film über Menschen, die ihre Gefühle nur in ihrer Musik ausdrücken können. Denn ansonsten ist der Film so emotionslos wie seine Hauptdarstellerin. Vielleicht ist es daher gerade gut, dass so oft gesungen wird – sonst würde man möglicherweise im Kino erfrieren. Die Schauspieler (sind es welche?) spielen auch nicht, sie bleiben ohne Facetten, ohne Tiefe. – zumindest zeigen sie sich nie, außer in ihrer Musik. Die Musik des Films ist daher an vielen Stellen auch beeindruckend gut. Besonders er ist in diesen Momenten extrem ausdrucksstark. Selbst sie wirkt durch ihr Lied emotional, das sie auf ihrer einsamen Wanderung durch die nächtliche Stadt singt. Die Szene erinnert allerdings sehr stark an „Unfinished Sympathy“ von Massive Attack.

    4. Viele Szenen triefen so vor Banalität, dass man sie lange auswringen müsste, um zu ihrem poetischen Kern zu kommen. Dass der Film in nur 14 Tagen gedreht wurde, merkt man deutlich. Er hat auch nur die Tiefe eines 14-Tage-Films. Besonders am Ende des Films, bei den Szenen im Studio. Es ist als hätte man den Schauspielern zugerufen: Improvisiert doch mal „Spaß im Studio“: Was rauskommt ist genau das, was jeder durchschnittlich begabte Mensch sich unter Spaß im Studio vorstellt: Lachen, viele Menschen, großes Durcheinander. Improvisiert doch mal „emotionalen Abschied“: Was rauskommt, ist das, was sich jeder durchschnittlich begabte Mensch unter emotionalem Abschied vorgestellt hätte: traurige Autofahrt, dann das große romantische Urbild am Meer voller Freiheit und Weite. Ach! Der Film zeigt nichts, was man nicht irgendwo schon einmal gesehen hätte.

    5. Die Grundidee des Films mag sehr schön sein: Eine Liebesgeschichte zu zeigen, die sich nur zwischen den Zeilen abspielt, die nichts von all den gewohnten hollywoodesken Liebesversatzstücken auffährt, die dennoch die unmögliche Liebe zwischen zwei liebenswürdig normalen Menschen zeigt. Doch der herausgekomme Film ist belanglos. Er ruckelt so vorbei. Und am Ende kann man sich die Frage leicht beantworten, wie oft man diesen Film sich anschauen sollte: Once!

Lebenslinien schreibt:

    “Wie oft trifft man die Liebe seines Lebens?”, fragt der Flyer zum Film. ONCE ist die Antwort. Ein einziges Mal. So geht es auch dem namenlosen Paar (Glen Hansard und Markéta Irglová), das sich in den Straßen Dublins kennenlernt. Sie haben viel gemeinsam: Sie verdienen das meiste ihres Geldes auf der Straße, sie knabbern immer noch an ihren gescheiterten Beziehungen und sie sind hochmusikalisch.

    Sie singen einander Lieder vor, die sie für andere schrieben, die sie immer noch anderen widmen und verlieben sich doch ineinander. Ohne es eine Sekunde auszuleben oder es auch nur auszusprechen. Stattdessen erfüllen sie einander die größten Wünsche. Sie machen zusammen Musik, nehmen für ihn professionell ein Album auf, damit er den Durchbruch im benachbarten Großbritannien schaffen kann. Vom restlichen Geld kauft er der Tschechin, die mit Tochter und Mutter nach Dublin kam und finanziell gerade so über die Runden kommt, ein Klavier.

    Dann wenden sie sich den Partnern ihrer Vergangenheit zu. Ihr Mann kommt nach Dublin, er meldet sich wieder bei seiner großen Liebe in London. ONCE erzählt die Geschichte von der größten aller Lieben, der unerfüllten. Weil nur sie allen Träumen und Wünschen standhält, weil sie nie entzaubert wird, weil sie nicht scheitern kann.

    Regisseur John Carney, der mit Hansard in der Band THE FRAMES spielt, landete einen Überraschungserfolg. Nicht nur auf dem Sundance-Festival 2007, wo die Low-Budget-Produktion den Publikumspreis einsackte. In nur zwei Wochen drehte er einen Film, der neben der Liebesgeschichte auch etwas über das Dublin erzählt, in dem sie spielt. Wer das Happy-End im Film vermisst, dem sei gesagt, dass es dafür im echten Leben für ein gemeinsames Leben von Hansard und Irglová gereicht hat.

    Und das tragende Element des Films, die Musik – übrigens von den Darstellern selbst komponiert – zaubert auch aus der heimischen Stereoanlage eine romantische Atmosphäre. Eine Musik, die ohne viele Kinkerlitzchen auskommt, mit einfachen, aber eingängigen Melodien und die vielleicht gerade deshalb mit jedem Hören immer schöner wird. Mein Favorit:
    Noch eine Möglichkeit zum Happy-End: “Falling slowly“, der Titelsong des Films ist für den Filmmusik-Oscar nominiert. (Und hat ihn auch gewonnen, wie wir inzwischen wissen, d.Red.)

Emma fegt durch Thüringen

Und hinterläßt eine Spur der Verwüstung:

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In eigener Sache

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