Archive for January, 2011

Thüringen braucht einen Dieter Moor

Kommentar von Anne

Thüringen hat ein Imageproblem. Und das haben die sauteuren und superbekloppten Werbekampagnen der letzten Althaus-Jahre nicht in den Griff bekommen.

“Aus Thüringen kommt mehr als man denkt” … was für ein Schwachsinn! Wen wollte man damit beeindrucken?

Und deshalb werden wir inzwischen von mittelmäßigen Comedians – zu Recht – als “Arsch der Welt” verulkt oder einfach überhaupt gar nicht beachtet.

Das nicht weniger schwierige Bundesland Brandenburg hat es da einfacher. Klar. Berlin. Aber sonst … Hartzies, Nazis, SEDpolis.

Doch da kam in den letzten Monaten nochwas dazu: Ein prominenter Fürsprecher, der mit seiner Liebeserklärung an seine neue Heimat einen Bestseller in den Paperback-Charts gelandet hat. Der Fernsehmoderator Dieter Moor und seine Frau sind jetzt überall in Sachen Brandenburg unterwegs und erklären jedem, der es hören will, warum die Lebensqualität auf dem flachen Land mit Ökolandbau und den “echten Menschen” so unschlagbar ist. Moor macht kleine Reportagen für den RBB, in dem er mit der Hilfe prominenter Künstler die Reize der Landschaft und vor allem der lebendigen Alternativ-Kultur für die gestressten Städter herausstellt: (more…)

Social Media: Are You at Risk

Schleichwerbung? basicthinking? intergenia? onlinekosten? häh?

Spürt Ihr ihn schon? Sascha Pallenberg hat ihn nämlich vor einer halben Stunde von der Leine gelassen, den “ultimativen Tsunami” für die deutsche Blogsophäre. Er hat auf seinem superdupererfolgreichen Blog einen Eintrag veröffentlicht, in dem er endlich „Butter bei die Fische“ zu packen und Ross und Reiter von “Bloggergate” zu nennen verspricht. Nun denn.

Angeblich soll der Geschäftsführer der Firma onlinekosten.de Emails an Blogger rausgeschickt und ihnen die Vergütung von Linksetzungen angeboten haben.

Onlinekosten.de ist eine Tochterfirma der intergenia AG (bietet alle möglichen Serverdienstleistungen an) … und jetzt kommts … der intergenia gehört auch das noch recht bekannte Weblog Basicthinking. Und mit dem soll onlinekosten.de in der Kontaktmail – laut Pallenberg – auch geworben haben.

~irony~ Sascha Pallenberg hat da einen ganz ganz großen Coup gelandet.~/irony~

Er hat eine riesige Erwartung aufgebaut und diese mit okkulten Tweets und Interviews weiter angeheizt und aufgeblasen – um dann mit seinem “Enthüllungsposting” keine Bombe platzen, sondern aus einem Luftballon pupsend und quäkend die Luft entweichen und die ganze Story letzendlich kläglich in sich zusammenzufallen zu lassen.

Pallenberg beschreibt Praktiken, die in der deutschen Blogopshäre gang und gäbe sind. Ein Skandal wäre es gewesen, wenn er die Blogs, die die Links tatsächlich veröffentlicht haben, beim Namen genannt hätte. Stattdessen spielte er Bundesregierung und Julian Assange in einem und zwang die Schleichwerbeblogger mit seiner Hinhaltetaktik quasi zur Selbstanzeige … bei ihm.

Scheinbar wurde er angebettelt, die Informationen nicht öffentlich zu machen. Und er hat damit Abhängigkeiten generiert. Erpressbarkeit.

Mit der Firma “Barketing” hat die ganze Sache offenbar nichts zu tun. Die Mails von “Barketing” waren aber echt. Das Angebot auch. 50 Euro für einen Link. Das sind die Preise. Das ist nicht neu. Es ist legal. Und es ist scheinbar ganz normal.

Denkt mal drüber nach!

Neuigkeiten im Blogger-Schleichwerbeskandal?

1. MEEDIA hat die THÜRINGER BLOGZENTRALE interviewt. Das Ergebnis erscheint voraussichtlich heute Abend. Wichtige Info vorab:

Bei dem ominösen Linkvermarkter handelt es sich laut Meedia nicht um die Firma Barketing

2. Netzpolitik hat Sascha Pallenberg interviewt:

    netzpolitik.org: Du hast vergangene Woche einen “Tsunami” in der deutschen Blogosphäre wegen eines Schleichwerbeskandals angekündigt. Worum gehts?

    Sascha Pallenberg: Ich habe Dokumente, Verträge und Emails von einem Werbenetzwerk zugespielt bekommen, welches Links fuer bestimmte Keywords in deutschen Blogs platziert, die dann auf Seiten von u.a. Base, Conrad oder die Hannoversche Leben führen. Die Blogger erhalten zwischen 25 und 70 Euro pro Link und es wird in den Anwerbe-Emails von mehr als 100 deutschen Blogs gesprochen, die sich bereits in dem Netzwerk befinden.

3. Die taz schreibt über die Geschichte


    Auf die Frage, warum er schon jetzt mit der Geschichte an die Öffentlichkeit gehe und nicht warte, bis er die Informationen gesichert habe, antwortet Pallenberg: “Klar hat das was von einer Kampagne.”

Enttarnt? Schleichwerbung in Blogs mit “Barketing”?

Der Blogmonetarisierer Sascha Pallenberg weiß, wie man für Buzz sorgt. Einfach ein paar großspurige und okkulte Ankündigungen machen (Schleichwerbeskandal in Blogs). Bei “seriösen” Medien aufgegriffen werden und ansonsten warten, warten, warten.

