Papst in Thüringen: Einfacher Seelsorger auf Staatsbesuch
Von Neidhart von Schwarzburg
Wie man der weltanschaulichen und der politischen Kritik am Besuch Joseph Ratzingers in Thüringen auf geniale Weise die Luft aus den Segeln nehmen kann, zeigt uns der Erfurter Bischof Joachim Wanke in der Samstagsausgabe der TLZ:
Um der Kritik an den Kosten des Besuches zu widersprechen, führt Wanke ins Feld, dass es sich schließlich um einen “Staatsbesuch” handle, der eben, wie jeder andere Staatsbesuch auch, Geld koste. Den weltanschaulichen Protesten gegen Ratzinger begegnet Bischof Wanke dann allerdings mit dem Argument, dass Ratzinger ja als “Seelsorger” und “nicht als Politiker” komme. Deshalb solle man “Toleranz und Nachdenklichkeit” walten lassen und “keinen falschen Parolen aufsitzen“.
Kosten von 11 Millionen Euro für den Besuch eines einfachen Seelsorgers und Toleranz und Nachdenklichkeit gegenüber dem Staatsbesuch eines Herrschers, der zwar kein Politiker sein soll aber trotzdem einem totalitären Gottesstaat vorsteht, in dem Frauen, Homosexuelle, Anders- und Nichtgläubige nicht oder nur in untergeordneter Position erwünscht sind. Eines Staates, der Empfängnisverhütung und Schutz vor AIDS bis vor kurzem kategorisch ablehnte und verbot. Eines Staates, der Kindesmißbrauch deckte und die Europäische Menschenrechtskonvention bis heute nicht anerkannt hat.
Joseph Ratzinger ist außerdem ein Lügner und Demagoge. So hat er bei seinem Besuch in Großbritannien im letzen Jahr vor “agressivem Atheismus” gewarnt und gesagt, “dass der Atheismus der Nazis zu deren extremistischen und hasserfüllten Ansichten geführt“ habe.
In Thüringen leben heute etwa 70% bis 80% Atheisten.
Adolf Hitler war dagegen Katholik und bemühte oft in seinen Reden den “Herrgott” der ihn und das “Deutsche Volk” zu großem bestimmt hätte.
Und in seiner ersten Rundfunkansprache am 1. Februar 1933 sagte Hitler:
Indem der ehrwürdige Herr Reichspräsident uns in diesem großherzigen Sinne die Hände zum gemeinsamen Bunde schloß, wollen wir als nationale Führer Gott, unserem Gewissen und unserem Volke geloben, die uns damit übertragene Mission als nationale Regierung entschlossen und beharrlich zu erfüllen. [...] So wird es die nationale Regierung als ihre oberste und erste Aufgabe ansehen, die geistige und willensmäßige Einheit unseres Volkes wieder herzustellen.
Audio clip: Adobe Flash Player (version 9 or above) is required to play this audio clip. Download the latest version here. You also need to have JavaScript enabled in your browser.
Sie wird die Fundamente wahren und verteidigen, auf denen die Kraft unserer Nation beruht. Sie wird das Christentum als Basis unserer gesamten Moral, die Familie als Keimzelle unseres Volks- und Staatskörpers in ihren festen Schutz nehmen. [...] Möge der allmächtige Gott unsere Arbeit in seine Gnade nehmen, unseren Willen recht gestalten, unsere Einsicht segnen und uns mit dem Vertrauen unseres Volkes beglücken. Denn wir wollen nicht kämpfen für uns, sondern für Deutschland!
Herzlich Willkommen, Joseph Ratzinger!








