Thüringer Allgemeine macht Werbung für die AfD

Der Aufschrei blieb aus. Es gab keine Diskussion, keine Rechtfertigung, keine offizielle Stellungnahme. Die Thüringer Allgemeine konnte ohne jeden öffentlichen Widerspruch eine Anzeige der rechtsextremen AfD veröffentlichen, in der für eine “Großdemonstration” in Erfurt geworben wurde:

csx1_7oweaagzok

Diesen Eindruck muss man bekommen, da es im Grunde nur eine Zeitung in Thüringen gibt und die kritisiert sich natürlich nicht selbst.

Wie es auch anders geht, zeigt “Der Tagesspiegel”. Die haben Werbung für die AfD abgelehnt. Von einer solchen Haltung mit Rückgrat ist die Zeitungsgruppe Thüringen – als einzige relevante regionale Zeitung – aber weit entfernt.

Und auch wenn man die Reaktionen auf diese Anzeige nicht sieht, weil sie unterm Radar des Monopolisten verschwinden, tatsächlich gab es aber Widerspruch. Erschrockenen Widerspruch. Bei Twitter. Wir dokumentieren die Reaktionen:

Ich finde, @TAOnline & @TLZnews könnten das Geld an Flüchtlingsrat oder an Opfer rechter Gewalt (am Rande von #AfD-Demos) geben @klaus_kurt

— Paul Wellsow(@wellsow) 20. September 2016

@Hoeckewatch @TAOnline Auch irgendwie inkonsequent von den AfD-Knetbirnen, bei der #Lügenpresse zu werben, oder?!

— Jörg Halitschke(@fettekette) 20. September 2016

@Hoeckewatch liebe @TAOnline wer für die AFD wirbt, verdient es nicht gelesen zu werden…

— Lila (@Lilablau23) 20. September 2016

@Nein_zur_AFD @TAOnline da könnte man sich auskotzen. Wie nötig habt ihr das? Wurdet ihr gekauft?

— Seb80 (@Sebban80) 21. September 2016

@Matthias_Quent heißt, @TAOnline hat eine Werbeanzeige für rechtsextremistische #AfD-Demo geschaltet?? Unfassbar… @tagesspiegel

— (((Beate Schicker))) (@Saltytrees) 21. September 2016

Wie abartig ist das bitte, @TAOnline? #NoAfD pic.twitter.com/18vJfFmxTl

— NEIN zur AFD! (@Nein_zur_AFD) 21. September 2016

Bei #AfD Demonstrationen in #Erfurt gab es immer Gewalt, @TAOnline wirbt heute für Demo. Besser so: @tagesspiegel https://t.co/EDMqoZb9Dr

— Matthias Quent (@Matthias_Quent) 21. September 2016

________________________ UPDATE: Inzwischen hat sich die @TAonline gemeldet:

So ein Quatsch!Klasse! (+4 von 6 Lesern finden diesen Beitrag klasse)
Loading...

8 Responses to “Thüringer Allgemeine macht Werbung für die AfD”

  1. Kollege Schnürschuh Says:

    Ich finde, die Zeitungsgruppe Thüringen sollte zerschlagen werden. Das ist doch ein Kartell. Wie soll man sich da seine Meinung bilden, wenn es gar keine Diskussionen und unterschiedliche Positionen gibt? Und wenn die jetzt auch noch Werbung für die AfD machen ist es nicht mehr weit bis zum nächsten Reichsparteitag. Zum Kotzen!!!

  2. Mechthild Says:

    Die Zeitungsgruppe Thüringen letztes Jahr noch eine Werbung für die AfD abgelehnt. Ich frag mich, was dieses Jahr plötzlich anders ist.

    Ist der Höcke plötzlich weniger Rassist oder laufen da weniger Nazis mit? Ich denke, es geht nur ums Geld. Das stinkt ja bekanntlich nicht. Und da die AfD viel Geld hat und die Zeitungsgruppe Thüringen viel Geld braucht, kommt man eben ins Geschäft.

  3. Herbert Gerlach Says:

    ICh finde es richtig, dass die AfD in der Zeitung werben darf. Wo kommen wir denn da hin, wenn man als demokratische PArtei nocht mal in den MEdien seine Meinung sagen darf. Und die AfD verboten wird. Ich finde das nicht richtig. Was Sie hier schreiben. Herr “Kollege Schnürschuh” und “Mechthidl”

    Die AfD ist eine demokratische und verfassungskonforme PArtei. Ich verbitte mir also jede üble NAchrede wie “Reichsaprteitag”. Mein Vater hat den Krieg und das dritte Reich mitgemacht und wir wollen das alles nicht wieder haben. Aber wenn das mit der Poltik so weiter geht, dann haben wir bald wieder Bürgerkrieg in Deutschland und dagegen muss man was machen. Nämlich vernünftige Politik UND KEINE SPRECHVERBOTE!!!!

