Archive for the 'Kommentar' Category

Matussek und de Maizière wollen bomben und beten

Kommentar von Neidhart von Schwarzburg

Der Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière und der SPIEGEL-Kolumnist Matthias Matussek sind der Meinung, Christentum und Krieg ließen sich gut vereinbaren. Für die, die man in diesem Krieg tötet zu beten, sei “nötig und sinnvoll“. Die Aufforderung der ehemaligen Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche, Margot Käßmann, lieber mit ihnen zu beten, findet Matussek dagegen “theologisches Mokkagebäck“.

Matthias Matussek und Thomas de Maizière haben ein paar Dinge gemeinsam. Beide sind im Jahr 1954 geboren. Beide besuchten das erzkatholische Jesuiten- internat “Aloisiuskolleg” im feinen Diplomatenvorort Bonn Bad Godesberg und kennen sich deshalb höchstwahrscheinlich schon aus der Schulzeit und beide sind der Überzeugung, dass Christen ihre Feinde – trotz des Gebots der “Feindesliebe” – töten dürfen.

    “Vor Gewalt darf man nicht weichen”

meint der deutsche Verteidigungsminister und findet mit dieser These bei seinem Internatskollegen Matussek ein offenes Ohr und uneingeschränkte Zustimmung. Sollte dieses apodiktische Gebot auch für die Taliban gelten, wird es mit den beiden Christen Thomas de Maizière und Matthias Matussek wohl nie eine friedliche Lösung in Afghanistan geben.

Man darf die Taliban also töten. Geht es nach de Maizière und Matussek, sollte man aber außerdem für sie beten:

    “Das Beten für Täter und Opfer – für Opfer gleich welcher Nation – ist gut und richtig. Insoweit ist auch ein Gebet für die Taliban nötig und sinnvoll.”

Was man jedoch keinesfalls tun darf, ist, mit ihnen zu beten.

Margot Käßmann hatte es in der letzten Woche auf dem Evangelischen Kirchentag in Dresden gewagt, zu fordern, dass man mit den “Taliban beten solle, statt sie zu bombardieren“. Schlimmer noch, sie hatte behauptet:

    “Es gibt keinen gerechten Krieg, es gibt nur einen gerechten Frieden”

Für den Zögling des Bonner Jesuiteninternats Matussek sind diese Worte “wohlklingende fromme Phrasen“, ist diese Friedensethik “theologisches Mokkagebäck“. Die Zuhörer Käßmanns auf dem Evangelischen Kirchentag in Dresden sind für Matussek “Kirchentag-Groupies“, “meist weiblich“, die “sich ins selig Ungefähre juchzen und schmachten“.

Aber Matussek hat natürlich recht. Die Bibel ist voll des Säbelgerassels und Kopfabschlagens und selbst Jesus war sich – laut Bibelautoren – nicht zu schade, die Ermordung der Feinde Gottes zu fordern. Und das Christentum kennt natürlich sehr wohl den “gerechten Krieg“. Auch Luther war der Überzeugung dass Gewaltanwendung zur Erhaltung der göttlichen Ordnung von Obrigkeit und Untertanen zulässig sei.

Insofern ist Matusseks Kriegshetze in quellennaher Auslegung der überlieferten biblischen Texte und der jahrtausendealten christlichen Tradition von Augustinus bis Thomas von Aquin nur konsequent und Frau Käßmann entfernt sich mit ihrer humanistischen Friedensethik eigentlich vom Altem und Neuem Testament. Die Feindesliebe Jesu galt allen, nur nicht den “Feinden Gottes”, die in der Hölle schmoren sollten.

Frau Käßmann setzt sich nun sowohl von biblischen als auch von den Wurzeln ihrer Kirche ab. Sie fordert zum Dialog auf, will gebildete Fronten aufweichen und Gemeinsamkeiten herausstellen. Das passt christlichen Taliban wie Matussek natürlich nicht in ihr schönes Weltbild: Hie die gewalttätigen Muslime, da die angeblich durch Feindesliebe(!) moralisch erhabeneren Christen.