Holli vom 5-Finger-Blog ist da offenbar weniger berechnend. Er hat – wie viele andere deutsche Blogger – auch so eine Mail bekommen: 50 Euro für einen Link. Und hat das Spiel scheinbar mitgespielt. Und er hat sogar den Link gesetzt – nur möglicherweise nicht im Sinne der Linkbuilding-Firma Barketing, die Holli die 50 Euro tatsächlich überwiesen haben soll. Denn Holli berichtet detailliert über seine Erlebnisse.

Sascha Pallenberg behauptet ja, er hätte Unterlagen, die zeigen sollen, dass hunderte von Blogs systematisch Schleichwerbung gemacht hätte. Als ob das außergewöhnlich sei.

Außergewöhnlich sind lediglich die Summen. 50 Euro für einen Link sind ziemlich üppig. Wenn die Firma sogar ein mehrfaches bekommen haben soll, dann muss Linkbuilding durch Google inzwischen entweder erheblich schwerer geworden sein … oder SEOs wie Sascha Pallenberg wollen die Preise treiben …

Betrieben wird Barketing von Thomas Gruhle. Der sieht nicht so aus, als würden ihm große Tourismusunternehmen Millionen in die Hand drücken. Bei Barketing ist jedenfalls zur Zeit telefonisch niemand erreichbar.

NACHTRAG (28.01.2011): Inzwischen hat Thomas Gruhle zurückgerufen. Er hat klar gemacht, dass er mit dem Pallenberg-“Tsunami” – oder auch “Bloggergate” genannt – nichts zu tun hat. Er kauft Links. Wie so viele seiner Kollegen. Ein Skandal ist das nicht. Eher ein penetranter Mißstand, der das dringende Eingreifen des Gesetzgebers fordert.

Sascha Pallenberg und der Schleichwerbeskandal in Blogs

Angeblich soll die THÜRINGER BLOGZENTRALE knapp einem millionenschweren Schleichwerbeskandal mit irren Knebelverträgen und tsunamiartigen Verwerfungen in der gesamten deutschen Blogosphäre entkommen sein … und das kam so:

Letzte Woche erhielten wir eine Email. Darin wurde uns die Bezahlung von 50 Euro angeboten, wenn wir einen Beitrag von rund 200 Wörtern schreiben und einen Link setzen würden.

Die THÜRINGER BLOGZENTRALE war nicht das einzige Blog mit einem solchen Angebot. Einige Blogger der 2. Garnitur, die zwar nur 500 bis 2000 Besucher täglich haben (was ja auch nicht schlecht ist), aber einen recht guten Google-Pagerank aufweisen, erhielten Post.

Beispielsweise der bekannte Thüringer Blogger Florian Freistetter von “Astrodicticum simplex” erhielt eine solche Mail. Und auch Reizzentrum, ntropie, hochniveau, offensichtlich, Fünf-Finger-Blog, Cain-Factory, seefahrer-Blog, netz-online und GuitarPimp erhielten die gleiche Mail und bloggten darüber:
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Bloggerkonvent

Am 6. Februar 1919 tagte im Weimarer Nationaltheater erstmals die Nationalversammlung der ersten parlamentarischen Demokratie auf deutschem Boden. Der Weimarer Republik war – das wissen wir heute – wenig Glück beschieden. Zu groß waren die Unterschiede in Interessen und Machtbestrebungen, zu wenig vertraut war man mit der neuen demokratischen Situation. Das plötzliche Macht- und Wertevakuum führte letztendlich in eine nie dagewesene Katastrophe.


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Kommunikationsmanagement an der Uni Leipzig

Die Universität Leipzig will die traditionsreiche Journalistenausbildung zurück zu ihren Wurzeln in der DDR führen und sich künftig stärker auf die Ausbildung von “Kommunikationsmanagern” vulgo “Volksaufklärern und Propagandistenkonzentrieren. Die klassische Journalismus- ausbildung wird durch Beseitigung einer Professur und von 5 wissenschaftlichen Mitarbeiterstellen ausgetrocknet.

Der Neologismus “Kommu- nikationsmanagement” ist eine Euphemisierung des inzwischen übel beleumdeten Begriffes “Public Relations“. Der Erfinder dieses Begriffes, Edward Bernays, suchte damals seinerseits einen anderen Begriff für das, was “Public Relations” oder “Kommunikationsmanagement” eigentlich sind: Propaganda.

Public Relations” = “Kommunikationsmanagement” = Propaganda hat die Aufgabe ausgewählte Informationen mit psychologischen Tricks an Konsumenten, Wähler oder Patienten zu bringen. Propaganda steht im Dienst des Auftraggebers und nicht des Konsumenten, Wählers oder Patienten. Deshalb wird hier nicht neutral, wertfrei und möglichst objektiv über Produkte, Parteien oder Medikamente “informiert“, sondern versucht, ausschließlich unternehmerfreundliche Informationen über alle verfügbaren Medien zu verbreiten.

Der Studiengang Kommunikationsmagement an der Uni Leipzig bietet unter anderem Wege zur Manipulation folgender Dinge an:

o Vertrauen & Reputation

o Interaktiver Kommunikation (Social Media)

o Politischer Kommunikation

Im Rahmen der Social-Media-Forschungen hat man laut Eigenauskunft:

“Im Rahmen einer Umfrage bei Trendsettern und Heavy-Usern des Internets Status quo und Entwicklungstendenzen der Nutzung von Weblogs erhoben sowie eine neue Typologie von Blognutzern erarbeitet.”

Was ausreichend finanzstarke Investoren mit diesem Wissen anstellen werden, mag man sich gar nicht vorstellen, sonst wird man paranoid.