Stuttgarter Gegenzeitung “Kontext” als Vorbild für Thüringen?

In Stuttgart hatte man die Nase voll von der Hofberichterstattung der Stuttgarter Zeitung. Diese machte sich allzu auffällig für den Bahnhofsneubau “Stuttgart 21” stark. Deshalb startet nun ein kleines Team von Journalisten eine Gegenzeitung für das Schwabenland. Geleitet wird die neue Zeitung von einem ehemaligen Chefreporter der Stuttgarter Zeitung, Josef-Otto Freudenreich. Freudenreich veröffentlichte 2008 ein Buch über Filz, Korruption und Kumpanei in Baden-Württemberg“, in dem er seiner eigenen Zeitung ein ganzes Kapitel widmete.

Ende 2009 verließ er seine Zeitung dann – u.a. auch weil man sich immer stärker in Richtung gewinnbringendem Boulevard auf Kosten der journalistischen Qualität bewegte. Eine Klage, die man auch aus Thüringen kennt. Folgerichtig sieht Freudenreich in der Entwicklung der Stuttgarter Zeitung einen bundesweiten Trend. Der SPIEGEL schrieb dazu in seiner Ausgabe der letzten Woche:

    Die Abhängigkeit der Blätter gegenüber Anzeigenkunden sei gewachsen, die meisten Redaktionen seien nach etlichen Sparrunden ausgedünnt. “Mit dem Job, wie ich ihn gelernt habe, hat das meiste nichts mehr zu tun.” sagt er. Er will mit langen, selbstrecherchierten Geschichten einen Kontrapunkt setzen. “Gerade das aufgeklärte bürgerliche Publikum ist unzufrieden mit dem, was es journalistisch geboten bekommt” sagt er.

Am 6. April soll Kontext starten: Online und als Printbeilage zur taz. Mit 200.000 Euro privater Spenden will man ein Jahr über die Runden kommen. Gespendet haben Prominente wie Ex-Daimler-Chef Edzard Reuter oder der Schauspieler Walter Sittler.

In Baden-Württemberg brauchte es einen absurden Bahnhofsneubau, um den demokratischen Instinkt von Bürgern und Journalisten wachzurufen. Was zur Hölle muss in Thüringen passieren? Filz, Korruption und Kumpanei gibt es auch in Thüringen zur Genüge … und ein paar richtig gute Journalisten in (Zwangs)Rente, die sehr unzufrieden über die aktuellen Entwicklungen des Thüringer Journalismus sind, auch.

Die THÜRINGER BLOGZENTRALE steht jedenfalls für solche Experimente wie das in Stuttgart zur vollen Verfügung.

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11 Responses to “Stuttgarter Gegenzeitung “Kontext” als Vorbild für Thüringen?

  1. Blogzentrale Says:

    [New Blogpost] Stuttgarter Gegenzeitung als Vorbild für Thüringen?! Los, Ihr alten Säcke, kriegt Euren Arsch hoch! http://is.gd/mGW2Fb

  2. StephanJ Says:

    Herr Lochthofen hat übrigens eine neue Funktion: Mitglied im Plenum des Deutschen Presserates:

    http://www.presserat.info/inhalt/dokumentation/pressemitteilungen/pm/article/verdienstvolles-mitglied-verlaesst-presserat/11.html

    Dort wird er interessanterweise als freier Journalist aufgeführt. Ich dachte, er soll “eine andere Aufgabe innerhalb der WAZ Mediengruppe übernehmen, die seinen Kenntnissen und Fähigkeiten entspricht.”

    Wie ich in früheren Kommentaren erwähnte, finde ich immer noch, Thüringen hat auch eine anspruchsvolle, kritische und professionell journalistische ZGT-Alternative verdient.

  3. sven Says:

    Ich glaub das mit der “anderen Aufgabe” hat sich spätestens seit dem Stalinismus-Vorwurf an die Verlagsadresse erledigt. :o)

    Zur Zeit schreibt Lochthofen seine Memoiren und ist Gast beim MDR oder Radio F.R.E.I.

  4. Blogwarte.de Says:

    Stuttgarter Gegenzeitung “Kontext”…

    Die Stuttgarter Zeitungen sind zu nahe an der Macht, um noch Journalismus betreiben zu können. Die neu gegründete Gegenzeitung “Kontext” will diese Lücke füllen….

