Schleichwerbung und kein Ende

Von Sven

Ich bin ein bißchen in einer Zwickmühle. Ich bekomme Anrufe. Seit Wochen. Nun ja, das ist zunächst mal nichts Schlimmes. Aber jetzt kommts: Der Geschäftsführer einer Firma, die Links in Blogs kauft, will mich dazu zu bewegen, einen Beitrag der THÜRINGER BLOGZENTRALE aus dem Netz zu nehmen. Warum? Weil er von großen deutschen Unternehmen dafür bezahlt wird, Links in Blogs zu kaufen und weil das auch so in der Blogzentrale steht.

Viele der Blogeinträge in der THÜRINGER BLOGZENTRALE aus den letzten Wochen drehten sich nur um dieses eine Thema: Den Einfluss kommerzieller Werbeunternehmen auf Blogger und Journalisten. Dieses Phänomen greift in der Blogosphäre trotz skandalträchtiger Diskussion ungehindert um sich.

Ein Thüringer Blogger schickte uns nun kürzlich folgende Mail zu, die er von einer Werbefirma erhalten hatte:

Hier soll der Blogger ein Produkt besprechen und darf sogar kritische Dinge schreiben. Was vermutlich in der nächsten Mail gekommen wäre: Die Aufforderung zur Setzung eines Links … Wert: 50 Euro.

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      Jeder veröffentlichte Beitrag wird von uns vergütet, entweder mit einem festen Betrag oder über Umsatzbeteiligung. In der Regel zahlen wir pro Artikel 5 bis 15 Euro, je nach Thema und Arbeitsaufwand. Die Beiträge sollen zwischen 300 und 400 Wörtern lang sein. In Frankreich, wo Wikio Experts schon seit 7 Monaten online ist, erhalten unsere Mitglieder oft rund 350 Euro pro Monat.

    WIKIO wirbt mit dem Slogan “Werden Sie Freelance-Autor für Wikio Experts”. Das hört sich an wie … billige Contentgenerierung und Linkkauf.

    Diese Entwicklungen sind besorgniserregend. Noch besorgniserregender ist allerdings die Naivität mit der Blogger in die Fallen der Linkkaufmafia stolpern. Linkkauf und Schleichwerbung in Blogs sind gang und gäbe, das haben wir zur Genüge besprochen. Was daran schlimm ist, auch.

    Bleibt die Frage, was ich mit dem Mann machen soll, der hier einmal die Woche anruft, weil er aus der Google-Trefferliste verschwinden will. Verstehen kann ich sein Anliegen gut. Und nett ist der Mann auch. Aber wäre es richtig, einen Blogeintrag über einen Linkkäufer aus dem Netz zu nehmen, weil der durch die öffentliche Beschreibung seines Tuns seinen Ruf gefährdet sieht?

    Ein schweres Dilemma.

    So ein Quatsch!Klasse! (+2 von 2 Lesern finden diesen Beitrag klasse)
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    5 Responses to “Schleichwerbung und kein Ende”

    1. Thüringer Blogs Says:

      Schleichwerbung und kein Ende: Von Sven
      Ich bin ein bißchen in einer Zwickmühle. Ich bekomme Anrufe. Seit Wochen… http://bit.ly/j3u1Qs

    2. Christobal Colon Says:

      Ich denke, du hast ein Anrecht auf deine Meinungsäußerung. Der Kompromiss könnte sein, den Artikel zu anonymisieren, aber auch explizit den Grund für die Anonymisierung hinzuzuschreiben.

    3. sven Says:

      Was sollte ich anonymisieren? Und warum sollte ich das tun?

    4. Christobal Colon Says:

      Klarnamen von Unternehmen in X,Y,Z GmbH, Ortsnamen in Xyzstadt etc., Personen in A, B, C.

      Du löst dein Dilemma auf ohne deinen Artikel zurückzunehmen.

      Und nicht vergessen, den Grund der Anonymisierung mit dem Drängen des Unternehmers A oder B oder C (bitte konkrete Anonymisierung verwenden).

    5. sven Says:

      Du hast die zentrale Frage nicht beantwortet:

      Warum sollte ich das tun?