Archive for the 'Blogosphäre' Category

Wir nehmen ab sofort Geld

Thüringer Unternehmer, die ein Blog betreiben, sollen in Zukunft die Möglichkeit bekommen, gegen ein Entgelt auf der THÜRINGER BLOGZENTRALE für ihr Blog zu werben. (Die Details zu dieser Werbemöglichkeit sind hier zu finden.)

Diese Option wird vor allem deshalb hier angeboten, da sich in letzter Zeit einschlägige Anfragen von Kleinstunternehmern häuften und da allein in der letzten Woche zwei Unternehmensblogger um Aufnahme in die THÜRINGER BLOGZENTRALE baten. Da die Absagerei nervt, wurden jetzt willkürlich komplett absurde Mondpreise zur Abschreckung festgelegt.

Private Thüringer Blogs, die deutlich sichtbar aus Thüringen kommen und ganz eindeutig keinen wirtschaftlichen Hintergrund haben und ausschließlich der privaten Unterhaltung, der Bildung und/oder der kulturell-intellektuellen Bereicherung dienen, werden selbstverständlich weiterhin vollkommen kostenfrei in der Blogroll der THÜRINGER BLOGZENTRALE verzeichnet.

Werbung: Darf eine Bloggerin Kinderbücher rezensieren?

Von Sven

Eigentlich scheint die bisweilen hitzige Debatte um Schleichwerbung in Thüringer Blogs für die Beteiligten inzwischen abgeschlossen. Das Interesse und die Gemüter sind etwas abgekühlt. Gut so. Das schafft den Raum für eine gründliche und differenzierte Auseinandersetzung mit Lesern, die wirklich an der Sache interessiert sind.

Den meisten war am Ende der Diskussion klar: Wer die “Zusammenarbeit” von Bloggern und werbetreibenden Unternehmen kritisiert, ist weltfremd, ein verbohrter Ideologe und im Grunde selbst ein Schwein. So einer ist scheinbar auch mit den besten Argumenten nicht davon zu überzeugen, dass jede Art von PR, product placement und andere kreativ-subtile Formen der (Schleich)Werbung inzwischen unvermeidliche Selbstverständlichkeiten vor allem und gerade auch in Blogs sind. Selbstverständlichkeiten, die eben so hinzunehmen seien.

Kassandra meint dazu: (more…)

Gut, Freunde, es gibt Gesprächsbedarf

Von Sven

Mit der Thüringer Blogopshäre ist das so eine Sache. Wir haben eigentlich schon sehr viel Spaß miteinander gehabt. Die Blogwanderungen und -lesungen, der Bloggerkonvent, das Glühweinsocialising oder die Tweetups waren eigentlich immer recht lustig. Aber selbstverständlich gibt es, wenn unterschiedliche Menschen mit sehr unterschiedlichen Interessen aufeinandertreffen, auch Mißverständnisse, Ärger und Verletzungen. Bei ankelilli gibt es bereits eine sehr angeregte Diskussion zu aktuellen – auch von mir angestoßenen – Problemen.

Robat fragt:

Das wäre sicherlich schön. Eine hilfreiche Voraussetzung dafür sind immer klärende Gespräche. Dafür soll es nun auch hier in den Kommentaren Gelegenheit geben.

Aber Achtung! Auch wegen früher schmerzvoller Erfahrungen hier der explizite Hinweis: Hier in der THÜRINGER BLOGZENTRALE darf gern hart und polemisch zur Sache diskutiert werden. Persönliche Beleidigungen werden jedoch gelöscht und der Autor der Beleidigung (hier ein Beispiel) wird verwarnt und bei Wiederholung gesperrt. Wer sich dennoch zensiert fühlt – und dieser Vorwurf kommt mit absoluter Sicherheit – darf sich auf seinem privaten Blog oder in seiner eigenen Timeline selbstverständlich ungehemmt Luft machen. Das geschieht ja auch bereits.

Die notwendige Diskussion muss übrigens nicht nur hier oder in anderen Blogs oder bei Twitter stattfinden. Wir könnten uns gern auch mal wieder treffen. Zu einem “Cleanup” zum Beispiel. Ich jedenfalls hätte Lust darauf, endlich mal ein paar angestaute Probleme in der großen Runde anzugehen. Dazu gehören Schleichwerbung und Linkkauf in Thüringer Blogs, die vierte Bloglesung und die Situation der Thüringer Blogos- und Twittosphäre ganz allgemein.

Na dann los!

Lokaljournalismus 2.0: “Mein Anzeiger” und “Deutschland Today”

Von Sven

Lokaljournalismus im Netz sei “das nächste große Ding” … behaupten die Prenzlauer-Berg-Nachrichten. Sie können Ihre Eigenwerbung bei SPIEGEL ONLINE, der taz, dem Deutschlandfunk und dem Medienmagazin ZAPP unterbringen. Währenddessen startete die Zeitungsgruppe Thüringen vorgestern ein lokales Portal, für das schon mal über “Nutzertypologien” und “Meinungsführer” nachgedacht wurde.

