Nur ein Bauernopfer: Althaus entlässt Kultusminister Göbel
Kommentar von Klingsor
Dieter Althaus hat sein Kabinett umgebaut, nachdem sein Innenminister Karl Heinz Gasser vor zwei Wochen überraschend zurückgetreten war. Fünf neue Minister sollen am 08. Mai vereidigt werden. Das wichtigste Opfer der Umgestaltung ist Prof. Jens Göbel, der bisherige Kultusminister. Göbel ist das Bauernopfer, um die kulturellen Erdbeben auszugleichen, die sein Ministerium in den Jahren 2006 und 2007 – nicht ohne Rückendeckung des Ministerpräsidenten – veranlasst hatte. Ministerpräsident Althaus hatte lediglich im Frühjahr 2007 eingegriffen und die beabsichtigen Etatkürzungen des Kulturhaushalts von 60 auf 50 Millionen Euro auf das Jahr 2007 verschoben. Die Berufung des Weimarer Stadtrats und CDU-Kreisvorsitzenden Dr. Peter Krause soll die CDU-Regierung vor der kommenden Landtagswahl 2009 wieder in ein positiveres Licht rücken.
Der neue Kultusminister bestätigt das allein durch sein kulturelles Engagement in der Stadt Weimar: Er sitzt im DNT-Aufsichtsrat und in der Stiftung Weimarer Klassik. Der promovierte Literaturwissenschaftler kann jedoch jenseits des kulturellen Bereiches nur wenig Erfahrung in den anderen Bereichen (Bildungspolitik) seines künftigen Amtes vorweisen – besonders auch im Vergleich zu dem aus der Hochschulpolitik kommenden Göbel (ehemaliger Rektor der FH Schmalkalden). Immerhin sitzt er in den beiden wesentlichen Ausschüssen des Thüringer Landtags, dem Bildungsausschuss und dem Ausschuss Wissenschaft, Kunst und Medien.
Die Nominierung Krauses zeigt, dass Ministerpräsident Althaus nun weiter zurück rudert und der Wahlkampf langsam beginnt. Die schmerzhaften Einschnitte und Umbauten scheinen Althaus nun nicht mehr zu behagen. Dr. Peter Krause soll wohl Althaus’ Pflaster für die aufgerissenen Wunden in der Thüringer Kulturlandschaft sein.
