Archive for the 'Technik' Category

Microsoft installiert heimlich .NET Framework Assistant im Firefox

microsoft-firefox.PNGMicrosoft installiert neuerdings bei seinen automatischen Updates stillschweigend ein Firefox-Add-On. Bei der Erweiterung handelt es sich um den “Microsoft .NET Framework Assistant”. Dieser erlaubt die Installation von Software durch Webseiten mit dem Anklicken eines einzigen Links.

Das Plugin läßt sich nicht einfach deinstallieren. Es läßt sich allerdings per Registry entfernen:

Vorgehen:

1. Gehe von einem Account mit Administratorrechten in das START-Menü und klicke auf “Ausführen”

2. Schreibe ‘regedit’ und drücke Enter um den Registry Editor zu öffnen

3. Gehe zu dem Ordner HKEY_LOCAL_MACHINE > SOFTWARE > Mozilla > Firefox > Extensions

4. Entferne den Schlüssel mit dem Namen ‘{20a82645-c095-46ed-80e3-08825760534b}’

Weitere Deinstallationsmöglichkeiten bei anderen Betriebssytemversionen hier

Thüringer Bundestagsabgeordnete und die Bürgerrechte

Der Bundestag hat im November 2007 mit den Stimmen Thüringer Bundestagsabgeordneter ein Gesetz auf den Weg gebracht, das vorsieht private Gespräche von Thüringern für mindestens 6 Monate zu speichern. Gespeichert wird, wer mit wem, wann und wo und worüber spricht.

Gespeichert werden Festnetz-, Mobil- und Internettelefonie, beteiligte Telefonnummern, Dauer, Datum und Uhrzeit der Gespräche, Standorte der Anrufer bei Gesprächsbeginn sowie SMS-Verbindungsdaten, die IP-Adresse, den Anschluss, über den die Internet-Verbindung hergestellt wurde, E-Mail-Adressen und die Ein- und Ausgangsdaten der Kommunikationspartner.

Darüberhinaus soll mit der monatelangen Speicherung personenbezogener Daten in Zukunft offenbar auch Dritten, also nichtstaatlichen Einrichtungen, ermöglicht werden, Auskunft darüber zu erlangen, mit wem der Bürger kommuniziert, welche Internetseiten er betrachtet und welche Onlinedienste er wie nutzt.

Das Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung wurde von folgenden Thüringer Bundestagsabgeordneten auf den Weg gebracht:

Volkmar Uwe Vogel (CDU) Greiz – Altenburger Land
Dr. Gerhard Botz (SPD) Sonneberg – Saalfeld-Rudolstadt – Saale-Orla-Kreis
Antje Tillmann (CDU) Erfurt – Weimar – Weimarer Land II
Carsten Schneider (SPD) Erfurt – Weimar – Weimarer Land II
Iris Gleicke (SPD) Suhl – Schmalkalden-Meiningen – Hildburghausen
Ernst Kranz (SPD) Eisenach – Wartburgkreis – Unstrut-Hainich-Kreis II
Peter Albach (CDU) Kyffhäuserkreis – Sömmerda – Weimarer Land I
Manfred Grund (CDU) Eichsfeld – Nordhausen – Unstrut-Hainich-Kreis I
Bernward Müller (CDU) Gera – Jena – Saale-Holzland-Kreis
Volker Blumentritt (SPD) Gera – Jena – Saale-Holzland-Kreis (hat sich nicht an der Abstimmung beteiligt)

abgeordnete.gif

Gegen das Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung haben folgende Thüringer Abgeordnete gestimmt:

Katrin Göring-Eckardt (GRÜNE) Erfurt – Weimar – Weimarer Land II
Frank Spieth (Die Linke.)Erfurt – Weimar – Weimarer Land II
Petra Heß (SPD) Gotha – Ilm-Kreis
Kersten Naumann (Die Linke.) Kyffhäuserkreis – Sömmerda – Weimarer Land I
Uwe Barth (FDP) Gera – Jena – Saale-Holzland-Kreis
Bodo Ramelow (Die Linke.) Gera – Jena – Saale-Holzland-Kreis
Lukrezia Jochimsen (Die Linke)
Cornelia Hirsch (Die Linke)