Die THÜRINGER BLOGZENTRALE gibt es jetzt seit 5 Jahren. Wir haben Lokalpolitiker geärgert, Bundes- und Landespolitik zerissen, Kunst und Kultur kritisiert, die Thüringer Medienlandschaft beobachtet und die Entwicklung der deutschen Internetpolitik – mit Schleichwerbung, Netzsperren und Datenschutzkatastrophen – kritisch hinterfragt … wir haben hier deshalb diverse Shitstorms überstanden, sind knapp an einer Abmahnung (eines prominenten anderen Bloggers) vorbeigeschlittert, sind bedroht und beleidigt worden, wir haben Interviews gegeben und Vorträge gehalten. Wir waren im Fernsehen, in der Zeitung und im Radio, stehen in medienwissenschaftlichen Fachpublikationen und Dissertationen. Die THÜRINGER BLOGZENTRALE hat in Hochzeiten mehr als 10.000 Besucher am Tag und ihre Autoren arbeiten auch für die ZEIT, TELEPOLIS, Leipziger Volkszeitung oder die Thüringer Allgemeine. Die THÜRINGER BLOGZENTRALE steht auf Platz vier der hundert beliebtesten Regionalblogs in Deutschland.
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Das Symptom Richard Gutjahr

Von Neidhart von Schwarzburg

Richard Gutjahr ist ein erfahrener Journalist. Richard Gutjahr weiß, wie man eine Story verkauft. Und Richard Gutjahr weiß vor allem, wie man sich selbst verkauft. Und die halbe Blogsophäre geht dieser Story auf den Leim. Gutjahr behauptet in seinem Blog, sich “spontan” ins ägyptische Krisengebiet “durchgeschlagen” zu haben, um “selbst dort die Situation zu beobachten” und die Leser per Twitter und im Blog auf dem Laufenden zu halten.

Richard Gutjahr ist ein bloggender Journalist, der in letzter Zeit vor allem von sich reden machte, weil er sich aufdringlich bei Apple, Google oder Facebook anbiederte und dafür von hunderten Apple-, Google- und Facebook- und sonstigen Social-Media-Angestellten fleißig retweetet, verlinkt und geflattrt wurde und deshalb in der Blogosphäre tüchtigen Lärm verursachte. Dieser Richard Gutjahr hat mit seinem scheinheilig-märtyrerhaften Ägyptenbesuch jetzt noch tüchtig einen drauf gesetzt.
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Social Media: Are You at Risk

Schleichwerbung? basicthinking? intergenia? onlinekosten? häh?

Spürt Ihr ihn schon? Sascha Pallenberg hat ihn nämlich vor einer halben Stunde von der Leine gelassen, den “ultimativen Tsunami” für die deutsche Blogsophäre. Er hat auf seinem superdupererfolgreichen Blog einen Eintrag veröffentlicht, in dem er endlich „Butter bei die Fische“ zu packen und Ross und Reiter von “Bloggergate” zu nennen verspricht. Nun denn.

Angeblich soll der Geschäftsführer der Firma onlinekosten.de Emails an Blogger rausgeschickt und ihnen die Vergütung von Linksetzungen angeboten haben.

Onlinekosten.de ist eine Tochterfirma der intergenia AG (bietet alle möglichen Serverdienstleistungen an) … und jetzt kommts … der intergenia gehört auch das noch recht bekannte Weblog Basicthinking. Und mit dem soll onlinekosten.de in der Kontaktmail – laut Pallenberg – auch geworben haben.

~irony~ Sascha Pallenberg hat da einen ganz ganz großen Coup gelandet.~/irony~

Er hat eine riesige Erwartung aufgebaut und diese mit okkulten Tweets und Interviews weiter angeheizt und aufgeblasen – um dann mit seinem “Enthüllungsposting” keine Bombe platzen, sondern aus einem Luftballon pupsend und quäkend die Luft entweichen und die ganze Story letzendlich kläglich in sich zusammenzufallen zu lassen.

Pallenberg beschreibt Praktiken, die in der deutschen Blogopshäre gang und gäbe sind. Ein Skandal wäre es gewesen, wenn er die Blogs, die die Links tatsächlich veröffentlicht haben, beim Namen genannt hätte. Stattdessen spielte er Bundesregierung und Julian Assange in einem und zwang die Schleichwerbeblogger mit seiner Hinhaltetaktik quasi zur Selbstanzeige … bei ihm.

Scheinbar wurde er angebettelt, die Informationen nicht öffentlich zu machen. Und er hat damit Abhängigkeiten generiert. Erpressbarkeit.

Mit der Firma “Barketing” hat die ganze Sache offenbar nichts zu tun. Die Mails von “Barketing” waren aber echt. Das Angebot auch. 50 Euro für einen Link. Das sind die Preise. Das ist nicht neu. Es ist legal. Und es ist scheinbar ganz normal.