  5. sven Says:

    Perlentaucher schlägt sich auch mit Spenden durch:

    http://medienwoche.ch/2011/03/23/%C2%ABeigentlich-geht-es-den-zeitungen-in-deutschland-prachtig%C2%BB/#more-1561

  6. Jens Mende Says:

    Ja, ich wäre bei einem solchen Projekt sofort dabei, aber die Frage ist, wie soll das finanziert werden? Wer hat Zeit und Muse, Gelder einzuwerben und “nebenbei” noch seinem täglichen Broterwerb nachzugehen?
    Ich hatte gehofft, der Markt werde es richten (Abonnenten wenden sich von “Ihrer” immer dürftiger werdenden Tageszeitung Made by TZG ab und die Macher werden dadurch gezwungen, mehr Qualität zu bieten), aber nach nunmehr zehnjähriger Beobachtungszeit hat die Macht des weglaufenden Abonnenten meines Erachtens nicht viel ausrichten können.
    Doch egal wie, ob nun großer Medienkonzern oder kleines “unabhängiges” Blatt: Das Dilemma in Form der Abhängigkeit vom Anzeigenkunden bleibt bestehen. Die Lösung kann also nur lauten: Ein völlig werbefreies Medium anzubieten. Was jedoch wieder die Frage nach der Finanzierung auf die Tagesordnung ruft…

  7. sven Says:

    Jens, immer wieder im Gespräch ist die Stiftungsfinanzierung.

    Aber die Finanzierung ist nicht das eigentliche Problem. Das wirkliche Problem ist das journalistische Potential in Thüringen. Es fehlt an fähigen Journalisten mit Rückgrat.

    So ein Alternativzeitungsprojekt im Netz steht und fällt nämlich mit der journalistischen Qualität – und nicht mit dem Geld.

    Die Versorgung der Bevölkerung mit X-beliebigen Lokalnachrichten soll die Zeitungsgruppe Thüringen mit ihren Werbeblättchen OTZ/TLZ/TA & AA übernehmen.

    Aber kontroverse und politisch heikle – dabei aber gut recherchierte und gut geschriebene Beiträge kann man auch ehrenamtlich ins Netz stellen. Wenn Nachrichten- und Neuigkeitswert hoch sind, wird das Projekt ein Selbstläufer.

    Und wenn dann mit ein paar richtig guten Leuten ein paar ordentliche Geschichten in einer Woche zustande kommen, dann könnte man auch über den Druck und Vertrieb per taz & Co nachdenken.

    Aber wie gesagt: Ich sehe weniger ein Geld- als vielmehr ein Personalproblem.

  8. unbequem Says:

    Die Frage ist doch nicht, ob die ZGT-Blätter gut oder schlecht sind und ob ein alternatives Projekt geeignete Mitarbeiter fände oder nicht. Die Frage ist doch schlicht und einfach: Wären denn die Leser bereit, für kritischen Journalismus überhaupt zu bezahlen? Und zwar langfristig.
    Im dem Konzern, zu dem die ZGT-Zeitungen gehören, gibt es einen Ehrenkodex, der den dort tätigen fest angestellten Journalisten explizit die Vermischung von Redaktion und Werbung verbietet, ebenso jede andere Form der Vorteilsnahme, soweit sie auf die Tätigkeit Einfluss haben könnte.
    Die Erlöse aus dem Vertrieb liegen wie bei vielen deutschen Tageszeitungen inzwischen über den Erlösen aus der Werbung. Glaubwürdigkeit ist damit längst das wichtigere Kapital. Selbst Jugendliche gehen davon aus, dass Zeitungen eine seriöse Informationsquelle sind, halten aber Fernsehen für nicht informativ (zu recht). Trotzdem sinken die Auflagen. Warum: Weil man die Information im Netz auch umsonst bekommt, sie dort umfangreicher, besser strukturiert und mit schnellerem Rückkanal gestaltet werden kann. Vom Nutzer wird diese Leistung aber ohne zusätzliche Kosten erwartet, kann sich also nur durch Werbung finanzieren und ist damit noch weit abhängiger als eine Tageszeitung, der Abonnenten den Hauptteil des Erlöses bringen. Wer jemals versucht hat, ein regionales journalistisches Portal zu betreiben, das Leser findet und seine Kontrollfunktion auch wahrnimmt, dem ist klar, dass dies auf die Dauer weder durch Werbung (Reichweite zu gering) noch durch Spenden finanziert werden kann. Demjenigen, der kontroverse und politisch heikle – dabei aber gut recherchierte ..Beiträge ehrenamtlich (!) ins Netz stellt, ohne einen Verlag hinter sich zu haben, dem wünsche ich eine ganz reiche Großmutter, wenn das erste Anwaltsschreiben kommt. Viel Erfolg! Auch beim Schultern der Kosten von Druck und Vertrieb (!). Die Konkurrenzversuche zu Ostthüringer Zeitung, Thüringische Landeszeitung und Thüringer Allgemeine hat es ja immer gegeben, gerade gedruckt. Herausgekommen sind dabei Anzeigenblätter wie “Die Hallos”. Deren Reichweite in der Thüringer Bevölkerung ist enorm. Bei mir reichten sie immer vom Briefkasten bis zum Papierkorb. Nach einiger Zeit habe ich dem Zusteller Konsequenzen angedroht, wenn er mir diesen Schrott noch einmal in den Kasten würgt, obwohl da steht: “Bitte keine kostenlosen Zeitungen!”

