Archive for the 'Kommentar' Category

Ramelow-Affäre: Presserat “rügt” Thüringer Allgemeine

Von Sven

Der Beschwerdeausschuss des Deutschen Presserates hat Bodo Ramelow, dem Vorsitzenden der Fraktion Die Linke im Thüringer Landtag, recht gegeben. Ramelow sah sich wegen eines →.Leserbriefes mit beleidigendem Inhalt in der „Thüringer Allgemeinen“ in seinen Rechten verletzt. Die Thüringer Allgemeine hat mit der Veröffentlichung des Leserbriefes in zweifacher Hinsicht gegen den Pressekodex verstoßen:

Quelle: →.Pressemeldung der Linken auf Jenapolis

Doch damit nicht genug. Die Thüringer Allgemeine hatte noch →.weitere Beiträge über Bodo Ramelow. Ein →.Interview mit dem SPIEGEL-Autor und Kommunistenfresser Jan Fleichschhauer. Einen →.Kommentar von Chefredakteur Paul-Josef Raue und einen →.Kommentar vom vielgelobten Redakteur Henryk Goldberg.

Ein Sperrfeuer ohne Gleichen. Und in dieser Attacke der Zeitungsgruppe Thüringen gegen die LINKE im Allgemeinen und Bodo Ramelow im Besonderen zeigt sich die absurde Situation der Thüringer Presselandschaft in vollem Ausmaß. Die einzige Möglichkeit Ramelows, die Attacken dieses Medienmonopolisten – →.der 100 Millionen Euro Umsatz und rund 15 Millionen Euro Gewinn macht und in der →.Liste der Thüringer Arbeitgeber mit den meisten Beschäftigten auf Platz 9 rangiert – publizistisch zu reagieren, war ein →.Beitrag in dem kostenlosen Anzeigenblättchen Deutschland Today.

So wird in Thüringen Politik gemacht. Und das ist – abgesehen von der →.bisher unbeantworteten Frage, ob die LINKE eine Stasipartei ist – eine Farce.

Papst in Thüringen: Einfacher Seelsorger auf Staatsbesuch

Von Neidhart von Schwarzburg

Wie man der weltanschaulichen und der politischen Kritik am Besuch Joseph Ratzingers in Thüringen auf geniale Weise die Luft aus den Segeln nehmen kann, zeigt uns der Erfurter Bischof Joachim Wanke in der Samstagsausgabe der TLZ:

Um der Kritik an den Kosten des Besuches zu widersprechen, führt Wanke ins Feld, dass es sich schließlich um einen “Staatsbesuch” handle, der eben, wie jeder andere Staatsbesuch auch, Geld koste. Den weltanschaulichen Protesten gegen Ratzinger begegnet Bischof Wanke dann allerdings mit dem Argument, dass Ratzinger ja als “Seelsorger” und “nicht als Politiker” komme. Deshalb solle man “Toleranz und Nachdenklichkeit” walten lassen und “keinen falschen Parolen aufsitzen“.

Kosten von 11 Millionen Euro für den Besuch eines einfachen Seelsorgers und Toleranz und Nachdenklichkeit gegenüber dem Staatsbesuch eines Herrschers, der zwar kein Politiker sein soll aber trotzdem einem totalitären Gottesstaat vorsteht, in dem Frauen, Homosexuelle, Anders- und Nichtgläubige nicht oder nur in untergeordneter Position erwünscht sind. Eines Staates, der Empfängnisverhütung und Schutz vor AIDS bis vor kurzem kategorisch ablehnte und verbot. Eines Staates, der Kindesmißbrauch deckte und die Europäische Menschenrechtskonvention bis heute nicht anerkannt hat.

Joseph Ratzinger ist außerdem ein Lügner und Demagoge. So hat er bei seinem Besuch in Großbritannien im letzen Jahr vor “agressivem Atheismus” gewarnt und gesagt, “dass der Atheismus der Nazis zu deren extremistischen und hasserfüllten Ansichten geführt“ habe.

In Thüringen leben heute etwa 70% bis 80% Atheisten.

Adolf Hitler war dagegen Katholik und bemühte oft in seinen Reden den “Herrgott” der ihn und das “Deutsche Volk” zu großem bestimmt hätte.

Und in seiner ersten Rundfunkansprache am 1. Februar 1933 sagte Hitler:

    Indem der ehrwürdige Herr Reichspräsident uns in diesem großherzigen Sinne die Hände zum gemeinsamen Bunde schloß, wollen wir als nationale Führer Gott, unserem Gewissen und unserem Volke geloben, die uns damit übertragene Mission als nationale Regierung entschlossen und beharrlich zu erfüllen. […] So wird es die nationale Regierung als ihre oberste und erste Aufgabe ansehen, die geistige und willensmäßige Einheit unseres Volkes wieder herzustellen.