Denkt mal drüber nach!

Neuigkeiten im Blogger-Schleichwerbeskandal?

1. MEEDIA hat die THÜRINGER BLOGZENTRALE interviewt. Das Ergebnis erscheint voraussichtlich heute Abend. Wichtige Info vorab:

Bei dem ominösen Linkvermarkter handelt es sich laut Meedia nicht um die Firma Barketing

2. Netzpolitik hat Sascha Pallenberg interviewt:

    netzpolitik.org: Du hast vergangene Woche einen “Tsunami” in der deutschen Blogosphäre wegen eines Schleichwerbeskandals angekündigt. Worum gehts?

    Sascha Pallenberg: Ich habe Dokumente, Verträge und Emails von einem Werbenetzwerk zugespielt bekommen, welches Links fuer bestimmte Keywords in deutschen Blogs platziert, die dann auf Seiten von u.a. Base, Conrad oder die Hannoversche Leben führen. Die Blogger erhalten zwischen 25 und 70 Euro pro Link und es wird in den Anwerbe-Emails von mehr als 100 deutschen Blogs gesprochen, die sich bereits in dem Netzwerk befinden.

3. Die taz schreibt über die Geschichte


    Auf die Frage, warum er schon jetzt mit der Geschichte an die Öffentlichkeit gehe und nicht warte, bis er die Informationen gesichert habe, antwortet Pallenberg: “Klar hat das was von einer Kampagne.”

Enttarnt? Schleichwerbung in Blogs mit “Barketing”?

Der Blogmonetarisierer Sascha Pallenberg weiß, wie man für Buzz sorgt. Einfach ein paar großspurige und okkulte Ankündigungen machen (Schleichwerbeskandal in Blogs). Bei “seriösen” Medien aufgegriffen werden und ansonsten warten, warten, warten.

Holli vom 5-Finger-Blog ist da offenbar weniger berechnend. Er hat – wie viele andere deutsche Blogger – auch so eine Mail bekommen: 50 Euro für einen Link. Und hat das Spiel scheinbar mitgespielt. Und er hat sogar den Link gesetzt – nur möglicherweise nicht im Sinne der Linkbuilding-Firma Barketing, die Holli die 50 Euro tatsächlich überwiesen haben soll. Denn Holli berichtet detailliert über seine Erlebnisse.

Sascha Pallenberg behauptet ja, er hätte Unterlagen, die zeigen sollen, dass hunderte von Blogs systematisch Schleichwerbung gemacht hätte. Als ob das außergewöhnlich sei.

Außergewöhnlich sind lediglich die Summen. 50 Euro für einen Link sind ziemlich üppig. Wenn die Firma sogar ein mehrfaches bekommen haben soll, dann muss Linkbuilding durch Google inzwischen entweder erheblich schwerer geworden sein … oder SEOs wie Sascha Pallenberg wollen die Preise treiben …

Betrieben wird Barketing von Thomas Gruhle. Der sieht nicht so aus, als würden ihm große Tourismusunternehmen Millionen in die Hand drücken. Bei Barketing ist jedenfalls zur Zeit telefonisch niemand erreichbar.

NACHTRAG (28.01.2011): Inzwischen hat Thomas Gruhle zurückgerufen. Er hat klar gemacht, dass er mit dem Pallenberg-”Tsunami” – oder auch “Bloggergate” genannt – nichts zu tun hat. Er kauft Links. Wie so viele seiner Kollegen. Ein Skandal ist das nicht. Eher ein penetranter Mißstand, der das dringende Eingreifen des Gesetzgebers fordert.

Sascha Pallenberg und der Schleichwerbeskandal in Blogs

Angeblich soll die THÜRINGER BLOGZENTRALE knapp einem millionenschweren Schleichwerbeskandal mit irren Knebelverträgen und tsunamiartigen Verwerfungen in der gesamten deutschen Blogosphäre entkommen sein … und das kam so:

Letzte Woche erhielten wir eine Email. Darin wurde uns die Bezahlung von 50 Euro angeboten, wenn wir einen Beitrag von rund 200 Wörtern schreiben und einen Link setzen würden.

Die THÜRINGER BLOGZENTRALE war nicht das einzige Blog mit einem solchen Angebot. Einige Blogger der 2. Garnitur, die zwar nur 500 bis 2000 Besucher täglich haben (was ja auch nicht schlecht ist), aber einen recht guten Google-Pagerank aufweisen, erhielten Post.

Beispielsweise der bekannte Thüringer Blogger Florian Freistetter von “Astrodicticum simplex” erhielt eine solche Mail. Und auch Reizzentrum, ntropie, hochniveau, offensichtlich, Fünf-Finger-Blog, Cain-Factory, seefahrer-Blog, netz-online und GuitarPimp erhielten die gleiche Mail und bloggten darüber:
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