Die einzige Thüringer Abgeordnete der Koalition, die sich gegen die Verletzung der informationellen Selbstbestimmung ausgesprochen hat, begründete ihre Entscheidung so:

    “Ich habe heute dem Gesetz zur „Neuregelung der Telekommunikationsüberwachung“ (Vorratsdatenspeicherung) nicht zugestimmt. Ich habe erhebliche Bedenken, ob die Richtlinie mit dem Europarecht vereinbar ist und ob überhaupt eine verfassungsgemäße Umsetzung gelingen wird. Auch die „Sicherheit der Daten“ bzw. deren Weiterverbreitung ist nur schwer zu kontrollieren. Durch das Cyber-Crime-Abkommen erlangen fremde Staaten Zugriff auf die Daten. Die weitere Verarbeitung in diesen Staaten ist nicht mehr kontrollierbar. Falsche oder falsch interpretierte Daten in den Händen fremder Staaten können zu repressiven Maßnahmen gegenüber deutschen Bürgern führen, ohne dass diesen etwas vorzuwerfen ist. Auch Wirtschaftsspionage wird in noch größerem Umfang möglich, als es bis jetzt der Fall ist. Die Verluste der Wirtschaft sind schwer vorherzusagen. Ich finde es richtig und notwendig, dass bei Verdachtsmomenten durch richterlichen Beschluss abgehört, erfasst und weiterverfogt werden kann. Bei diesem Gesetz wird aber die Bevölkerung unter Generalverdacht gestellt. Datenermittlung geschieht ohne Grund. Die Bürger haben keine Chance mehr, den Umgang mit ihren Daten zu kontrollieren. Bei einem Projekt dieses Umfangs überwiegen meiner Meinung die Risiken und potentiellen Schäden bei weitem einem Nutzen für die Gesellschaft.”

Am kommenden Sonntag habt auch ihr die →Wahl.

Hier kann man nachlesen, welche Abgeordneten für →Netzsperren, für die →Fortsetzung des Afghanistan-Krieges und für die →Erhöhung der eigenen Diäten gestimmt haben. Weitere Abstimmungen gibt es →hier.

Sprunghaft gestiegene Internetkriminalität in Thüringen

Betrug, Pornographie, Urheberrechtsverletzungen, das sind die häufigsten Straftaten, gegen die von der Staatsanwaltschaft Mühlhausen, die vor allem für den Bereich Wirtschaftskriminalität zuständig ist, zunehmend ermittelt werden muß. Von 750 auf 1200 seien die Verfahren im letzten Jahr gestiegen, teilte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft dem MDR mit.

Audio-Datei zum Thema hier anhören

Informationen des Thüringer Justizministeriums zum Thema Internetkriminalität

Partner-Tracker, Mobile-Spy, Handy-Radar und Co.

Von sapere aude

    „Wolltest du nicht immer schon wissen, was dein Schatz macht, während du nicht in der Nähe bist? Noch besser: Zeige deinen Freunden, wo ihre Partner sind und was sie im Moment wirklich tun! Einfach die Nummer eingeben, und schon zeigt es dir dein Handy.“

Klingelton- und Handyprogrammanbieter haben ein neues Grundmotiv für den Verkauf ihrer undurchsichtigen Spar-Abos ausgemacht: Eifersucht.

Gepaart mit intellektueller Schlichtheit ist dieses einmalig-aufregende Gefühl häufig genug Ursache für so manch schreckliche Familientragödie. Aber auch für Kleinstkriminalität reicht dieser scheinbar so irrationale Drang, seinen Partner nicht mit anderen teilen zu wollen. Zur Ortung des Handys des Lebensabschnittsgefährten genügt ein recht preiswertes Programm für den heimischen PC und eine kurze Bestätigungs-SMS vom Handy des Liebsten und schon weiß man, was man vielleicht nie wirklich wissen wollte.

Datenschutzrechtlich gibt es gegen eine solch einfache permanente Überwachungsmöglichkeit natürlich erhebliche Bedenken, doch die Anbieter entsprechender Software wiegeln ab. Man sei für den Schutz seiner Privatsphäre selbst verantwortlich. Wer seinem Partner das eigene Handy aushändige sei selber schuld.