  9. Karl Says:

    Jens schreibt selbst für die TZG (meinanzeiger). Das es ohne Entlohnung abläuft steht aber in den Bedingungen. Wenn man sich seine Seite anguckt sieht man eigentlich nur Fussball- und Polizeimeldungen. Da würde ich auch keinen Cent bezahlen und eine Stiftung würde das auch nicht gerne sehen. Und auch als neugebackener Chefredakteur hat er es nicht leicht, aber Oscar am Freitag nimmt die Konkurrenz “Sportstadt Magazin” sportlich (Oscar am Freitag: 6. Mai, Seite 3).

  10. sven Says:

    Lieber “unbequem”, Du sprichst ein paar ganz wesentliche Dinge an:

    1. Rechtssicherheit für ehrenamtliche Investigativangebote

    Die kann nur politisch erreicht werden.

    2. Zunehmende Irrelevanz von Print bei zunehmender Relevanz von Online

    Das ist eine Tatsache. Frage ist, wer bei den Verteilungskämpfen um die Aufmkersamkeit gewinnt. Und wer das ist, kann Dir ein Journalismusstudent im ersten Semester sagen. Das sind die, die Nachrichtenwert gepaart mit journalistischer Qualität zu bieten haben.

    3. ZGT-Ehrenkodex

    Den “Ehrenkodex” in allen “Ehren” – aber mal ehrlich, Du willst doch nicht ernstlich behaupten, dass das, was da in Euren Blättern steht, wirklich PR-frei ist.

    Es ist schlicht und einfach uninteressant.

    Und das ist es vor allem deshalb, weil Ihr mit gegenseitigen Abhängigkeiten von Anzeigenkunden, Politikern und Redaktion ein System von Nullinformation geschaffen habt, die zwar vielen älteren Lesern das Gefühl gibt, informiert zu sein … aber die jüngeren fallen längst nicht so leicht drauf rein.

    Obrigkeitshörigkeit ist nämlich nicht mehr hip und die jungen Thüringer Politiker haben inzwischen das Netz erobert. Politik für die Jungen findet im Netz statt.

    Abhängigkeit vom Wohlwollen des jeweiligen Zeitungsredakteurs wird in Kürze eine Legende aus ferner Vergangenheit sein.

    Das heißt, man muss jetzt 1. Schnell sein 2. Neu sein und 3. Gut sein.

    Kritischer, ehrenamtlicher Investigativjournalismus ist möglich und findet – im Angesicht der aktuellen Honorare – faktisch ja hier und da auch in den Blättern der ZGT schon statt.

    Die jungen Talente müßten sich von den ollen Mutterschiffen TA OTZ und TLZ loseisen und journalistisch mal so richtig auf den Putz hauen.

