Archive for July, 2010

Protected: 4. Thüringer Bloglesung oder so

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Wider die Legendenbildung: Kirche und Revolution 1989

Von sapere aude

Das Jahr 1989 war für uns alle, die wir in der DDR geboren wurden und aufgewachsen sind, ein außergewöhnliches Jahr. Ein Gefühl des Mutes zum Aufbruch zu ganz Neuem beseelte alle, die dabei waren. Und dabei waren viele. Ein großer Teil der DDR-Bevölkerung ging 1989 auf die Straße und ermöglichte so die friedliche, gewaltlose und humane Revolution. Das Erstaunliche an dieser Leistung ist, dass sie überwiegend von Atheisten vollbracht wurde. Von Menschen also, die von keiner Religion, keiner Ideologie, sondern von einem klaren Bedürfnis nach der Beseitigung von Unfreiheit und offensichtlicher Ungerechtigkeit getrieben waren. Der auch von DDR-Institutionen gelehrte nichtreligiöse Humanismus war nicht vereinbar mit dem realsozialistischen Unrechtsstaat, der seine Bürger aushorchte, einsperrte und folterte. Der Fall der Mauer war ein Ereignis, das so nur möglich war, weil auf beiden Seiten Menschen standen, die sich über die Dimensionen ihrer Entscheidungen zwar nicht immer im Klaren waren – aber meist vor allem eines bedachten: Menschen dürfen nicht zu Schaden kommen.

Die katholische und die evangelische Kirche reklamieren die Wende heute für sich. Mit ihren Kerzen und Gebeten soll niemand gerechnet haben. Aber die allzu schöne Geschichte von dem Politbüromitglied, das dieses Einknicken vor Kerzen und Gebeten zugegeben haben soll, →ist eine Legende. Eine Legende, die sich rasend schnell verbreitet. Dabei ist gerade den damals wichtigsten Vertretern und heutigen Kronzeugen der friedlichen Revolution bereits früh klar gewesen, dass eine Oppositionsbewegung, die aus einer Kirche kommt, im christlichem Duktus argumentiert und überwiegend von Pfarrern getragen wird, in einem Land, das zu 70% aus Atheisten besteht, nicht erfolgreich sein kann.

Bärbel Bohley, die Grande Dame der Wende, sagte in einem MDR-Radio-Essay denn auch folgerichtig:


“Die Kirche ist nicht der Platz, um eine Opposition – eine, die wirklich in die Gesellschaft wirkt – aufzubauen. Das geht nicht in einer Gesellschaft, die mehr oder weniger atheistisch war”

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