Bruno Pardon: “Opfer” der “Konterrevolution” 1989?

In der heutigen Ausgabe der Thüringischen Landeszeitung fand sich folgende Todesanzeige:

Verfasser dieser Anzeige ist wahrscheinlich ein ehemaliges Mitglied der WASG und jetzigen Linkspartei, der Diplom-Ingenieur, Dr. Michael Pardon.

Der erklärt auf telefonische Anfrage der THÜRINGER BLOGZENTRALE, dass sein Bruder, Bruno Pardon, in den turbulenten Jahren der Wende in einem Wäldchen am Jenaer Landgrafen erhängt aufgefunden worden sei. Er hätte sich zuvor in einer nahgelegenen (vermutlich psychiatrischen) Klinik in Behandlung befunden und hätte bedrückt gewirkt und über Mobbing geklagt. Dr. Pardon berichtet, dass an der Tür seines Bruders, der als “Oberbauleiter” im “Verkehrstiefbaukombinat” Jena tätig war die Worte “Wir kriegen Euch alle. Kommunisten hängen” gestanden hätte.

Pardon klagt außerdem, dass sein ursprünglicher Text in der Thüringischen Landeszeitung nicht im originalen Wortlaut erscheinen durfte. Statt “Verderber” hätte dort eigentlich “Ratten” stehen sollen.

Bewußt provozierend wollte Michael Pardon mit seiner Anzeige in Thüringer Tageszeitungen eine Debatte über die “wirkliche” Friedlichkeit der “Friedlichen Revolution” in Gang setzen.

Die Anzeige scheint tatsächlich auf erhebliches Interesse zu stoßen. Rund 500 Leser haben allein diesen Beitrag hier in der THÜRINGER BLOGZENTRALE seit gestern aufgerufen.

So ein Quatsch!Klasse! (0 von 6 Lesern finden diesen Beitrag klasse)
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8 Responses to “Bruno Pardon: “Opfer” der “Konterrevolution” 1989?”

  1. Blogzentrale Says:

    Todesanzeige in Jena (Thüringen): http://is.gd/UTq4kJ

  2. Thüringer Blogs Says:

    Bruno Pardon: “Opfer der Konterrevolution 1989″: In der heutigen Ausgabe der Thüringischen Landeszeitung fand si… http://bit.ly/n7NiDA

  3. TA Online Says:

    Todesanzeige in Jena (Thüringen): http://is.gd/UTq4kJ

  4. Kuroe K. Says:

    Todesanzeige in Jena (Thüringen): http://is.gd/UTq4kJ

  5. Blogzentrale Says:

    Was war mit Bruno Pardon? Wir haben nachgefragt: http://is.gd/UTq4kJ

  6. Dr. Michael Pardon Says:

    Als Echo auf die o.g. Anzeige bekam ich 3 Telefonanrufe, die alle sehr zustimmend auf die Anzeige sind. Wie erwartet hatte es wohl auch in Thüringen in den Wendezeiten weitere ähnlich gelagerte Fälle gegeben.

  7. Ratte Says:

    Was soll der Quatsch? Der Mann wurde gemobbt und hat sich das Leben genommen. Was soll das mit der Friedlichen Revolution zu tun haben?

    Selbstverständlich hat es Menschen gegeben, die mit den neuen Verhältnissen nicht zurcht gekommen sind, weil sie vielleicht zu gut in alten gepasst haben. Aus Herrn Pardon deshalb einen Märtyrer zu machen, halte ich für deutlich überzogen.

    Die Formulierung (“getötet” und “war Dir Dein Leben genommen worden”) ist derart perfide mißverständlich, dass man annehmen könnte, der Autor wollte auf Kosten seines bedauernswerten Bruders seine Eitelkeit befriedigen.

    Im Internet gibt es eine Bezeichnung für Leute mit einer Agenda wie der Herr Dr. Pardon: Troll.

  8. Dr. Michael Pardon Says:

    Die Meinung von Ratte ist schon irgendwie bezeichnend.
    Wenn ein Mensch so gemobbt wird – vielleicht noch mit politischem Hintergrund – und er dann keinen Ausweg mehr sieht, als sein Leben zu beenden, dann ist dies ein “in den Tod treiben” und unmenschlich.
    Sollte dies kennzeichnend sein für die “neuen Verhältnisse” ab Herbst `89, in denen man nicht zurecht kommt ? Gute, friedliche Verhältnisse sind dies nicht.
    Es geht hier um Aufklärung und sonst nichts. Das auch mögliche Einwirken Dritter, wenn jemand ums Leben kommt, sollte schon abgeklärt werden können oder ?
    Vielen Dank an die Leser, die mir Hilfe dabei angeboten haben.