    Ja, die Feindesliebe ist der revolutionäre Kern des Christentums, und zeichnet es vor allen anderen Religionen, etwa dem Islam, geradezu aus. Und so tat der fast immer besonnene Verteidigungsminister, der evangelische Christ Thomas de Maizière, recht daran, als er auf dem Kirchentag forderte, für Opfer und Täter gleichermaßen zu beten. Auch für die Taliban? Auch für die Taliban. Geht das denn, bomben und beten? Aber sicher.

    Es gibt den bellum iustum, den gerechten Krieg. Seit dem heiligen Augustinus dürfen Christen Krieg führen, wenn er dem Frieden dient. Und das Gebet für die Feinde?

    Ich kann dafür beten, dass Jesus Christus die Herzen noch der grimmigsten Taliban erleuchtet und mit der Botschaft des Friedens erfüllt.

Dass Matussek hier einer selbstwertdienlichen Schizophrenie aufsitzt, erschließt sich dem rachegeifernden “Freund des Friedens” offenbar nicht.

Matthias Matussek, dessen Kolumnen stets an der Grenze zur Volksverhetzung changieren, war sich schon nicht zu schade, der Bundeskanzlerin zu ihrer “Freude” über die Tötung Osama bin Ladens zu sekundieren:

    “Man kann den Tod zornig zur Kenntnis nehmen, wie es schon jetzt einige islamistische Nachwuchskader in westlichen oder arabischen Ländern tun. Doch wir Übrigen, wenn wir nicht gerade mit moralisierender Selbstgerechtigkeit beschäftigt sind, atmen auf und legen eine wüste, gespenstische, zehnjährige Mördergeschichte erschöpft zur Seite.”

Man darf den Tod bin Ladens natürlich auch dann “zornig zur Kenntnis” nehmen, wenn man kein “islamistische Nachwuchskader” ist und bin Laden am liebsten vor einem ordentlichen Gericht gesehen hätte. Aber das passt nicht in das “Wer-nicht-für-uns-ist-ist-gegen-uns”-Weltbild des katholischen Hardliners und zunehmend militanten Kriegsbefürworters. Matussek zitiert lieber die Bibel, in der die Feinde Israels und Gottes: “Wie Krüge aus Ton zertrümmert” werden sollen.

Matussek ist mit seiner entfesselten Kriegsrhetorik der Freund eines jeden Religionsfeindes. Hier fühlt sich noch der zurückhaltenste Atheist bestätigt, dass die Religion noch immer die beste Begründung für einen Krieg liefert.

Wen wundert da noch, dass es gerade die christliche Partei war, die den humanitären Einsatz in Afghanistan – der er noch unter Rot-Grün war – zu einem Kriegseinsatz mit “Präventivschlägen” gemacht hat.

Matthias Matussek und seine Glaubensbrüder argumentieren – ganz wie ihre militanten Gegner – mit den überlieferten Werten einer jahrtausendealten Hirtenkultur auf den Fundamenten einer mittelalterlichen Institution und das in einer Welt, die Waffen kennt, die auf einen Schlag Millionen von Menschen das Leben kosten können.

Es müßte eine Weltregion geben, wohin die die Irren und Hardliner aller Couleur verschifft werden. Dort sollten sie nach Herzenlust mit Äxten und Hellebarden aufeinander losgehen können. Sie sollen hetzen, einander verfolgen, foltern und töten dürfen … und meinetwegen auch miteinander oder füreinander beten.

Währenddessen könnten die anderen wenigstens mal in Ruhe miteinander reden.

Kirche verlangt Personaltausch bei der Jenaer Telefonseelsorge

Von Siegfried R. Krebs

JENA. (fgw) Der Verein Telefonseelsorge Jena e.V. muß sich auf Druck der Evangelischen Kirche Mitteldeutschlands von seinem Leiter trennen. Alleiniger Grund für diesen ungeheuerlichen Vorgang, weil menschenrechtsverletzend, ist diese Tatsache: Der Mann ist konfessionslos. Eine Nachricht von Anfang Mai in der Thüringer Presse gab Anlaß zu den nachfolgenden Überlegungen.

Laut einem Protokoll der Mitgliederversammlung des o.g. Jenaer Vereins, das der berichtenden Zeitung vorliegt, habe auch der Leiter der Telefonseelsorge Dessau an den Bewerbungsgesprächen teilgenommen und sich für den Kandidaten ausgesprochen, der ausdrücklich betont haben will, konfessionslos zu sein.