  4. Johann Says:

    Herbert Gerlach, der AfD muss man nichts übel nachreden. Ein Herr Höcke verbreitet Rassentheorien, sein Busenfreund Poggenburg redet von der “Volksgemeinschaft”, beide sind eng vernetzt mit dem neofachistischen “Intellektuellen” Götz Kubitschek, der von der Verteidigung der “germanischen Rasse” schwadroniert und dessen “Institut” einen autritären-antidemokratischen Ständestaat anstrebt, in dem eine angebliche “Elite” (damit meinen sich die Rechtsextremen selber) ganz ohne freie und demokratische Wahlen den angeblichen “Volkswillen” erahnt die totale Macht ausübt. Da muss man nicht rästeln, das ist die Definition einer faschistischen Bewegung.

  5. Herbert Gerlach Says:

    Lieber Johann,

    ich denke auch nicht dass man über die AfD “rätseln” muss, aber die “Zusammenhänge”, die Sie hier frei herbeiphantasieren entspringen doch eher Ihren Ängsten. Ich habe doch geschrieben, dass ich gegen das Dritte Reoich bin. Aber man muss doch auch klar machen dürfen, dass die Asylpolitik so nicht weiter gehen kann.

    Was Sie tun, Johann, ist Kritik an der aktuellen Politik schlecht zu machen indem Sie einfach mal mit der Nazikeule schwingen. Keiner will Nazis und Herr Höcke will auch kein Nazi sein.

    Es muss Alternativen geben. Und die AfD ist eine Alternative. Wenn sich herausstellt, dass sie Konzentrationlager bauen wollten oder die Demokratie abschaffen, dann würde ich sie nicht mehr wählen. Das ist doch ganz einfach.

    Und wenn ich Herrn Höcke richtig verstanden habe, geht es ihm nicht um die Verteidigung der “germanischen RAsse” sondern um die Verteidigung der deutschen” KULTUR!!!

    Und ich finde es schäbig, dass Sie die Kritik am ISalm, der eine IDEOKLOGIEist immer mit Rassismus gleichsetzen.

    Damit zerstören Sie und Ihre linken Freunde jede vernünftige Diskussion im Keim. Was soll man da auch noch antworten? Wenn Sie einem das Wort im Mund rumdrehen?

    Wir wollen den Islam nicht!!! Gegen die Menschen haben wir nichts. Wenn sie sich hier anpassen und eingliedern können sie gern bleiben.

  6. Höckefreund Says:

    Ich finde, Johann hat vollkommen recht. Es geht nicht um Rasse, es geht um Kultur und Ideologie. Ich persönlich habe nichts gegen irgendeine Rasse auf der Welt. Ich finde alle “Rassen” prima. Aber ich habe etwas gegen den Islam und seine Anhänger.

    Und dass das von den Linken immer verwechselt wird, ist Absicht. Die wollen uns in die Naziecke stellen und lassen sich von den bezahlten Mächtigen instrumentalisieren.

    Der Islam soll auch in Deutschland hoffähig werden. Und dafür fließen Milliarden aus den Emiraten und Saudi Arabien. Und dann werden alle Nichtislamisten Schritt für Schritt weggekindert.

    Lesen Sie mal den Religionswissenschaftler Michael Blume. Je religiöser die Menschen sind, desto mehr Kinder haben sie:

    http://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/files/ReligionDemografieHomoreligiosus.jpg

    Und da geht es nicht um die Rasse. Es ist die Ideologie, die sich durch die Kinder vermehrt.

  7. Sampere Aude Says:

    Herr Gerlach, vergessen sie es. Zeitgenossen wie “Johann” kommen über das repetieren ihnen vorgekauten Unsinns nicht hinaus. Er wird für keine seiner substanziellen Vorwürfe Belege liefern (können).

    Verwunderlich ist für mich übrigens immer wieder, mit welcher geradezu fahrlässigen _Einfalt_ heutzutage Rechtextremismus und Nationalsozialismus verharmlost werden.

    Es ist schon eigenartig, sich zu empören, wenn eine Zeitung bezahlte Werbung für eine demokratische Partei schaltet. Ein selbstauferlegtes “Werbeverbot” würde auch viel über die Objektivität der nichtbezahlten Berichterstattung aussagen.

    Viel Interessanter finde ich übrigens, dass die TAZ entgegen ihrer ursprünglichen selbstgewählten ideologischen Agenda mittlerweile Werbung für unser Militär schaltet.

  8. Zampano Says:

    Hey “Sampere Aude” (wahrscheinlich meinst Du Sapere Aude),

    apropos vorgekauter Unsinn. vielleicht schaust du dir mal das hier an:

    https://www.youtube.com/watch?v=NvhYDgFSzME

    Darüber, dass die AfD faschistisch, revisionistisch, völkisch und monarchistisch ist, gibt es gar keinen Zweifel.

    “Demokratische Partei”. Das ich nicht lache. Die NSDAP war zunächst auch eine “demokratische” Partei. Was sie aus diesem passiven Wahlrecht gemacht haben, ist Geschichte.

    Würde die Zeitungsgruppe Thüringen aka Funke Mediengruppe eine andere Anzeigenpolitik fahren, könnte das vielleicht inzwischen schon gefährlich für sie sein.

    Diese Werbung ist ein Symptom für die schleichende Entwicklung an deren Ende die Angst vor Widerstand gegen die AfD und letztlich der politische Terror steht …

Schreibe einen Kommentar: