Sascha Pallenberg und der Schleichwerbeskandal in Blogs

Angeblich soll die THÜRINGER BLOGZENTRALE knapp einem millionenschweren Schleichwerbeskandal mit irren Knebelverträgen und tsunamiartigen Verwerfungen in der gesamten deutschen Blogosphäre entkommen sein … und das kam so:

Letzte Woche erhielten wir eine Email. Darin wurde uns die Bezahlung von 50 Euro angeboten, wenn wir einen Beitrag von rund 200 Wörtern schreiben und einen Link setzen würden.

Die THÜRINGER BLOGZENTRALE war nicht das einzige Blog mit einem solchen Angebot. Einige Blogger der 2. Garnitur, die zwar nur 500 bis 2000 Besucher täglich haben (was ja auch nicht schlecht ist), aber einen recht guten Google-Pagerank aufweisen, erhielten Post.

Beispielsweise der bekannte Thüringer Blogger Florian Freistetter von “Astrodicticum simplex” erhielt eine solche Mail. Und auch Reizzentrum, ntropie, hochniveau, offensichtlich, Fünf-Finger-Blog, Cain-Factory, seefahrer-Blog, netz-online und GuitarPimp erhielten die gleiche Mail und bloggten darüber:

    Hallo,

    bei der Recherche nach guten Linkquellen bin ich heute auf http://***.de gestoßen.

    Wir würden uns freuen, wenn Sie GEGEN VORAUSZAHLUNG einen Artikel mit Link zur Webseite unseres Kunden auf http://***.de veröffentlichen. Dafür bieten wir Ihnen einen Betrag von 50,00 Euro an, den wir Ihnen gerne im Voraus bezahlen.

    Zum Artikel: Der Artikel sollte sich gut in den Inhalt Ihrer Webseite
    fügen und zum Hauptthema Ihrer Webseite passen. Er sollte aus wenigstens 200 Wörtern bestehen. Im Artikel soll ein Link veröffentlicht werden,
    wobei wir Ihnen den Linktext und die Ziel-URL per Email mitteilen würden,
    wenn wir eine Email mit positiver Resonanz von Ihnen bekommen.

    Zur Bezahlung: Wie bereits erwähnt, möchten wir Ihnen für den Artikel eine Aufwandsentschädigung von 50,00 Euro zahlen. Das kann per Paypal oder Überweisung (nur auf deutsche oder europäische Konten) geschehen. Bitte senden Sie uns dafür einfach Ihre Paypal-Emailadresse oder Ihre Bankverbindung zu.
    Wir werden die Überweisung sofort veranlassen und senden Ihnen dann
    eine Email zu, die folgendes enthält:

    * zu verlinkendes Keyword
    * Ziel-URL, auf die verlinkt wird

    Wir möchten Sie dann bitten, uns die URL zum veröffentlichten Artikel innerhalb von fünf Tagen mitzuteilen.

    Falls Sie ein Gewerbe betreiben, dann können Sie uns natürlich auch eine Rechnung mit Mwst. ausstellen (oder ohne, falls Sie Kleinunternehmer sind).

    Ich freue mich auf Ihre Rückmeldung und stehe Ihnen für alle Ihre Fragen gerne zur Verfügung.
    Freundliche Grüße
    ***

Die anderen, die diese Mail erhielten, halten offensichtlich lieber die Klappe, denn es soll sich bei dieser Mail um eine Einladung zu einem Knebelvertrag mit 5000 Euro potentieller Vertragsstrafe handeln, falls man den Mund aufmacht.

Außerdem sollen insgesamt 6-stellige Beträge geflossen und die halbe Blogosphäre in die Falle gegangen sein. Das zumindest behauptet der Blogger Sascha Pallenberg. Das ist ein Typ, der auch behauptet, mit Blogs ließe sich Geld verdienen. Wenn die Aktion mal nicht eine effektive PR-Masche in eigener Sache ist …

Der Mann wirkt wie einer dieser völlig überdrehten Motivationstrainer, deren Geschäftsmodell allein darin besteht, den Leuten zu erzählen sie würden Hunderttausende verdienen und das könne jeder – man müsse nur sein Buch kaufen – oder eben täglich sein Blog besuchen.

