Deutschland Today vs. Zeitungsgruppe Thüringen

Die Zeitungsgruppe Thüringen ist der Ansicht, dass das Werbeblättchen Deutschland Today mit zu hohen Nutzerzahlen prahlt. Deutschland Today hat deshalb von der Zeitungsgruppe Thüringen eine Abmahnung erhalten. Man schreibt (Deutschland Today hat den Brief der Anwälte der ZGT im Netz veröffentlicht):

“Schließlich ist die Werbung “2 Mio. Online -Klicks” in dieser Form wettbewerbswidrig, da sie zum einen nicht angibt, in welchem Zeitraum die behaupteten Klicks erfolgen. Der Zeitraum ist zur Bewertung der Werbeaussage durchaus erheblich. Zum anderen haben wir aufzufordern, entsprechende Mediadaten offen zu legen, die derartiges nachweisen. Auf den Plakaten ist selbiges nicht ersichtlich.

Ein solcher Vorgang ist besonders bemerkenswert, wenn man weiß, dass die ZGT in der Vergangenheit selbst bereits erhebliche Kreativität in der Darstellung ihrer Nutzer- und Leserzahlen bewiesen hat.

Werbekunden sind die relevante Währung im Zeitungsgeschäft. Mit Anzeigen von Autohäusern und Bordellen wird heute im Journalismus das Geld umgesetzt. Deshalb ist es wichtig, diese Kunden zu werben. Meist mit geschönten Leserzahlen.

Zwei Millionen “Klicks” sind jedenfalls nicht ganz ohne. Deutschland Today kann das mit seinem kläglichen Webauftritt wahrscheinlich höchstens im Jahr generieren. Das lockt aber sicher keinen Zuhälter hinterm Ofen hervor.

Eins findet die Zeitungsgruppe Thüringen übrigens auch noch wichtig: Deutschland Today dürfe sich nicht als “Zeitung” bezeichnen.

Ein Anzeigenblatt, dessen redaktioneller Teil vernachlässigbar erscheint im Vergleich zu der im Blatt bzw. beiliegenden Werbung kann unseres Erachtens nicht für sich in Anspruch nehmen, als “Zeitung” bezeichnet zu werden.

Lustig, oder?

So ein Quatsch!Klasse! (-1 von 1 Lesern finden diesen Beitrag klasse)
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9 Responses to “Deutschland Today vs. Zeitungsgruppe Thüringen”

  1. Blogzentrale Says:

    Deutschland Today behauptet, im Internet 2 Millionen Klicks zu erzeugen. Zeitungsgruppe Thüringen will das verbieten http://t.co/yZU3Ad9A

  2. Stephan Jauch Says:

    Deutschland Today behauptet, im Internet 2 Millionen Klicks zu erzeugen. Zeitungsgruppe Thüringen will das verbieten http://t.co/yZU3Ad9A

  3. Thüringer Blogs Says:

    Deutschland Today vs. Zeitungsgruppe Thüringen: Die Zeitungsgruppe Thüringen ist der Ansicht, dass das Werbeblät… http://t.co/RnFzCTzx

  4. Thomas Gottweiss Says:

    Deutschland Today behauptet, im Internet 2 Millionen Klicks zu erzeugen. Zeitungsgruppe Thüringen will das verbieten http://t.co/yZU3Ad9A

  5. Jochen Says:

    Neues von der #ZGT #Erfurt RT @Blogzentrale: Deutschland Today vs. Zeitungsgruppe Thüringen http://t.co/tcLsOz4w

  6. GottiSlow Says:

    Da muss man schon schmunzeln. Was die ZGT so alles über Anwälte regeln lässt – peinlich. Wegen einem derart schlichten Werbeslogan wie “Thüringen wirbt” die Anwälte loszuschicken zeugt nicht gerade von Selbstbewusstsein und Vertrauen in die eigenen Marken.

    Nett auch die Zielgruppenbeschreibung der Werbekunden hier im Blog: Autohäuser und Bordelle ^^

  7. Bernd Schlämmer Says:

    Naja. Wer jährlich über 10 Prozent Rückgang bei den Anzeigenbuchungen zu verkraften hat, der wird halt übellaunig.

  8. sven Says:

    Ähem, Bernd, hast Du für diese Tatsachenbehauptung verlässliche Quellen? Du weißt, die ZGT bemüht bei solch sensiblen Fragen gern juristischen Beistand, statt sich einer kritischen Öffentlichkeit zu stellen.

    … Ich müßte Deinen Beitrag dann nämlich redigieren …

  9. Bernd Schlämmer Says:

    @sven: Wenn es hilft, formuliere ich es gerne lieber im Konjunktiv. Ich stelle also die die These/Vermutung auf, dass es wegen eines mindestens 10prozentigen Aderlasses bei den Anzeigenbuchungen bei den Verantwortlichen eines regionalen Zeitungshauses schon mal zu Übellaunigkeit kommen kann. Diese These stützt sich auf folgende, allgemein bekannte öffentlich nachlesbare Tatsachen:
    2011 killt Aldi Nord seine Belegungen in den Tageszeitungen (http://meedia.de/werbung/aldi-nord-zieht-sich-aus-tageszeitungen-zurueck/2011/05/22.html)im Volumen von mehreren Mio Euro.
    2012 meldet ganz aktuell Nielsen bei den deutschen Tageszeitungen insgesamt (also auch bei den Titeln, wo es gut läuft) ein Minus zum Vorjahr von 4,9%. Dabei werden diese 4,9% nochmals dramatisch mehr, wenn man weiß, dass Nielsen Bruttozahlen – also reine Preislistenpreise – bei seiner Berechnung der Spendings zugrunde legt (http://meedia.de/werbung/1-halbjahr-endet-auf-dem-werbemarkt-blass/2012/07/12.html).
    Das Minus nach Rabatten, NTs und Kompensationen dürfte – bei einer für die Zeitungen im Mediageschäft bekannten Brutto/Netto-Differenz von 50% – also bei gut 9%(!) über alle Titel liegen. Dabei sieht es naturgemäß im Osten wesentlich schlechter aus als im Westen und bei den einigermaßen stabilen Titeln im Osten naturgemäß besser aus als bei denen, die signifikant und kontinuierlich Auflage verlieren.
    Womit wir bei Punkt drei der Argumentation wären: Wenn man auf die Auflagenentwicklung der Thüringer Titel bei den IVW-Zahlen schaut, wo die ZGT beim Minus im Osten seit drei Jahren Negativspitzenreiter ist mit einem Wert von jährlich um die 10.000 Exemplare Auflagenverlust(http://meedia.de/print/ivw-alle-grossen-regionalzeitungen-verlieren/2012/01/20.html), liegt man mit 10% sicher nicht daneben, sondern eher im Rahmen dessen, was allenthalben aus der Printwelt zu hören ist.
    Die These wird zudem durch den Werbezuwachs bei der nationalen und regionalen Radiowerbung gestützt, wo seit zwei Jahren gute Zuwächse sowohl bei Nielsen als auch durch den ZAW gemeldet werden.
    .
    Aber: Ich gebe Dir natürlich recht – jemanden der schnell klagt, weil die Nerven blank liegen, den soll man nicht unbedingt reizen; schon gar nicht mit Realismus. Also im Zweifel raus mit meinem Kommentar.