    [audio:hitlerchrist.mp3]

    Sie wird die Fundamente wahren und verteidigen, auf denen die Kraft unserer Nation beruht. Sie wird das Christentum als Basis unserer gesamten Moral, die Familie als Keimzelle unseres Volks- und Staatskörpers in ihren festen Schutz nehmen. […] Möge der allmächtige Gott unsere Arbeit in seine Gnade nehmen, unseren Willen recht gestalten, unsere Einsicht segnen und uns mit dem Vertrauen unseres Volkes beglücken. Denn wir wollen nicht kämpfen für uns, sondern für Deutschland!

Herzlich Willkommen, Joseph Ratzinger!

Konsul Hoffmeister: Wie man sich richtig lächerlich macht

Kommentar von Anonymous

Welch absurde Züge der Kult um seine eigene Person und der Verlust der Bodenhaftung annehmen kann, zeigt der Fall des Chefredakteurs der Thüringischen Landeszeitung, Hans Hoffmeister. Noch am letzten Wochenende war auf einer ganzen Seite der TLZ ein Bericht über die Ernennung Hans Hoffmeisters zum “Honorarkonsul” zu lesen, inklusive Zitaten aus einer Laudatio seines Chefs, Bodo Hombach, der ihm “Rückgrat, Prinzipien und Fingerspitzengefühl” attestierte. Wie das Fingerspitzengefühl Hoffmeisters aussieht, kann man nun auch an diesem Wochenende bewundern. Die TLZ widmet der Ernennung Hoffmeisters gar die Titelseite:

Welche Bedeutung der Titel eines Honorarkonsuls tatsächlich hat, kann man sich an dem Fall des Titelhändlers Hans-Hermann Weyer alias Consul Weyer Graf von Yorck vergegenwärtigen. Weyer ist selbst Honorarkonsul mehrerer Länder und sorgte dafür, dass möglichst viele – vor allem wohlhabende Menschen – mit den Titel eines Konsuls versorgt werden konnten.

Ein Honorar- oder Wahlkonsul ist also nichts anderes als ein ehrenamtlicher Konsul (lat. honor ‚Ehre‘). Er wird nicht bezahlt und macht auch nicht viel. Seine Aufgabe besteht vor allem in der Repräsentation und der Vertretung der Interessen des Landes, das ihm den Titel verleiht. Wie das nun vereinbar mit dem journalistischen Unabhängigkeitsgrundsatz ist, bleibt offen.

Der Titel dient vor allem dem Prestige seines Trägers. In Thomas Manns “Buddenbrooks” war der Titel des Konsuls mit erheblichem sozialen Wert verbunden. Die Position als Konsul war erblich und wurde auch von der Frau des Konsuls getragen. Damit könnte sich Lioba Knipping, Redakteurin der Jenaer Lokalausgabe der TLZ und Ehefrau Hoffmeisters, ab sofort “Honorarkonsulin” nennen. Damit gehen ihr die Elogen auf ihren Gatten in ihrer eigenen Zeitung sicher noch flüssiger von der Hand.

Übrigens wird dem Ereignis der Ernennung Hoffmeisters zum Honorarkonsul auch noch die zweite Seite der TLZ gewidmet:

Aufgezählt werden dort die “prominenten” Gäste, die zur feierlichen Eröffnung des “Konsulats” eingeladen wurden. Unter ihnen auch der polnische Konsul für das Nachbarland Sachsen, der Geschäftsführer der Mitteldeutschen Flughafen AG, Markus Kopp. Ein katholischer Pfarrer wird außerdem einen Segen sprechen.

Wenn sich die Zeitungsgruppe Thüringen fragt, warum sie innerhalb von 2 Jahren 20.000 Abonnenten verliert, sollte sie sich vielleicht einfach die Arbeit ihrer Chefredakteure genauer anschauen.

Welche Bedeutung die Ernennung Hoffmeister zum “Honorarkonsul” wirklich hat, veranschaulicht die Google-News-Suche übrigens ganz gut:

Anonyme Kommentatoren sind Massenmörder

Von Anonymous

Eine argumentative Linie vom anonymen Kommentator zum Massenmörder zieht der Chefredakteur der THÜRINGER ALLGEMEINEN, Paul-Josef Raue, in einem Kommentar in seiner Zeitung mit den folgenden Worten:

    Auf unserer Leserseite werden nur noch Sätze stehen, zu denen sich ein Leser mit seinem Namen bekennt. Diese Debatte deckt sich mit der Debatte, die der Bundesinnenminister im “Spiegel” entfacht hat: “Politisch motivierte Täter wie Breivik finden heute vor allem im Internet jede Menge radikalisierter, undifferenzierter Thesen, sie können sich dort von Blog zu Blog hangeln und bewegen sich nur noch in dieser geistigen Sauce.”

Doch damit nicht genug.