In dem Zeitungsartikel heißt es wörtlich: „Der Dessauer zählte nach dessen Einstellung zu jenen Kirchenvertretern, die Beschwerde einreichten. ‘Die Mitglieder des Vereins sind sich einig, dass sie eine konfessionelle Bindung des Stellenleiters nicht für nötig erachten, der Verein aber auf die finanzielle Förderung durch die Evangelische Kirche angewiesen ist’, heißt es im Protokoll. Diesem Druck beugte sich der Verein, der sich im Einvernehmen vom neuen Leiter trennte. Weil der sich durch den Vorgang ‘einer Diskriminierung ausgesetzt fühlte, die seine Menschenwürde verletzt’, willigte er ein.”

Als Bürger „Otto Normalverbraucher” hatte der Freigeist bis dato stets angenommen, es handele sich bei der sogenannten Telefonseelsorge um eine besondere Form pastoraler Betreuung von Gläubigen, die nicht zum „Gottesdienst” in die Kirchen kommen könnten. Doch das erwies sich als Trugschluß. Ein Nachschlag bei Wikipedia klärte mich auf, da heißt es zu diesem Stichwort: „Bei der Telefonseelsorge (Schweiz: Die Dargebotene Hand, engl.: ‘telephone emergency services’, ‘crisis hotline’ oder ‘Samaritans’) handelt es sich um Hilfseinrichtungen zur telefonischen Beratung von Menschen mit Sorgen, Nöten und in Krisensituationen. Die Telefonseelsorge dient als Krisendienst unmittelbar der Suizidprävention. Sie ist in den meisten Ländern rund um die Uhr erreichbar. Es handelt sich um ein Beratungs- und Seelsorgeangebot, das vorwiegend von Ehrenamtlichen gewährleistet wird. (…) In den meisten Ländern werden die Stellen von Personenvereinigungen getragen. In Deutschland und Österreich sind zumeist Kirchen Träger der Telefonseelsorge.”

Also nichts da, von spezifischer Form von Betreuung der „Schäfchen” durch ihren „Hirten”. Nein, das Anliegen der sogenannten Telefonseelsorge wird durch die beiden englischen Begriffe „crisis hotline” oder „telephone emergency services” viel besser definiert! Es geht also darum, Menschen in Not zu beraten. Warum dies allerdings in Deutschland ausgerechnet in die Hände der Kirchen gelegt worden ist, das erschließt sich mir nicht. Statt Bibelsprüche bedürfen doch Menschen in Not doch primär einfühlsamer menschlicher Zuwendung und fachlich fundierter psychologischer Betreuung. Und dies unabhängig von individueller Weltanschauung oder religiöser Bindung des Ratsuchenden und auch des Betreuers, egal ob haupt- oder ehrenamtlich.

Und… das Pflichtigmachen der Kirchenmitgliedschaft für Leiter solcher Einrichtungen gerade im zu über 70prozentigem konfessionsfreien Ostdeutschland ist doch wohl ein einziger Anachronismus. Oder doch zuvörderst nur ein weiteres Element amtskirchlichen Missionierungswillens?

Der Jenaer Verein hat eigenen Angaben zufolge im vorigen Jahr über 13.000 Anrufe entgegengenommen. Das wirft jetzt bei mir auch diese Frage auf: Wer bezahlt eigentlich die Kosten für solche „hotlines” in Deutschland? Sind es die Amtskirchen (…die ja mit diesen Einrichtungen wieder einmal mehr “nur Gutes tun”… es zumindest öffentlichkeitswirksam behaupten!)?

Wenn nicht, aber nicht nur deshalb, dann sollten auch hierzulande solche telefonischen Beratungsangebote weltanschauungsneutral in die Hände von Personengruppen gelegt werden – die natürlich die weltanschaulich-religiöse Zusammensetzung der jeweiligen regionalen Bevölkerung widerspiegeln sollten.

Lothar Dombrowski zu Merkel, Mappus & Guttenberg

Guttenberg muss gehen! Rücktritt! Sofort!

