Würstchen

Von Neidhart von Schwarzburg

Jetzt ist es raus. Endlich. Ich hab mich immer gefragt, warum ich ihn eigentlich nicht mag. Jetzt weiß ich es. Robert Basic hat in seinem Blog ein Video eingebettet:

Und er schreibt dazu:

    “Das Video da oben, … glaubt Ihr, dass ich immer nur der nette, liebe tolle Schüler war? Klar habe ich Scheidungskinder in der Grundschule in die Mitte unseren “netten” Gruppe gestellt, gehänselt, bis das Gegenüber geflennt hat. Klar habe ich es sogar mal geschafft, dass eine Schülerin nie wieder in unser ach so tolles humanistisches Gymnasium zurückkehrte, weil ich ein Mobbingspacko war. Klar komme ich nicht in den Himmel, was meinen Atomteilchen herzlich egal ist. Klar habe ich gelernt, wie deppert wir Menschen zueinander sein können.”

Kein Wort des Bedauerns. Kein Mitgefühl. Nicht mal ein halbherziger Versuch der Entschuldigung. Stattdessen selbstgerechter Stolz über seine “mutige Selbstoffenbarung”. Und er nimmt die berechtigte Kritik, die über ihn hereinbrechen wird, gleich vorweg:

    “Charakter gewinnt sich nicht dadurch, dass man immer nur nett und freundlich ist. Charakter formt sich durch alle Gegebenheiten aus. Auf Blogs? Die guten Erlebnisse zeigt man, die schlechten Erlebnisse auch, indem man altklug und vorwurfsvoll auf Dritte zeigt. Ich auch. Was ist aber mit den Dingen, die man nicht aufzeigt, weil man auf sich selbst zeigen müsste? Die blendet man lieber aus. Ich auch.”

Zeigt jetzt bloß nicht mit dem Finger auf mich, weil ich mich so geöffnet habe. Und dann klagt er über den Shitstorm, der nach diesem gefühllosen Mist über ihn hereinbrach:

    “Was lernt man also aus dem Arschlochdasein letztlich wirklich, wenn man beide Seiten kennengelernt hat?
    – Achte auf Deine Mitmenschen, selbst wenn sie riechen, duften, arm oder reich sind
    – Stelle Dich vor die Schwachen und Starken, auch wenn Du keine Freunde mehr haben wirst
    – Verstehe und respektiere beide Seiten, die in Menschen innewohnt
    – Bevor Du selbst höchsrichterlich über Dritte urteilst, lerne zu hinterfragen und ignoriere die Gruppe
    – Gebe nicht auf, obwohl Du dennoch verlieren wirst”

Warum macht man sowas? Wieso brüstet sich jemand öffentlich mit der herzlosen Scheiße, die er irgendwann mal gemacht hat? Basic erklärt das so:

    “das ist klar wie Hühnerbrühe, dass die meisten Vorstellungswelten so sind (mache dies, tue das, sage das, sonst bist du das und dies, wenn nicht…) und beinahe schon müßig es explizit zu schreiben. Was aber, wenn man den Fingerzeig selbst unten lässt, gehen dann die Finger der anderen hoch oder bleiben sie – was mich immer freut und höchst selten passiert – auch unten? Ich fordere Blogger dazu auf, sich mehr zu trauen, auch und weil es gerade die Fingerzeiger gibt und wir langsam in diesen Tabuisierungs-Wellen ersticken.”

Also nutzt er bekannte Reflexe – Arschlöcher auf ihre Arschlochigkeit hinzuweisen – um Aufmerksamkeit zu generieren? Wer sowas macht ist kein Arschloch. Der ist ein Würstchen. Kann man seine SEO-Nuttigkeit eigentlich noch besser unter Beweis stellen? Ich meine: Nein!

So ein Quatsch!Klasse! (+1 von 1 Lesern finden diesen Beitrag klasse)
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4 Responses to “Würstchen”

  1. Robert Basic Says:

    habe selten einen ärmeres Würstchen Artikelchen über SEO Nuttigkeit und Aufmerksamkeitsgeschwurbel gelesen. Der Beissreflex gegen Blogger mit diesem Totschlagargument ist so alt wie Bart. Wie oft durfte ich so ein Gefasel über Blogger lesen, wenn wieder mal nix Besseres einfiel, warum man agiert. Fällt Dir das nur ein, weil es Dich beschäftigt? Dass Du mich nicht ab kannst, spielt mir dabei die geringste Rolle.

  2. Neidhart von Schwarzburg Says:

    Keine Reflektion. Keine Einsicht. Nur verletzte Eitelkeit.

    Quod erat demonstrandum.

    Ziehst Du überhaupt in Erwägung, dass der kalte selbstgerechte Ton Deines Blogposts Deine Mobbingopfer auch noch nachträglich verhöhnt?

    Stell Dir vor, die Scheidungskinder und die Schülerin, die Du “sogar” aus der Schule vertrieben hast, lesen Dein Posting.

    Wie fühlt sich das an?

    Und – letzte Frage – hast Du Kinder?

  3. Robert Basic Says:

    vlt. freue ich mich sardonisch darüber, wie schnell Typen wie Du urteilen? Mehr als sich nicht konform der Erwartungen des Gegenübers zu handeln bedarf es nicht.

  4. Neidhart von Schwarzburg Says:

    Du freust Dich “sardonisch” darüber, wie “Typen wie ich” urteilen?

    Mobbing als Lustgewinn? Klar, warum sollte man sonst mobben, nicht wahr?

    Habe gerade Dein letztes Posting in Deinem Blog gelesen. Du schreibst unter dem Titel:

    “Eine persönliche Bemerkung zu Mobbingvorwürfen gegen meine Person gerichtet”

      Diejenigen, die mich nicht einmal gefragt haben – und es hat mich kein Einziger von über 200 Personen dazu gefragt-, wie ich denn nun zu Mobbing stehe und mich verdammen, bewerten und richten, Euch zeige ich den Mittelfinger. Habt Ihr vollends den Arsch offen zu glauben, mir würde es nicht leid tun? […] Habt Ihr vollends den Arsch offen zu glauben, ich würde Mobbing gut heißen, mich nicht um meinen Sohn und andere Schüler kümmern, die darunter leiden? […] Nur weil ich in der Lage bin, auf meine Mobber in Schulzeiten, Studienzeiten, Berufszeiten und Blogzeiten zu scheißen, heißt es noch lange nicht, dass ich mit dem Finger auf diese Mobber zeige und sie verdamme. […]

    Du hast also einen Sohn.

    Dir tun Deine Taten also leid.

    Und Du glaubst ernstlich, dass Dir jemand abnimmt, dass Du diesen Shitstorm nicht ausschließlich zur Aufmerksamkeitsgenerierung nutzt.

    Meinst Du wirklich, Dir glaubt irgendwer, dass Du nur deshalb nicht gleich in das Ausgangsposting geschrieben hast, dass es Dir das alles leid tut, weil Du nicht “nicht die Kunst des gelobten Wortes beherrscht”?

    Robert, wer soll Dir das glauben? Wer verdammt?

    Und noch besser, Du glaubst, Du kannst jetzt auf all die Leute scheißen, die selbst gemobbt wurden und sich laut über Deine eiskalten, manipulativen Zeilen beschweren:

    http://www.robertbasic.de/2013/06/bloggen-trau-dich-gegen-die-shitstorms/

    Die beste Voraussetzung für Mobbing mangelnde Empathie. Kannst Du Dir vorstellen, wie es den Leuten geht, denen Du jetzt “den Mittelfinger” zeigst, weil sie auf Deine Verarsche reingefallen sind?!

    Hau ab!