Anonyme Kommentatoren sind für Raue auch potentielle “Extremisten wie Neonazis oder Terroristen, die unsere Freiheit zerstören wollen.”, denn ein Mitglied des Bundesvorstands der Grünen meinte, dass die “Möglichkeit, anonym oder unter einem Pseudonym zu handeln, selbstverständlich Teil unserer allgemeinen Freiheitsausübung ist.” und das gälte dann natürlich auch für Extremisten.

Menschen, die mit vollem Namen im Internet kommentieren, sind für Paul-Josef Raue dagegen vergleichbar mit den mutigen Menschen, die “Straßen von Leipzig und Erfurt gegangen sind und Leib und Leben für die Freiheit riskiert haben“. Denn “mit offenem Visier” zu kommentieren sei ein Ausdruck von Freiheit.

Welch absurde Rhetorik.

Die Meinungsdiktatur in einer Monopolzeitung mit der Freiheit der Friedlichen Revolution gleichzusetzen, zeugt tatsächlich von einer größeren Verwirrtheit und Entfremdung von der Wirklichkeit, als man hätte annehmen sollen. Nicht nur, dass die Vertreter der friedlichen Revolution oft ausschließlich unter dem Schutz der Anonymität ihre Meinung äußern konnten – es war gerade auch die massenhafte und anonyme(!) Verbreitung abweichender Ansichten von den Propagandaorganen, die zum Sturz der greisen Diktatoren beitrug.

Das Propagandaorgan ist heute wie früher die THÜRINGER ALLGEMEINE. Damals hieß sie “DAS VOLK” und feierte den Staatsbesuch eines Diktators. Heute wird der Besuch eines anderen totalitären Herrschers, des Papstes, in Thüringen begrüßt und aufwendig publizistisch begleitet.

Menschen wie Ludwig Börne, Meister Eckart, Erasmus von Rotterdam, Stendhal, Willy Brandt, George Orwell, Woody Allen, Klaus Maria Brandauer, Bob Dylan, Max Goldt oder Theo Lingen sind für Paul-Josef Raue potentielle Massenmörder, Extremisten und Terroristen, denn sie trugen Pseudonyme.

Die bloße Anonymität einer schriftlichen Äußerung von Gedanken, dummen und verrückten, klugen und schönen, wahnsinnigen und gewalttätigen führt für einen Chefredakteur einer Provinzzeitung also direkt zum Massenmord.

Eine solche Rhetorik entlarvt sich selbst als autoritär und totalitär. Es wird Zeit, dass das aufhört.

Potemkinsche Statistiken: Wie sich die ZGT schönrechnet

“Wir begrüßen 20.000 neue Leser!” titelt heute die Thüringer Allgemeine.

“Ein alter Sack” hat dazu mal recherchiert und im Blog “Medienmoral Thüringen” dazu folgendes kommentiert:

    Die letzte IVW-Statistik 2/2011 sagt: verkaufte Auflage ZGT gesamt 301.105 Exemplare. Zwei Jahre zuvor: 321.442. Wer lügt sich hier aus welchem Interesse die Statistik schön? Das wär mal ein Thema für das neue TA-Rechercheteam und Herrn M., der die “katholische Pfarrerstochter” erfunden hat. Raues Zahlenspiele auf Seite 7 “Mehr junge Leute lesen unsere Zeitungen” sind ein schönes Beispiel für PR in eigener Sache und verarschen arglose Leser.

Diese Zahlen kommen durch eine in letzter Zeit von vielen Zeitungsleuten wiederholte Mär zustande. Eine Legende von einer heftig gestiegenen “Reichweite” der Zeitung, also von wie vielen Lesern eine Zeitung gelesen wird, auch ohne notwendig gekauft worden zu sein.

Diese beliebig herbeiinterpretierte Zahl, steht dem harten Faktum des in Euro meßbaren Auflagenverlustes entgegen. Steigerung der Reichweite bedeutet aber auch, dass die meisten Leute, die die Zeitung lesen, dafür nichts bezahlen. Warum sich die Chefs der ZGT also angesichts klarer Kommerz-Bekenntnisse über sinkende Einnahmen durch die “Gratiskultur” der “Reichweitensteigerung” freuen, erklärt sich vor allem dadurch, dass der Jubel über die gestiegene Reichweite vor allem eine Botschaft an Werbekunden ist. Die Leser der ZGT-Blätter werden schlicht an Autohäuser und Baumärkte verkauft und TLZ/OTZ/TA somit mehr und mehr zu Anzeigenblättern.

Kürzlich konnte der Geschäftsführer der Zeitungsruppe Thüringen, Klaus Schrotthofer, auf einer Podiumsdiskussion fast unwidersprochen feststellen, dass die Auflage der Zeitungsgruppe Thüringen – zusammen mit dem Internetauftritt – in die Millionen ginge, hätte man doch im Internet 430.000 “Unique User”.

Dass diese Zahl der “unique user” auf den Monat hochgerechnet ist und auf den Tag zurückgerechnet lediglich rund 14.000 Leser bedeutet, wäre fast niemandem aufgefallen. 14.000 Leser täglich. Es gibt private Blogger, die diese Zahlen um Längen schlagen.

Thüringer Allgemeine startet Whistleblower-Portal

Von Sven


Die THÜRINGER ALLGEMEINE hat eine Recherche-Webseite aufgesetzt. Mit Hilfe der Leser will man hier ein bißchen Wikileaks spielen und investigativen Journalismus liefern. Tatsächlich ist das Portal gefährlich für echte Whistleblower. Strafverfolgungsbehörden hätten im Zweifelsfall Zugriff auf die Daten.

Als ich noch sehr jung war, habe ich ein paar ziemlich spannende Filme gesehen. “Die Unbestechlichen” hieß einer, “Network” ein anderer. Ich wollte damals unbedingt Journalist werden. Später habe ich dann solche Filme gesehen wie “Insider”, “Good Night and Good Luck” oder “Frost/Nixon“. Mehrmals.

Ich wollte so sein wie diese Journalisten im Film. Mutige Männer und Frauen, die sich der Arroganz der Macht entgegenstellen und sie mit Intelligenz, Fleiß und Witz in aller Öffentlichkeit anprangern.

Die Wirklichkeit des Thüringer Lokaljournalismus sieht leider anders aus. Wer hier Journalist werden will, braucht ein dickes Fell und ziemlich viel Geduld. Er muss, in irgendeiner Berliner Zentrale vorformulierte Scheinneuigkeiten für den regionalen Leser neu arrangieren. In Karnickelzüchtervereinen, bei der Freiwilligen Feuerwehr und auf Schützenfesten präsent sein. Muss Ortsbauernführer beim Händeschütteln fotografieren und in Kneipenhinterzimmern “wichtige Kontakte” knüpfen. Muss Pressemeldungen neu arrangieren, dass sie wie Meldungen aussehen und er muss damit leben, dass seine Chefs mit den Politikern, die sie kritisieren sollen, eng befreundet sind.

Der Geschäftsführer der Zeitungsgruppe Thüringen, Klaus Schrotthofer, war zum Beispiel mal Regierungssprecher für den SPD-Bundespräsidenten Johannes Rau. Auch der Chef Schrotthofers, Bodo Hombach, ist SPD-Politiker. Der Geschäftsführer der WAZ-Mediengruppe, zu der die Zeitungsgruppe Thüringen gehört, war 1998 kurzzeitig Minister in Nordrhein-Westfalen und von 1998 bis 1999 Chef des Bundeskanzleramtes in der ersten Regierung Gehrhard Schröder und hat zusammen mit dem heutigen SPD-Wirtschaftsminister von Thüringen, Matthias Machnig, den SPD-Wahlkampf von 1998 geleitet.

Die Thüringer Zeitungen können es sich nicht leisten, ihren großen Anzeigenkunden mit investigativem Journalismus auf den Leib zu rücken oder wesentliche Politiker mit unbequemen Nachfragen oder Recherchen zu beunruhigen. Die Blätter der Zeitungsgruppe Thüringen sind – mit sehr wenigen rühmlichen Ausnahmen – überwiegend Verlautbarungsorgane der Landesregierung und der thüringischen Wirtschaft. Man kennt sich, man mag sich, man braucht sich:

Wie diese Art von “Journalismus” funktioniert, haben Edward Herman and Noam Chomsky in ihrem Buch “Manufacturing Consent – The Political Economy of the Mass Media” bereits 1988 gut beschrieben:

    “Private Medienhäuser sind Großunternehmen, die ein Produkt (Leser und Publikum) an andere Unternehmen (Werbetreibende) verkaufen. Die nationalen Medien zielen vor allem auf die gesellschaftliche Elite, Gruppen, die – auf der einen Seite – ein optimales “Profil” für Werbebemühungen aufweisen und – auf der anderen Seite – eine wesentliche Rolle in der Entscheidungsfindung der privaten und öffentlichen Meinung bilden. Die Medien würden natürlich den Bedürfnissen des Elitenpublikums nicht entsprechen, wenn sie nicht ein in gewisser Weise tolerabel-realistisches Bild der Welt präsentieren würden. Aber ihr “gesellschaftlicher Auftrag” verlangt auch, dass die Interpretation der Welt durch die Medien die Interessen der Verkäufer, Käufer sowie der Regierung und privater Institutionen widerspiegeln, die von diesen Gruppen dominiert werden.”

    “In essence, the private media are major corporations selling a product (readers and audiences) to other businesses (advertisers). The national media typically target and serve elite opinion, groups that, on the one hand, provide an optimal ‘profile’ for advertising purposes, and, on the other hand, play a role in decision-making in the private and public spheres. The national media would be failing to meet their elite audiences’ needs if they did not present a tolerably realistic portrayal of the world. But their ‘societal purpose’ also requires that the media’s interpretation of the world reflect the interests and concerns of the sellers, buyers, and the governmental and private institutions dominated by these groups.” (S.303)

In dieser Gemengelage will die Thüringer Allgemeine nun etwas ganz neues wagen. Eine Qualitätsoffensive. In Zukunft soll recherchiert werden. Hierzu wurden eigens Experten aus dem Westen eingeladen, die den Kollegen vor Ort den Journalismus beibringen sollen. Unter www.ta-recherche.de wird außerdem ein Rechercheportal vorgestellt, auf dem die Leser anonym Hintergrundinformationen an die Thüringer Allgemeine liefern können. Man schreibt:

    “Die Thüringer Allgemeine lebt von Reportagen, Nachrichten, Geschichten und Berichten. Vieles, über das wir aus den Gemeinden, ihren Städten und Kreisen schreiben, haben Sie uns selbst erzählt.
    Doch in einer spannenden Tageszeitung steht mehr. Dafür recherchieren wir hinter den Kulissen, den politischen Fassaden. Nur so können wir schreiben, was nicht gesagt wurde. Dabei treffen wir leider auch auf Schlamperei, auf Korruption, Amtsmissbrauch, Ignoranz bei Behörden oder Bereicherung. Das Ziel einer Zeitung ist es, auch darüber zu berichten. Um solche Fälle aufdecken können, benötigen wir Ihre Hilfe. Schreiben Sie uns oder rufen Sie an, wenn ihnen Ereignisse oder Vorgänge bekannt geworden sind, bei denen Sie vermuten, dass nicht alles korrekt gelaufen ist, dass Schlamperei im Spiel ist oder Menschen übervorteilt werden. Wenn immer Sie es wünschen, bleiben ihre Hinweise anonym. Das Presserecht schützt uns und Sie.”

Man kann auf diesem Rechercheportal Dateien hochladen und Nachrichten verfassen. Darüber hinaus empfiehlt man, Emails mit Einmal-Emialdiensten an die Redaktion schicken. Vorgeschlagen wird hier unter anderem: 10minutemial. Dieser Dienst ist jedoch nur für den Empfang und nicht für die Versendung von Emails gedacht, ist für den Zweck des Rechercheportals also ungeeignet. Ebenfalls empfohlen wird “sofort-mail.de”. Dieser Dienst warnt auf seiner Webseite aber vor sich selbst. (Siehe unten)

Unklar bleibt, ob die von der Recherche-Webseite übermittelten Daten tatsächlich so anonym bleiben wie beschrieben. Die Thüringer Allgemeine behauptet jedenfalls:


    “Es wird nichts weiter übermittelt als Ihr Text und auch der wird verschlüsselt übermittelt und verschlüsselt gespeichert. Es werden keine Verbindungsdaten gespeichert. Wir können Ihren Rechner nicht erkennen.”

In aller Regel erfassen die Server auf denen Webseiten liegen auch die Zugriffe inklusive der Rechner-IP. Die ließen sich dann zumindest zeitlich auch der Nachricht zuordnen. Gehostet wird die Webseite offenbar von einem privaten Hostingservice in den Niederlanden und nicht von einem Server der Thüringer Allgemeinen. Auch das könnte ein Sicherheitsrisiko darstellen. Muss aber nicht.

Alles in allem stellt dieses Rechercheportal wohl nichts anderes als eine leere Versprechung dar. Nach einem ersten großen Interesse dürfte die Euphorie schnell abflauen, da die einlaufenden Informationen eben am Ende doch aufwendig nachrecherchiert und vor allem veröffentlicht werden müssten. Das eine kostet jedoch eine ganze Menge Geld und das andere ist oft nicht gewollt.

Ungeachtet der guten Ansätze bleibt doch wohl alles wie es war im schönen Bundesland Thüringen. Einem Land, in dem sich Fuchs, Hase, Unternehmer, Politiker und Journalist liebevoll Gute Nacht sagen.

Was ich hier in diesem Blog mache, ist natürlich kein Journalismus. Ich bin kein Journalist geworden, sondern Blogger. Aber als Konsument will ich richtigen Journalismus. Ich will die mutige Aufdeckung, Diskussion und Beseitigung von Mißständen, Machtmißbrauch und Meinungshoheit. Ich selbst habe leider keine Zeit für eine lange Recherche und kein Geld für mögliche gerichtliche Auseinandersetzungen. Meine Möglichkeiten sind begrenzt. Aber ich bin der Ansicht, dass es richtigen Journalismus in Thüringen geben muss. Und ich denke, dass das die Mitarbeiter der Zeitungsgruppe Thüringen auch so sehen.

Aber in der Thüringer Allgemeinen wird man richtigen Journalismus dennoch nicht finden. Denn es gibt keinen richtigen Journalismus im falschen.

TLZ-Familienbande: Hans Hoffmeister und Lioba Knipping

Von Anonymous

Die THÜRINGISCHE LANDESZEITUNG schreibt gern und viel über sich selbst, heißt, über die Taten ihres Chefredakteurs Hans Hoffmeister. Verfasst werden solche Beiträge unter anderem von einer engen Vertrauten Hoffmeisters – seiner Ehefrau.

„Schwarz-Grün – das war mal tatsächlich eine Perspektive unter Dieter Althaus und Katrin Göring-Eckardt“, schwelgt die Redakteurin, die über eine Podiumsdiskussion der Thüringischen Landeszeitung in Jena schreibt (TLZ vom 16. Juni 2011, Seite 3).

Am Ende, so geht es weiter, hätten der grünen Spitzenfrau nur ein paar Tausend Stimmen gefehlt – und Dieter Althaus wäre sicher heute noch Ministerpräsident und sie seine Stellvertreterin. „Thüringen hätte es den Hamburgern gezeigt, wie es geht…“ Und es lag an keinem geringeren als an TLZ-Chefredakteur Hans Hoffmeister, Moderator der Podiumsrunde, genau daran zu erinnern.

Der so zitierte agile Moderator dominiert auch im weiteren Fortgang den Bericht, so dass dem geneigten Leser schnell klar wird, wer eigentlich die wichtige Person auf diesem Podium war – nicht Mario Voigt von der CDU, nicht Anja Siegesmund von den Grünen, nicht also die eingeladenen Gäste, sondern Veranstalter Hoffmeister.

Und das klingt in dem Bericht dann so: Die Tatsache, dass unter den Zuhörern sehr viele TLZ-Leser waren, „mithin Elite“, habe Hoffmeister geradezu „beflügelt“. „Er insistierte, provozierte und karikierte seine beiden politischen Gesprächspartner“ hieß es zweideutig, auch wenn das die Frage aufwirft, was einem so alles passieren kann auf einem TLZ-Podium – welcher Gast will schon gern zur Karikatur werden? Sei’s drum, der Selbstdarstellung wird bei der TLZ so einiges untergeordnet – im Zweifelsfall auch die Objektivität. So wird Hoffmeister als Analytiker voller Weitblick hingestellt, auch wenn die Belanglosigkeit kaum zu überbieten ist: Der Einschätzung von Mario Voigt, heißt es an anderer Stelle, dass Thüringen schön sei (oha!), habe Hoffmeister flugs widersprochen: „Der Thüringer ist im Deutschlandvergleich viel zu fett, weil er viel zu gut isst.“ Zweifellos: Das sind Analysen von Gewicht. Zwischen solchen habe die „aufgekratzte Debatte“ gependelt, berichtete die Redakteurin euphorisch, um zu dem Fazit zu gelangen: „Eine Analyse jagte die nächste.

Dass Hans Hoffmeister ein toller Hecht ist, weiß der regelmäßige TLZ-Leser schon längst, denn die Person, über die in der TLZ regelmäßig berichtet wird, ist ihr eigener Chefredakteur – Hans Hoffmeister, der Podiumsveranstalter, Buchherausgeber, politische Analytiker.

Während es sich andere Zeitungen zur Aufgabe machen, über Relevantes zu berichten, das ihnen aus anderen Quellen zu Gehör kommt, ist die TLZ gern ihre eigene Quelle und berichtet über sich selbst. Und dabei natürlich an erster Stelle über Hans Hoffmeister. Aber wie ist es dabei wohl mit dem Gebot der Unabhängigkeit bestellt? Wenn ein Redakteur über eigene, hausgemachte Vorgänge, oft federführend initiiert vom eigenen Chefredakteur, berichtet, kann er das wirklich frei und unabhängig?

Der Verdacht ist ein anderer: Hier schafft sich eine Zeitung in schöner Regelmäßigkeit selbst die Anlässe, um hinterher jubelnd und groß aufgemacht über sich selbst berichten zu können.

Längst hat man sich dazu auch ein passendes personelles Instrumentarium geschaffen.

Im vorliegenden Fall heißt die Redakteurin, die über Hoffmeisters tolle Aktion schreibt, Lioba Knipping. Das ist nicht nur die Jenaer Lokalchefin der Zeitung, sondern auch – Hans Hoffmeisters Ehefrau.

Und so wird ein Aufmacher von einer halben Zeitungsseite quasi zur innerfamiliären Angelegenheit: Er macht, sie schreibt. Dumm nur, dass der Leser, der das nicht weiß, durch die Namensungleichheit nicht erkennen kann, wie eng die beiden verbandelt sind. Vielleicht sprechen sie die Aktionen ja am Frühstückstisch oder abends bei einem hübschen Glas Rotwein ab. Und was in dem Bericht stehen soll, gleich mit.

