Archive for the 'Jena' Category

Sehr geehrter Herr Moderow,

in einem Leserkommentar des Online-Magazins “Jenapolis” schrieben Sie zu dem Beitrag “Das Schuchardt-Phänomen“, in dem Ihrer Partei – der CDU – und Ihrem Kandidaten – Dietmar Schuchardt – vorgeworfen wurde, Wahlen mit schierer finanzieller Überlegenheit zu gewinnen:

      “Nur für das Protokoll: Der Kreisverband hat das Plakat der drei Spitzenkandidaten und den Flyer mit allen Stadtratskandidaten verantwortet. Alles was darüber hinaus an Werbung lief, haben die einzelnen Kandidaten selbst organisiert und selbst bezahlt (bzw. die dafür notwendigen Spenden eingeworben). (…) Die Schelte für die angeblich reichen und mächtigen Kandidaten ist deplaziert.”

Ein Folgekommentator fragte daraufhin:

      “Eine Frage – wenn die umfangreiche Plakatierung privat bzw durch Spenden finanziert wurden – darf der Wähler eigentlich wissen (also ist es öffentlich), wer da für Herrn Schuchardt umfangreich spendete (bzw wissen Sie das gar und würden dieses Wissen mit den Lesern teilen)?”

Und auch Bastian Ebert fragte in einem eigenen Blogpost, der bei Jenapolis verlinkt wird:

      “Dabei wäre es durchaus wichtig zu wissen, wer im Beispiel von Schuchardt den Wahlkampf finanziert hat. Immerhin könnte das der nächste Oberbürgermeister sein, zur letzten Wahl ist er als Gegenkandidat zu Schröter angegetreten. Welche Privatpersonen oder Unternehmen haben hier Geld investiert?”

wait

Wir haben geduldig gewartet. Bisher sind Sie jedoch eine Antwort schuldig geblieben. Deshalb hier noch einmal ganz explizit: Über eine Beantwortung der Frage “Wer sind die Spender?” würden sich die Leser von Jenapolis, bastianebert.de, frankcebulla.info und der THÜRINGER BLOGZENTRALE sehr freuen.

Mit freundlichen Grüßen

Hochwasserkatastrophe 2013 trifft Thüringen

Im Zeitraffer kann man hier verfolgen, wie das das Ernst-Abbe-Sportfeld Jena in der Saale versinkt (dank FCCAM.de):

Derweil ist eine Talsperre übergelaufen. und die Bundeswehr wurde zu Hilfe gerufen. Ebenso repräsentativ wie das obige Video für die Hochwasserkatastrophe, die inzwischen Thüringer Kulturschätze bedroht, ist dieses Bild.

Aljazeera über Jena

Der arabische Sender Aljazeera über den wachsenden Unmut des Westens über den Milliardentransfer in den Osten und einen der wenigen Profiteure: Jena.

Romantik im Internet

Ein Rückblick auf die Veranstaltung “Kommunikation versus Geselligkeit? Neue digitale Geschwätzigkeit und romantische Lebenspraxis heute”

Um 1800 bilden sich, nicht zuletzt in Jena, neue Formen des geselligen Miteinanders weiter aus. Auf das „Konzert aus Witz und Poesie, Kunst und Wissenschaft“ (Dorothea Veit) setzend, erhoffen sich die Frühromantiker neue Impulse der Kreativität. Wie gestalten sich die romantischen Geselligkeitskulturen und die soziale Netzwerkbildung um 1800? In welchem Verhältnis stehen die Entwicklung digitaler Kommunikationsmedien wie Blogs, Facebook oder Twitter zu den lebensgeschichtlichen Entwürfen unserer romantischen VorgängerInnen?

Es diskutierten: Prof. Wolfgang Frindte (Psychologe/ FSU Jena); Prof. Miriam Rose (Theologin/FSU Jena); Romina Voigt (Germanistin/Schriftstellerin) und
Moritz Gause (Kunstwissenschaftler/Schriftsteller). Moderation: Dr. Helmut Hühn Es musizierten: Berenike Vollmer, Gesang Emanuel Winter, Piano

Weitere Hintergrundinformationen zur Veranstaltungsreihe Romantischer Realismus im 21. Jahrhundert gibt es hier

Digitale Demokratie. Wie das Internet die Politik verändert

Von Sven

Wer am 2. Mai aus dem Feiertagskoma erwacht ist und dann um 18 Uhr noch Lust hat, in einem Hörsaal zu sitzen, der darf sich auf den Besuch von Bloggerprominenz in Thüringen freuen. Don Dahlmann kommt nach Jena und will den geladenen Politikern erzählen, was sie im Internet tun und lassen sollten. (Vielleicht ist das auch eine Gelegenheit für den Jenaer OB-Kandidaten Albrecht Schröter (SPD) – der gerade mit dem Vorwurf unlauterer Parteienwerbung im Internet zu kämpfen hat – ein wenig dazuzulernen.)

Ich werde auf dem Podium die THÜRINGER BLOGZENTRALE vertreten und vielleicht ein bißchen über die wahnsinnig erfolgreiche Social-Media-Offensive der Thüringer Politik und der Thüringer Medien erzählen.


(more…)

Jena: Das Märchen von der familienfreundlichen Stadt

Von Bastian Ebert

Am Sonntag ist Oberbürgermeisterwahl in Jena. Sieben Kandidaten stellen sich zur Wahl:

Wahlkampfzeit ist auch immer Sprüche-Zeit und daher ist es ratsam auch direkt in die Programme der Kandidaten zu schauen. Beim aktuellen Amtsinhaber Albrecht Schröter ist mir direkt im ersten Absatz seiner Ziele etwas aufgefallen:

Die Menschen und ihre Familien geben unserer Stadt ihr Gesicht. Wenn sie sich in Jena wohlfühlen, ist das besser als jede Imagekampagne. Deshalb will ich, dass Jena auch weiterhin eine Spitzenposition unter den familienfreundlichsten Städten in Deutschland einnimmt.

Der Punkt mit der “Spitzenposition unter den familienfreundlichsten Städten” ist hervorgehoben, leider gibt Herr Schröter keine Quelle dazu an. Wer in Jena mit Kindern wohnt, weiß darüber hinaus, dass es durchaus einige Probleme in der Stadt gibt, die insbesondere Familien betreffen. Das fängt bei bezahlbarem Wohnraum an, der kaum zu finden ist, geht weiter über zu wenige Plätze in den Kindertagesstätten und endet noch lange nicht bei Berufsschulen, die mögllicherweise zusammengelegt werden sollen. In welchem Ranking belegte Jena also einen der Spitzenplätze bei der Familienfreundlichkeit und was war ausschlaggebend für dieses Votum?

    Die familienfreundlichsten Städte Deutschlands

Die Google-Suche hilft an der Stelle nicht wirklich weiter. Ein bekannteres Ranking für die Familienfreundlichkeit von Städten scheint es nicht zu geben. Einige kleinere Pressemitteilungen einige Anbieter voten Leipzig oder andere Städte auf die vorderen Plätze, Jena wird dabei nie genannt.

Die seriöseste Studie in diesem Bereich scheint der Familienatlas (Wikipedia) zu sein, eine Untersuchung aus dem Jahr 2005 und 2007, die vom Familienministerium in Auftrag gegeben wurde. Neuere Daten scheinen nicht vorhanden zu sein, die Studie von 2012 ist noch nicht veröffentlicht.

Im Familienatlas 2007 wird Jena zwei Mal erwähnt. Bei zwei einzelnen Skalen (nicht bei der Gesamtwertung) belegt Jena einmal den 3. und einmal den 15.Platz. Der dritte Platz wurde dabei in der Kategorie Vereinbarkeit von Familie und Arbeit vergeben, Platz 2 ging an Gera. Hier zählten in erster Linie das Angebot an Kita-Plätzen und der Betreuungsschlüssel. Platz 15 wurde durch das Freizeitangebot erreicht.

Insgesamt erreichte Jena im Familienatlas jedoch nur keinen der vorderen Plätze, da insbesondere in den Bereichen Wohnsituation und Wohnumfeld und Bildung und Ausbildung deutliche Defizite gefunden wurden. Jena bekam daher nur eine Bewertung als engagierte Region, die in einigen Handlungsfeldern noch deutlichen Nachholbedarf hat. Im Familienatlas werden egangiert Regionen wie folgt charaterisiert:

… Für engagierte Regionen ist es notwendig, trotz schwieriger wirtschaftlicher Bedingungen an ihrer Familienfreundlichkeits-Strategie festzuhalten, damit sie in Zukunft von den Erträgen ihres heutigen Engagements profitieren können. …

Das liest sich nicht nach einer Spitzenposition.

    Kein Spitzenplatz für Jena

Die “Spitzenposition unter den familienfreundlichsten Städten“, von der Herr Schröter in seinem Wahlkampfprogramm spricht, scheint also gar nicht zu existieren. Das bedeutet für die Familien in Jena, der mögliche neue Oberbürgermeister ruht sich jetzt bereits auf Lorbeeren aus, die es gar nicht gibt.

Ziel müßte es eigentlich sein, die kritisierten Punkte so schnell wie möglich abzustellen um dem eigenen Anspruch einer familienfreundlichen Stadt gerecht zu werden. Die Ankündigung, die aktuelle Position zu verteidigen bedeutet dagegen eher Stillstand und ein Festschreiben der Probleme für die Familien für die nächste Amtsperiode.

Weiterführendes:

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Disclosure: Der Autor ist Vorsitzender der Piratenpartei Jena, die den parteilosen Kandidaten Andreas Mehlich unterstützt.

ZAPP über Jenas Aspekte

Verfassungsschutz-Propagandafilm über Extremismus in Jena

Heute wurde von der JG Stadtmitte Jena ein Video veröffentlicht, das das Thüringer Landesamt für Verfassungschutz im Jahr 2000 als Lehrfilm für Schulen produzieren ließ.

Ausführlich kommen in diesem skandalösen Video der damals wie heute umstrittene Chef des Thüringer Verfassungsschutzes, Helmut Roewer, sowie Mitglieder des “Thüringer Heimatschutzes” Tino Brandt und Andre Kapke zu Wort.

Das Video, das von dem ehemaligen CDU-Landtagsabgeordneten Reyk Seela produziert wurde, stellt Rechts- und Linksextremismus auf eine Stufe. Linke Autonome werden als „gewaltbereit“ dargestellt, während gleichzeitig Tino Brandt, der Chef des rechtsterroristischen „Heimatschutzes Thüringen“ und hoher NPD-Funktionär unwidersprochen erklären durfte: „Wir sind prinzipiell gegen Gewalt.“. Brandt wurde übrigens vom Thüringer Verfassungsschutz mit 200.000 DM gesponsert.

Der ehemalige Chef des Thüringer Verfassungschutzes erklärt in dem Video verharmlosend, dass rechtsextremistische Straftaten sich überwiegend im “Zeigen verfassungsfeindlicher Symbole” manifestierten, während der “Thüringer Heimatschutz“-Vertreter Kapke ausführlich über linke Gewalt (“Aufbrechen von Briefkästen“) klagen darf:

Anetta Kahane von der Amadeo-Antonio-Stiftung, sprach sich laut JG Stadtmitte mit folgenden Worten ausdrücklich gegen den Film des Thüringer Landesamtes für Verfassungschutz aus:

“Das ist eine derartige Verharmlosung der Anti-Antifa mit ihren militanten Strukturen dass ich das gar nicht fassen kann. Also ich kenne den Andre Kappke als Sprecher des Thüringer Heimatschutzes aus ganz anderen Situationen, wo Leute, die zu Veranstaltungen eingeladen wurden um da zu referieren wie Bernd Wagner massiv angegriffen und bedroht wurden, und da hat er ein ganz anderes Gesicht, ich verstehe nicht wie man ihn hier so etwas sagen lassen kann.”