Man darf jedenfalls gespannt sein. Angeblich soll

    die Internetfirma, die laut Sascha Pallenberg hinter dem Schleichwerbenetzwerk steckt, Kontakt zu großen Unternehmen aus den Branchen CD, DVD und Bücher, Finanzen und Versicherung, Reise und Stadt, Flug und Mietwagen, Elektronik, Mode, Vermischtes und Handy haben.

So ein Quatsch!Klasse! (+1 von 1 Lesern finden diesen Beitrag klasse)
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11 Responses to “Sascha Pallenberg und der Schleichwerbeskandal in Blogs”

  1. Blogzentrale Says:

    Angeblich ist die THÜRINGER BLOGZENTRALE dem größten Skandal der deutschen Bloggeschichte nur knapp entgangen: http://is.gd/utyrXE

  2. Cain Factory Says:

    Interessanter Artikel, das Video sieht ziemlich fake aus…
    Aber manches, was der redet hat Sinn..

    Aber auch bei der Mail merkt man schnell, dass es einen Hacken haben muss.

    Gruss

  3. Hollii Says:

    Ich hab doch mittlerweile die 50 Euro bekommen. :-D
    http://h75.de/blog/50-euro-von-der-ey-seo-agentur

  4. sven Says:

    Sehr sehr cool, Hollii! :o)) Du hast Deine Aufgabe überfüllt. ROFL

  5. Nic Says:

    “Die anderen, die diese Mail erhielten, halten offensichtlich lieber die Klappe…”

    Nein, die haben diese Spam-Mail einfach gelöscht :-)

    Ich meine aber auch, dass Pallenberg hier einen auf Mini-Assault machen will. …sechsstellige Beträge… wovon träumt der Mann Nachts?

  6. THÜRINGER BLOGZENTRALE » Blog Archive » Enttarnt? Schleichwerbung in Blogs mit “Barketing”? Says:

    […] wie man für Buzz sorgt. Einfach ein paar großspurige und okkulte Ankündigungen machen (“Schleichwerbeskandal in Blogs“). Bei “seriösen” Medien aufgegriffen werden und ansonsten warten, warten, […]

  7. Nics Bloghaus Says:

    Das Rauschen im Blogblätterwald…

    Das heutige Thema bei Rivva sind die “Enthüllungen” von Sascha Pallenberg, Betreiber von Netbooknews.de 1: Dutzende Unterlagen beweisen angeblich, dass seit Monaten rund hundert Blogs systematisch Schleichwerbung betrieben. Das behaupt…

  8. Skandal im Netz » Die gekauften Blogger » Nerdstuff » AMY&PINK Says:

    […] Euro pro eingebundenen Link erhalten. Von einer deutschen Firma, die sich genau auf dieses dubiose Geschäft spezialisiert hat. “Dafür mussten sie einen Knebelvertrag unterschreiben, während die Firma […]

  9. Sascha Pallenberg Says:

    3 kleine Berichtigungen:

    Ich verspreche niemanden, dass er hunderttausende mit seinem Blog macht. Ich verkaufe niemanden etwas, sie muessen vor allen Dingen auch nicht mein Blog besuchen, denn ich berichte ueber Netbooks und nicht ueber Blog-Monetarisierung.

    Die Dokumente dir mir vorliegen haben nichts mit der Spam-Mail zu tun und nichts mit gekauften Artikeln

  10. Teneriffa und Paris sogar auch Hotel « Die Welt ist Scheisse – Aber ohne Geruch Says:

    […] PS: Dort gibts einen Screenshot der Anfrage bzgl. der PR-Geschichte. PPS: Dort gibts auch noch weitere Infos. […]

  11. Henning Ohlsen Says:

    Moin,

    danke noch mal für das heutige Telefongespräch. Mittlerweile ist das Unternehmen, das hinter dem “Schleichwerbesumpf” steckt, bekannt. Es ist Onlinekosten.de, der Betreiber des Blogs Basic Thinking. Ganze Geschichte dazu gibts hier http://bit.ly/hMUYPF

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