Der Leser fragt sich, wie sich das Ganze mit den gängigen Standards einer unabhängigen Berichterstattung verträgt. Unabhängig – das heißt, wer schreibt, sollte dem Gegenstand seiner Berichterstattung mit (kritischer) Distanz gegenübertreten. Nur diese Distanz macht Urteile glaubwürdig, die auch lobend, gewogen, manchmal sogar euphorisch ausfallen können. Doch wenn die Ehefrau über ihren Göttergatten schreibt, ist man geneigt, auf andere Gründe für die rosarote Brille zu kommen. Vielleicht ist ja Vetternwirtschaft nicht mal das richtige Wort. Vielleicht wäre „Familienbande“ treffender. Womit wir es in jedem Fall zu tun haben, das ist Hoffmeisterscher Filz.

Die Zeitungsgruppe WAZ, zu der auch die Thüringische Landeszeitung gehört, hat sich im Jahr 2007 einen Ehrenkodex gegeben, den alle Chefredakteure unterschrieben haben. Dort heißt es unter anderem: „Schleichwerbung in jeglicher Form ist verboten. Bewusste Zuwiderhandlungen haben arbeitsrechtliche Konsequenzen.

Zwar ist damit wohl hauptsächlich die verdeckte Werbung für kommerzielle Produkte Dritter gemeint. Aber ist die eigene Zeitung nicht auch ein kommerzielles Produkt? Eines, das man bei der TLZ regelmäßig mit einer Berichterstattung begleitet, die alles ist, nur eines nicht: glaubwürdig. Man könnte diese Praxis als eine besonders subversive Art der Falschberichterstattung bezeichnen, weil der normale Leser die Hintergründe schlecht erkennen kann. Motto: Anlass, Art und Ausrichtung der Berichterstattung – alles in einer Hand. Es ist ein Armutszeugnis, dass ein derartiger Sittenverfall unter den Standards, für die sich die WAZ sonst so lobt, in der Thüringer Provinz zum Normalfall werden kann.

Es war übrigens nicht das erste Mal, dass Frau Knipping über die Aktivitäten ihres Ehemanns schrieb. Schön, wie sich ein Ehepaar hier die Bälle zuwirft. Nur leider: ein Bärendienst für den unabhängigen Journalismus. Ein Leser postete auf der TLZ-Homepage, dass er sich wundert, wie Knipping zu ihren Informationen kommt, schließlich sei sie nach einer halben Stunde schon wieder gegangen, die Veranstaltung habe aber zwei Stunden gedauert. Nun ja, die Dame sitzt halt ganz nah an der Quelle. Wer wird sich da mit lästiger Anwesenheit quälen.

Matussek und de Maizière wollen bomben und beten

Kommentar von Neidhart von Schwarzburg

Der Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière und der SPIEGEL-Kolumnist Matthias Matussek sind der Meinung, Christentum und Krieg ließen sich gut vereinbaren. Für die, die man in diesem Krieg tötet zu beten, sei “nötig und sinnvoll“. Die Aufforderung der ehemaligen Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche, Margot Käßmann, lieber mit ihnen zu beten, findet Matussek dagegen “theologisches Mokkagebäck“.

Matthias Matussek und Thomas de Maizière haben ein paar Dinge gemeinsam. Beide sind im Jahr 1954 geboren. Beide besuchten das erzkatholische Jesuiten- internat “Aloisiuskolleg” im feinen Diplomatenvorort Bonn Bad Godesberg und kennen sich deshalb höchstwahrscheinlich schon aus der Schulzeit und beide sind der Überzeugung, dass Christen ihre Feinde – trotz des Gebots der “Feindesliebe” – töten dürfen.

    “Vor Gewalt darf man nicht weichen”

meint der deutsche Verteidigungsminister und findet mit dieser These bei seinem Internatskollegen Matussek ein offenes Ohr und uneingeschränkte Zustimmung. Sollte dieses apodiktische Gebot auch für die Taliban gelten, wird es mit den beiden Christen Thomas de Maizière und Matthias Matussek wohl nie eine friedliche Lösung in Afghanistan geben.

Man darf die Taliban also töten. Geht es nach de Maizière und Matussek, sollte man aber außerdem für sie beten:

    “Das Beten für Täter und Opfer – für Opfer gleich welcher Nation – ist gut und richtig. Insoweit ist auch ein Gebet für die Taliban nötig und sinnvoll.”

Was man jedoch keinesfalls tun darf, ist, mit ihnen zu beten.

Margot Käßmann hatte es in der letzten Woche auf dem Evangelischen Kirchentag in Dresden gewagt, zu fordern, dass man mit den “Taliban beten solle, statt sie zu bombardieren“. Schlimmer noch, sie hatte behauptet:

    “Es gibt keinen gerechten Krieg, es gibt nur einen gerechten Frieden”

Für den Zögling des Bonner Jesuiteninternats Matussek sind diese Worte “wohlklingende fromme Phrasen“, ist diese Friedensethik “theologisches Mokkagebäck“. Die Zuhörer Käßmanns auf dem Evangelischen Kirchentag in Dresden sind für Matussek “Kirchentag-Groupies“, “meist weiblich“, die “sich ins selig Ungefähre juchzen und schmachten“.