Kommentar von Neidhart von Schwarzburg

Es ist absurd. Da wird zur Zeit eine Diskussion darüber geführt, ob sich ein Minister der Bundesrepublik Deutschland bei anderen Autoren bedienen darf, um eine akademische Qualifikationsarbeit aufzufüllen. So etwas darf kein Schüler, kein Lehrer und ganz selbstverständlich auch kein Bundesminister, Bundes- kanzler oder Bundespräsident.

Es ist grotesk. Da wird von Parteifreunden Guttenbergs ernstlich argumentiert, dass diese Erfahrung doch wohl jeder schon mal gemacht hätte. Ja, wer hätte denn in seinem Leben noch nie gespickt, gelinst und abgeschrieben? Offenbar scheint den Damen und Herren von der allzu verständnisvollen Fraktion entgangen zu sein, dass es sich hier nicht um ein argloses Abschreiben vom Banknachbarn handelt. Eine Doktorarbeit ist eine der bedeutensten wissenschaftlichen Arbeiten, für die weniger skrupellose Autoren Jahre ihres (Familien)Lebens hintanstellen, um sich mit dem wichtigsten akademischen Grad schmücken zu können. Sollten sich die Funde der Internet-Community bestätigen, handelt es sich bei der von Guttenberg eingereichten Schrift um eine fast vollständige Collage aus Zeitungsauschnitten, Hausarbeiten, wissenschaftlichen Fachpublikationen, Zuarbeiten des wissenschaftlichen Dienstes des Bundestages usw.usf.

Es ist bizarr. Da werden inzwischen PR-Spezialisten von der Leine gelassen, die bereits bei einem anderen neoliberalen Kandiaten für ein hohes Amt im Staate eine Graswurzelbewegung im Internet simuliert haben. In einer Facebookaktion soll Guttenbergs Ehre gerettet werden. Fast hunderttausend Facebookmitglieder finden den Unterstützungsaufruf für Karl-Theodor zu Guttenberg gut.

Die Fakten scheinen dagegen mehr als eindeutig. Guttenberg hat offenbar auf fast 70% der Seiten der von ihm eingereichten Arbeit Zitate anderer Autoren – teilweise über mehrere Seiten hinweg – eingefügt, ohne diese explizit zu kennzeichnen:
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Bodo Ramelow und die S-Frage bei Stuckrad-Barre

Von Sven

Es verfolgt ihn. Fast immer, wenn der Fraktionschef der Linken im Thüringer Landtag, Bodo Ramelow, jetzt im Fernsehen auftritt, muss er sich inzwischen rechtfertigen. Für eine ganz einfache Frage, die ihm die THÜRINGER BLOGZENTRALE am 13. September 2009 per Twitter gestellt hat. Bei N24 flippt er genauso aus, wie zuvor bei Twitter. Aber warum? Es ist doch eigentlich eine Frage, die sehr leicht zu beantworten sein müßte. Vor allem für einen, der Wert darauf legt, dass in dieser Sache ein absolutes Transparenzgebot herrscht.

In der Sendung Stuckrad-Late-Night taucht sie denn auch wieder auf, die große Unbeantwortete:
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Thüringen braucht einen Dieter Moor

Kommentar von Anne

Thüringen hat ein Imageproblem. Und das haben die sauteuren und superbekloppten Werbekampagnen der letzten Althaus-Jahre nicht in den Griff bekommen.

“Aus Thüringen kommt mehr als man denkt” … was für ein Schwachsinn! Wen wollte man damit beeindrucken?

Und deshalb werden wir inzwischen von mittelmäßigen Comedians – zu Recht – als “Arsch der Welt” verulkt oder einfach überhaupt gar nicht beachtet.

Das nicht weniger schwierige Bundesland Brandenburg hat es da einfacher. Klar. Berlin. Aber sonst … Hartzies, Nazis, SEDpolis.

Doch da kam in den letzten Monaten nochwas dazu: Ein prominenter Fürsprecher, der mit seiner Liebeserklärung an seine neue Heimat einen Bestseller in den Paperback-Charts gelandet hat. Der Fernsehmoderator Dieter Moor und seine Frau sind jetzt überall in Sachen Brandenburg unterwegs und erklären jedem, der es hören will, warum die Lebensqualität auf dem flachen Land mit Ökolandbau und den “echten Menschen” so unschlagbar ist. Moor macht kleine Reportagen für den RBB, in dem er mit der Hilfe prominenter Künstler die Reize der Landschaft und vor allem der lebendigen Alternativ-Kultur für die gestressten Städter herausstellt: (more…)

Friedenslicht auf der Reise durch Thüringen

Kommentar von Neidhart von Schwarzburg

Weihnachten, liebe Leser, Weihnachten – für den Fall, dass Sie es noch nicht bemerkt haben sollten – findet zur Zeit unmittelbar statt.

Und mit ihm, die Aufrufe der Thüringer Kirchen, Frieden in alle Welt zu bringen. Der MDR berichtet beispielsweise über ein “Friedenslicht” aus Betlehem, das seine Reise durch Thüringen angetreten hat.

Worüber der MDR leider nicht berichtet, ist der “Feldgottesdienst” in Afghanistan und die fleißige Missionsarbeit der Militärseelsorge vor Ort, dass auch die christlichen Soldaten auf ihren geistlichen Beistand nicht verzichten müssen, wenn sie Feinde des Friedens und der Demokratie töten mußten.

Die OTZ schreibt, dass die Bundestagsvizepräsidentin aus Thüringen, Kathrin Göring-Eckardt, die auch Präses der Evangelischen Kirche und Präsidentin des evangelischen Kirchentages ist, den Besuch Papst Benedikts in Deutschland und seine bevorstehende Rede vor dem Deutschen Bundestag als “gutes Zeichen für Ökumene” sieht. Der Papst sei “in jedem Fall eine herausragende Person der Zeitgeschichte“.

Was die OTZ nicht schreibt, ist, dass Partei- und Kirchenkollegen den Besuch des Papstes im Bundestag massiv kritisieren. Und was Atheistenvertreter vom Oberhaupt der katholischen Kirche halten, darf stellvertretend Richard Dawkins im britischen Guardian noch einmal klarstellen.


Die Thüringer Allgemeine druckt Auszüge
aus einer Weihnachtspredigt der Thüringer Ministerpräsidentin, die diese vor 21 Jahren in der Dorfkirche Ottmannshausen nahe Weimar hielt. Sie kritisierte damals die Mächtigen – und die seelenlose Konsumkultur des Westens.

Was die Thüringer Allgemeine nicht druckt, ist die Höhe der üppigen Fraktionszuschüsse, die sich die Thüringer CDU-Fraktion – also die Christlich(!) Demokratische Union – mit Ministerpräsidentin Lieberknecht an der Spitze im Landtag selbst genehmigt. 121.000 Euro sind das pro Monat. Die Zuschüsse an alle Fraktionen im Thüringer Landtag stieg von 5 auf 7.5 Millionen Euro:

Die Thüringische Landeszeitung wiederum hebt Pfarrer Carsten Kämpf ins Blatt. Der darf “ohne jegliche Gefühlsduselei” und in aller Ausführlichkeit auf den “ursprünglichen Kern” der “Weihnachtsbotschaft” zu sprechen kommen. Zum Beispiel spricht er über die vielen caritativen Hilfsangebote und vor allem die Kindereinrichtungen der katholischen Kirche.

Was die die Kirche tatsächlich zur Caritas beiträgt, schreibt die Thüringische Landeszeitung nicht. Sie fragt auch nicht weiter nach. Wir können es ihr trotzdem sagen: Es sind rund 9% des Gesamthaushaltes. Den Rest tragen der Staat, die Versicherten und diverse Spender. Die Meriten aber bekommen die Kirchen … zugesprochen. Vor allem an Weihnachten. Von Pfarrern in Thüringer Medien.

Was wäre Weihnachten ohne Pfarrer, die auf allem Kanälen von der Botschaft der Liebe Jesu Christi schwärmen, ohne Politiker, die ihre ganz persönliche Bedeutung der Weihnachtsgeschichte schildern, ohne die unzähligen Aufrufe zu Spenden, Frieden und Nächstenliebe?

Eigentlich auch ganz schön.

Sollten Sie Kirchenmitglied sein, erfahren Sie hier, wie sie austreten können.

Protected: “Herr Westerwelle: Auf Wiedersehen!”

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Protected: Der Sam-Hawkins-Effekt: Morddrohung gegen Matschie?

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Protected: Thüringer SPD beschließt Selbstauflösung

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