Wieviele Menschenleben kostet erneuerbare Energie?

Von Neidhart von Schwarzburg

Ein hoher Funktionär der Thüringer CDU unterhält Verbindungen zu einem dubiosen Verein, der den Klimawandel infragestellt. Bezahlt wird dieser Verein von Auto- und Erdölkonzernen wie Chevron, DaimlerChrysler und ExxonMobil.

Während sich im mexikanischen Cancún die Staatsmänner der Welt zur abschließenden Sitzung der UN-Klimaschutzkonferenz trafen, fand in Berlin die jährliche Gegenkonferenz statt. Eingeladen zu dieser “Internationalen Energie- und Klimakonferenz” hatten die Gegner der Annahme von der menschengemachten Klimaerwärmung, das sogenannte EIKE (Europäisches Institut für Klima und Energie) und die europäische Dependance des US-amerikanischen Vereins CFACT (Committee For A Constructive Tomorrow). Beide Vereine teilen sich ein Postfach in Jena. Präsident bzw. Vorsitzender ist in beiden Fällen ein und dieselbe Person.

Das ZDF-Magazin Frontal21 berichtete Anfang Dezember über diese “Internationale Energie- und Klimakonferenz” und ihre Ausrichter. Diese haben ausgezeichnete Verbindungen zur FDP, deren Friedrich-Naumann-Stiftung ebenfalls als Organisator auftritt. Ein weiterer Ausrichter dieser Konferenz ist die Berliner Zentrale des “Manhattan Instituts“, eines neokonservativen Thinktanks, dessen Aufgabe es ist, die “Prinzipien der freien Marktwirtschaft” zu propagieren.

Während EIKE vor allem durch lautstarke Klimaskeptikerpropaganda auffällt und reißerische Artikel mit dem Titel “Wie viele Menschenleben kostet erneuerbare Energie?” oder „Nutznießer der Klimakatastrophe im Umweltministerium und im PIK“ veröffentlicht, macht CFACT mit tollen Aktionen von sich reden:

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace berichtet (PDF), dass CFACT allein 2004 von von dem US-amerikanischen Erdölkonzern ExxonMobil rund 125.000 US-Dollar erhielt, davon 50.000 US-Dollar für den bezeichnenden Titel „Grassroot Efforts on Climate Change Issues“.

Mit der Mobilisierung politischer “Grassroots” und ihrer Vortäuschung kennt sich auch ein Thüringer CDU-Spitzenpolitiker aus. Hat er doch ein Buch zum Thema “Grassroots und Mobilisierung im Bundestagswahlkampf 2005” mit herausgegeben. Im Landtagswahlkampf 2009 ging eine von ihm inszenierte “Grassroots“-Kampagne gegen den Spitzenkandidaten der Linken, Bodo Ramelow, jedoch schief, weil der Aufruf des damaligen Landesvorsitzenden der Jungen Union – bei Veranstaltungen Ramelows in “zivil” zu erscheinen und gezielt “kontrastierende Werbung” zu verbreiten – bei Wikileaks gelandet war.

Der Mann sitzt nun zufällig auch im Beirat des gut finanzierten Klimaskeptikerverein ohne Büro. Er und der CFACT/EIKE-Chef kennen sich noch aus Zeiten früher Zusammenarbeit in der CDU-Nachwuchsorganisation RCDS, deren Vorsitzender und Co-Vorsitzender die beiden einst waren. Gemeinsam gab man eine Broschüre zur Geschichte des RCDS heraus. Heute organisiert der eine, Dr. Holger Thuss, Lobbykonferenzen und der andere, Dr. Mario Voigt, die mitgliederstärkste Partei Thüringens.

Wie anpassungsfähig der Generalsekretär der Thüringer CDU ist, zeigen seine jüngsten Äußerungen zur Energiepolitik. Hier erklärt er Thüringen zum “Musterland der erneuerbaren Energie” und schilt den energiepolitischen Kurs der SPD als „realitätsfern und ideologisch aufgeladen“.

Fehlenden Pragmatismus will er sich offenbar nicht vorwerfen lassen.

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6 Responses to “Wieviele Menschenleben kostet erneuerbare Energie?”

  1. Blogzentrale Says:

    Ein hoher Funktionär der Thüringer CDU unterhält Verbindungen zu einem dubiosen Verein, der den Klimawandel infragestellt http://is.gd/jaWO2

  2. Blogzentrale Says:

    Voigts Mitgliedschaft im Klimaskeptikerverin CFACT ist wohl nicht mehr opportun: http://is.gd/LKdZuf

  3. Blogzentrale Says:

    Voigts Mitgliedschaft im Klimaskeptikerverein CFACT ist wohl nicht mehr opportun: http://is.gd/LKdZuf

  4. cat à lysée Says:

    RT @Blogzentrale: Voigts Mitgliedschaft im Klimaskeptikerverein CFACT ist wohl nicht mehr opportun: http://is.gd/LKdZuf

  5. Mazbln Says:

    Guter Artikel, nur ist Frontal 21 vom ZDF.

  6. sven Says:

    Danke!