Geheime Hintergrundinformationen über Machenschaften

Auch zur letzten Landtagwahl in Thüringen haben Enthüllungen aus dem Internet hohe Wellen geschlagen. Geschadet hat die Veröffentlichung bei Wikileaks dem damaligen Chef der Jungen Union allerdings nicht. Mario Voigt ist heute Generalsekretär der Thüringer CDU.

In Nordrhein-Westfalen haben die Blogger von “Wir in NRW” im Landtagswahlkampf 2010 einige unschöne Interna über die damalige Landesregierung unter Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) ins Internet gesetzt. Das lohnte sich scheinbar für die Autoren. Hunderttausende Euro sollen geflossen sein, schreibt der Stern.

In einer Vorab-Meldung steht:

    Anonyme Blogger im NRW-Wahlkampf 2010 profitierten mutmaßlich nach dem Wahlsieg durch Aufträge aus einem SPD-Ministerium und der Staatskanzlei

    Hamburg (ots) – Das Wir-in-NRW-Blog spielte im Landtagswahlkampf 2010 in Nordrhein-Westfalen eine entscheidende Rolle. Anonyme Blogger enthüllten über Monate hinweg Interna aus der CDU, die dem damaligen Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers schadeten (“Rent-A-Rüttgers”) und ihn schließlich das Amt kosteten. Der stern enthüllt in seiner neuen Ausgabe, wie die mutmaßlichen Hintermänner des Blogs von dem Wahlsieg der SPD profitierten. Sie erhielten Aufträge der Landesregierung in Höhe von mehreren Hunderttausend Euro.

    Nach Informationen des stern veröffentlichte ein ehemaliger Magazin-Journalist unter diversen Pseudonymen (zum Beispiel “Theobald Tiger”) für die CDU schädliche Dokumente im Wir-in-NRW-Blog. Gemeinsam mit einem engen Geschäftspartner, der anscheinend ebenfalls für den Blog tätig war, ergatterten die beiden Unternehmer nach dem Wahlsieg von Hannelore Kraft lukrative PR-Aufträge von der Staatskanzlei und dem Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport.
    Gegenüber dem stern wollte der Ex-Journalist seine Identität als Blogger “Theobald Tiger” weder bestätigen noch dementieren. Außerdem bestreiten sowohl die beiden Unternehmer als auch Staatskanzlei und Ministerium einen Zusammenhang zwischen den womöglich wahlentscheidenden Enthüllungen und in der Folge erteilten Aufträgen.

In Thüringen arbeiten Parteien und Online-Medien noch nicht so eng zusammen.

Die Medien versuchen auf verschiedenen Wegen an Hintergund-Informationen und damit den großen Scoop zu kommen. Die Thüringer Allgemeine hat vor etwa einem Jahr ein “Recherche-Portal” aufgemacht, von dem man allerdings seitdem nichts mehr gehört hat:

Das in Jena erscheinende Pressemeldungsportal “Jenapolis” hat jetzt mit einem Angebot namens Jenaleaks nachgezogen. Das wird wohl ähnlich “erfolgreich” sein wie das Recherche-Portal der Thüringer Allgemeinen.

Ebenfalls im Angebot das Recherche-Portal des Stern, der taz und der WAZ.

Lediglich beim Schwesterblatt der Thüringer Allgemeinen scheint sich wirklich was zu tun. Das Blog der WAZ-Kollegen ist jedenfalls gut bestückt.

Doch das Grundproblem alle dieser anonymen Internetangebote ist immer das gleiche: Warum sollte ein Whistleblower dem jeweiligen Medienmachern vertrauen? Denn wer eine Datei hochlädt oder per Email verschickt bleibt nicht anonym.

So bliebe eigentlich nur noch die Möglichkeit, die Infos oder brisanten Unterlagen irgendwo im Internet hochzuladen (bei pastebin.com für reinen Text oder scribd.com für PDF) der THÜRINGER BLOGZENTRALE einen Link dorthin zu schicken und die Dokumente anschließend sofort wieder zu löschen.

Der Rest läuft dann von selbst … Inklusive weltweiter Aufmerksamkeit.

So ein Quatsch!Klasse! (Bitte bewerten!)
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4 Responses to “Geheime Hintergrundinformationen über Machenschaften”

  1. Blogzentrale Says:

    [BLOGPOST] Geheime Hintergrundinformationen über Machenschaften http://t.co/oj2PNX8J

  2. Thüringer Blogs Says:

    Geheime Hintergrundinformationen über Machenschaften: Auch zur letzten Landtagwahl in Thüringen haben Enthüllung… http://t.co/bTHZRwzI

  3. Dexter Says:

    Wie, “man bleibt nicht anonym”?
    Ich dachte das Internet ist ein “rechtsfreier Raum” in denen Straftaten völlig anonym und daher ungesühnt begangen werden können? Nicht?

    Aber mal im Ernst:
    Das Postgeheimnis ist offline ja noch einigermaßen intakt. Ich würde brisante Informationen also ganz superduperanonym per Snail-Mail versenden. Inkl. gefälschtem/fehlendem Absender (geht ja nicht nur bei E-Mail).

    Und da jede Seite im “rechtsfreiem Raum Internet” über ein Impressum verfügen muss, kommt man ja auch schnell an die Postadresse des Empängers.

    Recherche-“Portale” – lächerlich!

  4. Neidhart von Schwarzburg Says:

    Word.

    Recherche-Portale sind totaler Quatsch.

    Recherche heißt ja, dass da ein Journalist etwas herausfindet und erarbeitet also aktiv(!) nachfragt und forscht.

    Was diese Portale suggerieren ist: Schickt uns mal Eurer Zeug, wir veröffentlichen das dann. Vielleicht.

    Außerdem sind wahrscheinlich 90% der “Enthüllungen” nicht der Recherchefreude von Journalisten, sondern der Schadenfreude des politischen Gegners oder wirtschaftlichen Konkurrenten geschuldet … siehe “Wir in NRW”.