Der Klingeltonanbieter Jamba macht es den Hobby-Detektiven auf Nebenbuhler-Jagd nun scheinbar noch einfacher. Keine teuren Programme am PC, sondern Ortung des Partners direkt vom Handy aus, und – am allerbesten – es ist keine Bestätigungs-SMS ist nötig.

Dieses verlockende Angebot bringt nicht nur so manchen Nutzer von Internet-Foren in moralische Zweifel, sondern führt auch bei Autoren der rennomierten Frankfurter Allgemeinen Zeitung zu leicht mißverständlichen Überlegungen. Kann man den Partner mit Handyprogrammen, wie einem „Mobile Spy“, dem „Handy Radar“ oder dem “Partner-Tracker” von Jamba wirklich aufspüren? Die Fernsehwerbespots verraten jedenfalls nicht, was auf der Webseite von Jamba zum Partner-Tracker zu lesen ist:

    Diese Software dient lediglich zu Unterhaltungszwecken. Es findet keine echte Aufenthaltsortsbestimmung statt.

Wer sich das Sparabo für 3.99 bzw. 4.99 EUR im Wortsinne sparen will und trotzdem wissen möchte, wie die obengenannten Programme funktionieren, der sollte sein Handy neben den Rechner legen und dann hier klicken:
(more…)

In eigener Sache

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Mit Infrarotlicht gegen Überwachungskameras

oberwelt.gifDie Stuttgarter Künstlergruppe Oberwelt e.V. hat offenbar ein Mittel gegen die permanente Beobachtung und Identifikation durch Überwachungskameras auf nächtlichen deutschen Straßen gefunden. Bei dem Projekt mit dem Titel “I-R.A.S.C. [ i-ràs ] infra-redlight against surveillance camera” werden die Gesichter der überwachten Personen durch eine helle Infrarotlichtquelle, die mit einem Stirnband oder einer Mütze am Kopf befestigt wird, überdeckt.

Gegen handelsübliche Tageslicht-Kaufhausüberwachungskameras hilft diese Maßnahme jedoch leider nicht.

Thüringen will digitalen Wahlstift nutzen

wahlstift.gifDas Land Thüringen will, nach Berichten der Thüringer Allgemeinen, im Superwahljahr 2009 offenbar einen digitalen Wahlstift einsetzen. Der Wahlstift erfasst bei der Setzung des Kreuzchens auf dem Stimmzettel mit einer winzigen hochauflösenden Sensorkamera die Musterung des Papiers an der Stelle der Stimmabgabe. Nach dem Verlassen der Wahlkabine und der Abgabe des Stimmzettels wird der Wahlstift in eine Halterung gesetzt, die die Koordinaten der abgegebenen Stimme automatisch an einen PC weitergibt. Mit dieser Technik sollen langwierige und teure Auszählungsprozesse und die Geschwindigkeit bei der Erstellung des Wahlergebnisses optimiert werden.

Digitiale Wahlstifte gelten allerdings als extrem unsicher und werden von Experten als Angriff auf das Wahlgeheimnis bezeichnet. So könne der Stimmzettel durch Klarsichtfolie manipuliert werden und eine Zertifizierung gelte nur für Stift und Dockingstation, nicht aber für die Speichermedien.

Der Wahlstift besitzt keine Zulassung bei der der Physikalisch Technischen Bundesanstalt (PTB) für Bundestagswahlen.

Eine von der Hamburger Bürgerschaft zunächst einstimmig beschlossene “Weltpremiere” des Wahlstiftes, bei der Bürgerschaftswahl 2008 in Hamburg, mußte nach erheblichen Sicherheitsbedenken und nach einer Expertenanhörung im Verfassungsausschuss abgesagt werden.

Related: Podcast des Chaos Computer Club zum Thema digitaler Wahlstift in Hamburg.

Wikipedia-Eintrag zum Thema

Barcamp Mitteldeutschland: 8. bis 10. Februar in Jena

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Content-Klau und Spam besonders gemein

Eine außergewöhnlich miese Masche des Contentdiebstahls hat sich Jose Saez Lopez aus A Coruña ausgedacht. Lopez, auch Inhaber von 23 weiteren Domains, darunter unter anderem Jogos-pc.info, dinheirointernet.info und superjogos.info, sucht bei Technorati Blogs heraus, die zu Technikfragen publizieren und einen gewissen Linkstatus besitzen. Er abonniert den Technorati-Feed für diese Blogs und bindet ihn automatisch in sein eigenes Spamblog ein. Veröffentlicht eines der eingelesenen Blogs einen neuen Eintrag, wird der Feed automatisch bei Lopez’ Blogs eingebaut. Das besondere an dieser an sich schon miesen Form des Content-Klaus ist allerdings, dass er an das Blog, das er beklaut, auch noch einen Trackback schickt – so wie das auch bei diesem Blogeintrag hier geschehen wird.

