Der SPD-Chef ist gegen die Trennung von Staat und Kirche

Seit dem Herbst vergangenen Jahres gibt es einen inoffiziellen Arbeitskreis von Laizisten in der SPD. Die Genossen wollen, dass Religion wirklich Privatsache wird. Das ist in Deutschland nämlich nicht der Fall. Alle Deutschen – ob Christ, Atheist oder gar Muslim – zahlen jährlich eine Art vesteckte Kirchensteuer, die die Kirchen nach Belieben ausgeben können. Es gibt zwar keine “Staatskirche” aber allein der Freistaat Thüringen zahlt jährlich rund 22 Millionen Euro an die beiden Großkirchen. Der Thüringer SPD-Abgeordnete Rolf Schwanitz bringt den Grund für die Initiative seiner Parteigenossen auf den Punkt:

Der SPD-Vorsitzende und evangelische Christ, Sigmar Gabriel, findet die Initiative der vornehmlich ostdeutschen Genossen nicht ganz so nachvollziehbar. Auf die Frage des
christlich-fundamentalistischen “Evangelischen Pressedienstes”, warum er gegen einen offiziellen laizistischen Arbeitskreis ist, antwortet er

Das bedeutet im Klartext: Die SPD ist gegen eine klare Trennung von Staat und Kirche. Ganz anders übrigens als die Mehrheit der Deutschen. Die spricht sich nämlich für die Trennung aus.

Die Rolle von Kirchen soll noch eine andere sein, als eine soziale. Welche das sein soll und warum diese besonders schützenswert ist, läßt Gabriel offen. Dass die Kirchen in Staat und Gesellschaft eine wichtige Rolle spielen sollen, sieht übrigens die Mehrheit der Ostdeutschen nicht so gern. Bei einer Umfrage des Instituts infratest dimap kam man zu dem Ergebnis, dass die Mehrzahl der Ostdeutschen findet, dass Kirchen einen viel zu großen Einfluss haben:

Wiglaf Droste fasste diese Ansicht der Ostdeutschen am 3.6.2011 in der jungen Welt in folgende kleine Anekdote:

    Am 14. Mai starb Michael John, der die Erfurter Herbstlese erfand und dann auch noch die Erfurter Frühlingslese organisierte. Ich freute mich immer, von ihm eingeladen zu werden, und ich weiß noch genau, was er bei unserer letzten Begegnung am 27.März zu mir sagte: »Man kann gegen die DDR eine Menge sagen, aber diese penetranten Christen hat sie gut in Schach gehalten und zurückgedrängt. Und aus Rache dafür sitzt hier seit 1989/90 auf jedem zweiten Stuhl ein Christ, hat von nichts eine Ahnung, redet aber überall mit, will bestimmen und nervt.«
So ein Quatsch!Klasse! (-1 von 1 Lesern finden diesen Beitrag klasse)
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7 Responses to “Der SPD-Chef ist gegen die Trennung von Staat und Kirche”

  1. Blogzentrale Says:

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  2. Thüringer Blogs Says:

    Der SPD-Chef ist gegen die Trennung von Staat und Kirche: Seit dem Herbst vergangenen Jahres gibt es einen inoff… http://bit.ly/lk8xUw

  3. Peter Piksa Says:

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  4. B. A. Says:

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  5. Frank Coburger Says:

    Was Wiglaf Droste sagt: http://t.co/cXuoQ9w #laizismus ( via @thueringerblogs )

  6. Klaus Peter Says:

    #SPD -Chef ist gegen die Trennung von Staat und Kirche http://t.co/vkdwXgM

  7. Herr Müller Says:

    Rolf Schwanitz mag zwar in Thüringen geboren sein, ist aber ein sächsischer Angeordneter im Bundestag.

    Im Übrigen nennt man das deutsche Konstrukt seit den 1920er Jahren auch “hinkende Trennung von Staat und Kirche” (Ulrich Stutz). Das beschreibt es besser als on/off.