Habermas hat “Lügenpresse” gesagt, Du Kunde!

Ein epochaler Aufsatz von Jürgen Habermas zur Eurokrise. Sein schlimmster Vorwurf: Die Bürger der Staaten der Europäischen Union sind keine Bürger mehr sondern Kunden bzw. Angestellte der Europäischen Union und sie werden entsprechend behandelt. Sie haben Schulden und müssen diese abarbeiten. Griechenland und die griechische Regierung werden in dieser Sache zurechtgewiesen wie ein säumiger Gläubiger, dem man ordentlich auf die Finger klopfen muss. Die Presse sieht Habermas in dieser Frage als Erfüllungsgehilfen von Banken und Bundesregierung.

Habermas schreibt in seinem letzten Absatz:

    “Zur postdemokratischen Einschläferung der Öffentlichkeit trägt auch der Gestaltwandel der Presse zu einem betreuenden Journalismus bei, der sich Arm in Arm mit der politischen Klasse um das Wohlbefinden von Kunden kümmert.”

Was Habermas hier meint, ist, dass die Eurokrise keine politische Krise mehr ist, sondern dass die Bürger zu “Kunden” oder Angestellten des Staates geworden sind und von der PResse eingelullt werden.

Karl Popper würde Habermas “Obskurantismus” unterstellten. Denn das was Habermas da äußerst gewählt – in seinem unnachahmlichen verbalen Barock – formuliert, ist im Grunde ein ganz einfacher Vorwurf: LÜGENPRESSE.

Aber jetzt hat es auch Habermas gesagt, dann können wir es auch unterschreiben. Dieser Tweet hat inzwischen 30 RTs .. and counting:

So ein Quatsch!Klasse! (Bitte bewerten!)
Loading...

Comments are closed.