Hat jemand eine Ahnung, wie man diesem fiesen Spammer und Contentdieb das Handwerk legen kann?

You are not alone … :o)

Thüringer Landtag live

Der Thüringer Landtag mag so manchem als eine wenig spannende Angelegenheit vorkommen. Dröge und fachidiotische Diskussionen über einen “Entwurf einer Ersten Verordnung zur Änderung der Verordnung über die Auftragskostenpauschale nach § 23 des Thüringer Finanzausgleichs- gesetzes” oder ein “Beitragsmora- torium für die Erhebung von Straßenausbaubeiträgen“.

Aber bereits seit 2 Jahren weht im Landtag ein äußerst frischer Wind. Fast genauso frisch wie sonst nur noch in Bayern: Denn die Plenumssitzungen des Thüringer Landtages gibt es als Live-Stream im Internet und bis zur nächsten Sitzung des Plenums auch im Archiv als wmv-file. Danach werden sie durch die jeweils aktuelle Sitzung ersetzt. Kein anderes Bundesland stellt einen solchen Dienst zur Verfügung. Nur die Bayern sind trotzdem noch eine Nase weiter vorn. Dort gibt es nämlich ein Archiv sämtlicher Sitzungen des Landtages in verschiedenen Videoformaten zum Download.

Die Thüringer Parlamentarier waren jedenfalls bisher nicht der Ansicht, dass der Bürger auf ein Archiv ihrer Redebeiträge wert legen würde. Vielleicht auch zu Recht. Weit weniger als 300 Nutzer des Livestreams verzeichnete man täglich während der Landtagssitzungen, wovon ein großer Teil sicher Mitarbeiter des Landtages oder Assoziierte sein werden. Nun ja, nur wenige interessieren sich wohl für die eingangs genannten Themen. Aber nicht nur diese werden verhandelt, sondern natürlich auch weit spannendere, wie der Nichtraucherschutz, das Volksbegehren für mehr Demokratie in Thüringen, Videoüberwachung in Ilmenau, oder das “Thüringer Informationsfreiheitsgesetz“.

Wer also wissen will, was im Landtag eigentlich so abgeht, sollte sich hier informieren, was demnächst auf der Tagesordnung steht und hier, wann die nächste Plenumsveranstaltung stattfindet – und dann einfach mal reinschauen, wenn die “Quatschbude” ihre Arbeit macht.

Speicherung persönlicher Daten durch CDU/SPD beschlossen

Das “Gesetz zur Neuregelung der Telekommunikationsüberwachung und anderer verdeckter Ermittlungsmaßnahmen sowie zur Umsetzung der Richtlinie 2006/24/EG” wurde heute im Bundestag mit den Stimmen der CDU/CSU/SPD-Regierungskoalition beschlossen. Damit wird die generelle 6-monatige Speicherung folgender Daten möglich:

  • Festnetz-, Mobil- und Internettelefonie, Beteiligte Telefonnummern, Dauer, Datum und Uhrzeit der Gespräche.
  • Mobiltelefone: zusätzlich der Standort der Anrufer bei Gesprächsbeginn sowie SMS-Verbindungsdaten
  • Internet: IP-Adresse, der Anschluss, über den die Internet-Verbindung hergestellt wird, Dauer, Datum und Uhrzeit der Verbindung
  • E-Mail: Adressen, Ein- und Ausgangsdaten der Kommunikationspartner
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    Abgeordnete aus dem Wahlkreis Gera-Jena-Saale-Holzlandkreis haben z.B. folgendermaßen abgestimmt:

    stimmung.gif

    Auf der Webseite abgeordnetenwatch.de kann man sich über das Abstimmungsverhalten aller Abgeordneten des eigenen Wahlkreises informieren. Einfach die Postleitzahl in das entsprechende Feld eingeben und los geht’s.