    Ich kann mir jedenfalls nicht vorstellen, dass es in Thüringen keine Skandale gibt – und damit meine ich nicht Dieter Althaus und Ute Freudenberg – und alles Friede Freude Eierkuchen ist, so wie das täglich von den ZGT-Blättern suggeriert wird.

    Ich denke, ein Anfang könnten beispielsweise die Kosten und die Organisation des Papstbesuches sein.

  11. unbequem Says:

    @sven (#9)
    Zumindest der Faden ist aufgegriffen, Danke! Hier wird noch ein wenig Klartext gesprochen. Doch allzu viele Diskussionen in medienkritischen Blogs gehen am Kernproblem vorbei.

    Einiges habe ich allerdings so nicht geschrieben.

    zu 1. Der aktuelle Zustand ist für jedwede Art von Investigativjournalismus in Deutschland zurzeit nicht beglückend. Ob nun kommerziell, ehrenamtlich oder öffentlich-rechtlich. Stichwort: Pressekammer Hamburg.
    Da muss dringend im Sinne von GG Artikel 5 Satz 1 nachgebessert werden. Von der amtierenden Politik kann das nicht kommen, denn genau die würde ja dann noch stärker kontrolliert. Es ist also ein Dilemma der repräsentativen Demokratie, dass die Repräsentanten wohl kaum beschließen werden, es künftig noch schwerer zu haben.
    Deshalb: Mehr direkte Demokratie, oder auch: Spenden an Mehr Demokratie e.V. kann wichtiger sein, als einen Blog zu unterstützen!
    Das ist aber ein langer Prozess und bis dahin braucht man nach wie vor schlagkräftige publizistische Einheiten, die einen Rechtsweg ggf. bis zu Ende gehen können. Auch danach brauchte man die noch, weil gute Recherchen teuer sein können. Die Gesellschaft braucht eine andere Struktur und Organisation der sogenannten “vierten Gewalt”. Ob deren Hauptstütze künftig der ehrenamtliche Online-Einzelkämpfer (oder von mir aus auch ein Team aus 10) mit politisch gedankter Rechtssicherheit sein kann, sorry, aber das wage ich zu bezweifeln.

    zu 2. “Zunehmende Irrelevanz von Print bei zunehmender Relevanz von Online” — sorry, das ist 100% Wunschdenken! Die wahre These lautet: Die Relevanz von Print sinkt( zumindest langfristig, wenn die Einnahmen sinken) , während Online nichts Adäquates entsteht, weil sich die Angebote verzetteln. Im Lokalen und Regionalen gilt das auf jeden Fall.
    Damit sinkt die Relevanz des kritischen Journalismus insgesamt und das ist beklagenswert.
    Was ein Journalistikstudent (Journalismus ist der Vorgang, Journalistik die Theorie davon) nicht nur im ersten Semester sagen können muss, ist die Antwort auf die Frage: “Was ist der Gegenstand des Journalismus?” Wenn Du Dir diese Frage beantwortet hast, wirst Du sehr schnell feststellen, dass es einen 100 % PR-freien Journalismus nicht geben kann.
    Wenn “Nachrichtenwert gepaart mit journalistischer Qualität” bewirkt, den Kampf um die Aufmerksamkeit zu gewinnen, müsste übrigens “Bild.de” deinen Kriterien schon seit langem am besten entsprechen. Aber offenbar ist es dann doch nicht ganz so einfach.