Aber Matussek hat natürlich recht. Die Bibel ist voll des Säbelgerassels und Kopfabschlagens und selbst Jesus war sich – laut Bibelautoren – nicht zu schade, die Ermordung der Feinde Gottes zu fordern. Und das Christentum kennt natürlich sehr wohl den “gerechten Krieg“. Auch Luther war der Überzeugung dass Gewaltanwendung zur Erhaltung der göttlichen Ordnung von Obrigkeit und Untertanen zulässig sei.

Insofern ist Matusseks Kriegshetze in quellennaher Auslegung der überlieferten biblischen Texte und der jahrtausendealten christlichen Tradition von Augustinus bis Thomas von Aquin nur konsequent und Frau Käßmann entfernt sich mit ihrer humanistischen Friedensethik eigentlich vom Altem und Neuem Testament. Die Feindesliebe Jesu galt allen, nur nicht den “Feinden Gottes”, die in der Hölle schmoren sollten.

Frau Käßmann setzt sich nun sowohl von biblischen als auch von den Wurzeln ihrer Kirche ab. Sie fordert zum Dialog auf, will gebildete Fronten aufweichen und Gemeinsamkeiten herausstellen. Das passt christlichen Taliban wie Matussek natürlich nicht in ihr schönes Weltbild: Hie die gewalttätigen Muslime, da die angeblich durch Feindesliebe(!) moralisch erhabeneren Christen.

    Ja, die Feindesliebe ist der revolutionäre Kern des Christentums, und zeichnet es vor allen anderen Religionen, etwa dem Islam, geradezu aus. Und so tat der fast immer besonnene Verteidigungsminister, der evangelische Christ Thomas de Maizière, recht daran, als er auf dem Kirchentag forderte, für Opfer und Täter gleichermaßen zu beten. Auch für die Taliban? Auch für die Taliban. Geht das denn, bomben und beten? Aber sicher.

    Es gibt den bellum iustum, den gerechten Krieg. Seit dem heiligen Augustinus dürfen Christen Krieg führen, wenn er dem Frieden dient. Und das Gebet für die Feinde?

    Ich kann dafür beten, dass Jesus Christus die Herzen noch der grimmigsten Taliban erleuchtet und mit der Botschaft des Friedens erfüllt.

Dass Matussek hier einer selbstwertdienlichen Schizophrenie aufsitzt, erschließt sich dem rachegeifernden “Freund des Friedens” offenbar nicht.

Matthias Matussek, dessen Kolumnen stets an der Grenze zur Volksverhetzung changieren, war sich schon nicht zu schade, der Bundeskanzlerin zu ihrer “Freude” über die Tötung Osama bin Ladens zu sekundieren:

    “Man kann den Tod zornig zur Kenntnis nehmen, wie es schon jetzt einige islamistische Nachwuchskader in westlichen oder arabischen Ländern tun. Doch wir Übrigen, wenn wir nicht gerade mit moralisierender Selbstgerechtigkeit beschäftigt sind, atmen auf und legen eine wüste, gespenstische, zehnjährige Mördergeschichte erschöpft zur Seite.”

Man darf den Tod bin Ladens natürlich auch dann “zornig zur Kenntnis” nehmen, wenn man kein “islamistische Nachwuchskader” ist und bin Laden am liebsten vor einem ordentlichen Gericht gesehen hätte. Aber das passt nicht in das “Wer-nicht-für-uns-ist-ist-gegen-uns”-Weltbild des katholischen Hardliners und zunehmend militanten Kriegsbefürworters. Matussek zitiert lieber die Bibel, in der die Feinde Israels und Gottes: “Wie Krüge aus Ton zertrümmert” werden sollen.

Matussek ist mit seiner entfesselten Kriegsrhetorik der Freund eines jeden Religionsfeindes. Hier fühlt sich noch der zurückhaltenste Atheist bestätigt, dass die Religion noch immer die beste Begründung für einen Krieg liefert.

Wen wundert da noch, dass es gerade die christliche Partei war, die den humanitären Einsatz in Afghanistan – der er noch unter Rot-Grün war – zu einem Kriegseinsatz mit “Präventivschlägen” gemacht hat.

Matthias Matussek und seine Glaubensbrüder argumentieren – ganz wie ihre militanten Gegner – mit den überlieferten Werten einer jahrtausendealten Hirtenkultur auf den Fundamenten einer mittelalterlichen Institution und das in einer Welt, die Waffen kennt, die auf einen Schlag Millionen von Menschen das Leben kosten können.

Es müßte eine Weltregion geben, wohin die die Irren und Hardliner aller Couleur verschifft werden. Dort sollten sie nach Herzenlust mit Äxten und Hellebarden aufeinander losgehen können. Sie sollen hetzen, einander verfolgen, foltern und töten dürfen … und meinetwegen auch miteinander oder füreinander beten.

Währenddessen könnten die anderen wenigstens mal in Ruhe miteinander reden.