    zu 3. Der ZGT-Ehrenkodex ist wohl ein WAZ-Ehrenkodex, der auch bei den Abo-Blättern der ZGT gilt. Den einfach mal googlen und dann lesen! Und dann hin und wieder mal die Blätter selbst lesen. Auch online findet sich etliches ganz und gar kostenfrei. Da wird zum Beispiel über Streiks berichtet, obwohl die Unternehmen Anzeigenkunden sind. Da werden auch Bürgermeister kritisiert, obwohl die Städte in der Regel bedeutende Anzeigenkunden sind. Wenn man aber als “Leser” immer erst einen Begriff in die Suchmaschine eingibt, bevor man etwas liest, wird man die wohl nicht finden, weil da vielleicht “Warnstreik” steht und nicht nur “Streik”.
    Ich sage es noch mal: Einfach mal lesen! Und dann überlegen, ob die These vom “System von Nullinformation” wirklich so stimmt.
    Weiter in (deinem) Text: “…die jungen Thüringer Politiker haben inzwischen das Netz erobert.” Hä? Das wäre ja wirklich schön, wenn das so wäre. Aber ich glaube eher, ein Tankred Schipanski (nur mal so als Beispiel) würde einen Shitstorm nicht mal bemerken, geschweige denn verstehen. Und wie viel Follower bitte hat Patrick Kurth?
    Politik für die Jungen findet übrigens eher überhaupt nicht statt. Stichwort: Staatsverschuldung, Rundfunkbeitragsstaatsvertrag (da geht es um das Zwangsgeld für Rentner-Fernsehen), Ausbau der Netzinfrastruktur
    Eher stimmt: Einige wenige junge Thüringer Politiker versuchen das Netz für ihre Zwecke zu nutzen und nur ganz wenige von diesen wenigen nehmen ein Feedback dort auch ernst.

    Bei welchem Politiker hast Du eigentlich “Abhängigkeit vom Wohlwollen..” eines “jeweiligen Zeitungsredakteurs” bemerkt? Erstens gab es nie den jeweiligen Zeitungsredakteur, sondern zum Glück immer mehrere und die konnten durchaus unterschiedlicher Auffassung sein und zweitens kann auch das intensivste Zeitungsredakteurs-Wohlwollen nicht verhindern, dass eine Sauerei ans Licht kommt. Sicher gab es mal einen sehr dominanten Chefredakteur der noch immer dominierenden Thüringer Allgemeine und es konnte den Aufstieg eines Politikers vielleicht bremsen, wenn dieser Chefredakteur etwas gegen ihn hatte, aber zum Ministerpräsidenten “schreiben” oder “schreiben lassen” konnte auch der niemanden. “Abhängigkeit vom Wohlwollen” war schon Legende, als Du noch gar nicht schreiben konntest, weil es in Deutschland ein außenpluralistisches Journalismus-Modell gibt, damals auch noch kommerziell sehr erfolgreich. Und heute (das ist ein Vorteil!) getragen von den Zeitungsabonnenten mehr als von den Anzeigenkunden.

    jetzt
    1. Schnell sein
    2. Neu sein
    3. Gut sein
    4. kein Geld dafür bekommen!

    Das reicht für Twitter und Meinungspalaver, wie wir es hier betreiben, darüber hinaus: Vergiss es!

    Es ist übrigens vollkommen irrelevant, ob Du Dir vorstellen kannst, dass es in Thüringen Skandale gibt oder nicht. Relevant ist nur, ob Du einen rechtssicher belegen sowie glaubhaft und allgemeinverständlich darstellen kannst.

    Ob die von den ollen Schiffen losgeeisten jungen Talente in der Putzstaubwolke da was bringen?

    Beim Pabstbesuch kann ich Dir allerdings helfen. Der Pabstbesuch ist a priori ein Skandal. Zu allererst behindert er die Pressefreiheit. Denn wenn man etwas über die Organisation des Pabstbesuches veröffentlicht, muss man natürlich auch über das Sicherheitskonzept schreiben. Wenn das aber bekannt ist, könnten potentielle Täter diese Informationen ausnutzen. Deswegen braucht man ein zweites Sicherheitskonzept mit weit reichenden Maßnahmen, über das noch nicht geschrieben wurde. Im Sinne einer transparenten Information über die Verwendung von Steuergeldern ist dann aber auch über dieses zu berichten . Dann braucht man – siehe oben – also ein drittes und die Kosten steigen allmählich ins Unermessliche! Deswegen kann der Pabstbesuch eigentlich nicht stattfinden…

    Es sei denn, man berichtet erst danach umfassend auch über diese Aspekte. Deswegen sollte vorher ein Volksentscheid stattfinden. Frage: Wünschen sie den Pabstbesuch auch dann, wenn die Kosten für den Steuerzahler die Mehreinnahmen des Fiskus infolge höherer Umsätze im Beherbergungs- und Gastronomiegewerbe übersteigen?
    Und wenn die Mehrheit diese Frage mit NEIN beantwortet, laden wir den Pabst halt einfach wieder aus. Wäre doch ok, oder?
    .. Ironie aus.